Neu geschrieben PKV bei Vorerkrankungen

PKV abgelehnt: was jetzt noch geht

Eine Ablehnung ist die Entscheidung eines einzelnen Versicherers. Oft lag es an einer Diagnose, die in der Akte anders steht, als sie medizinisch war, oder schlicht am Versicherer. Über einen Gruppenvertrag geht es derzeit nicht. Hier steht, warum Versicherer ablehnen und welche vier Wege Ihnen bleiben.

anonym kostenfrei ohne Antrag
Abgelehnt, woanders angenommenin unserer Beratungspraxis häufig
Gruppenvertragbei Vorerkrankung zu
Wege, die bleibenje nach Beruf und Diagnose 4
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Ablehnung gilt nur für diesen Versicherer. Dass wir jemanden nach einer Ablehnung bei einem anderen Versicherer unterbringen, kommt in unserer Praxis häufig vor. Oft stand eine Diagnose in der Akte, die der Versicherer falsch eingeordnet hat.
  • Ein Gruppenvertrag steht derzeit nicht offen. Eine Aufnahme unter Ausschluss von Psyche, Rheuma, Colitis ulcerosa oder Bandscheibe gibt es damit auch nicht.
  • Vier Wege bleiben: ein anderer Versicherer über die anonyme Voranfrage, die Öffnungsaktion für Beamte, abwarten bis zur nötigen Beschwerdefreiheit, oder gesetzlich bleiben und gezielt ergänzen. Der Kurz-Check zeigt, welcher zu Ihnen passt.
  • Eine gemeinsame Ablehnungsdatei gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht. Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer ist für alle anderen Sparten gedacht.
  • Alles ärztlich Behandelte gehört in den Antrag. Wer etwas weglässt, riskiert den Rücktritt des Versicherers vom Vertrag.

01 Warum private Krankenversicherer ablehnen

Vor der Aufnahme prüft der Versicherer Ihre Gesundheit. Er schätzt, welche Kosten Sie voraussichtlich verursachen, und entscheidet dann: Annahme, Annahme mit Risikozuschlag oder Ablehnung. Eine Faustregel aus unserer Praxis: Käme ein Zuschlag von rund 50 Prozent oder mehr heraus, lehnen die Versicherer eher ab, als so einen Zuschlag anzubieten.

Diese Gründe sehen wir am häufigsten:

Grund Was dahinter steckt
Laufende Behandlung Solange eine Therapie läuft, ist das Kostenrisiko offen. Bei psychischen Diagnosen und beim Bandscheibenvorfall führt das in der Regel zur Ablehnung.
Psychische Diagnosen Nach einer Psychotherapie oder bei ADHS braucht es mindestens drei, besser fünf Jahre ohne Behandlung und Beschwerden.
Chronisch-entzündliche Erkrankungen Entzündliches Rheuma ist derzeit praktisch nicht versicherbar, Colitis ulcerosa nur nach langer Zeit ohne Behandlung und Beschwerden.
Teure Dauermedikation Kostet ein Medikament mehrere hundert Euro im Monat, lehnen die Versicherer meist ab, etwa bei Spritzen gegen schwere Neurodermitis.
Starkes Übergewicht Ab BMI 30 gibt es einen Zuschlag, ab 35 eine Chance nur ohne weitere Erkrankungen, ab 40 meist eine Ablehnung.
Mehrere Diagnosen zusammen Erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck und Übergewicht zusammen sind regulär kaum versicherbar, auch wenn jede Diagnose allein machbar wäre.
Falsch eingeordnete Befunde Steht in der Akte mehr oder etwas anderes, als medizinisch war, entscheidet der Versicherer auf dieser Grundlage. Zwei Beispiele im nächsten Abschnitt.

Einen Überblick über alle Diagnosen gibt unser Ratgeber zur PKV trotz Vorerkrankung.

02 Abgelehnt heißt nicht überall abgelehnt

Jeder Versicherer prüft nach eigenen Regeln, und die Unterschiede sind groß. Wer bei einem Haus abgelehnt wurde, kann beim nächsten angenommen werden, manchmal sogar ohne Zuschlag.

Max Eilert zur Ablehnung

„Dass ein Versicherer ablehnt und wir den Kunden anschließend bei einem anderen Versicherer unterbringen, kommt sehr häufig vor.“

Zwei Fälle aus unserer Praxis:

  • Die Creme, die kein Biologikum war. Ein Versicherer hatte in der Voranfrage zugesagt und nach dem vollständigen Antrag abgelehnt. Die Begründung: Der Kunde nehme ein Biologikum. Tatsächlich war es eine Creme gegen Vitiligo mit einem Wirkstoff, der kein Biologikum ist. Wir haben das schriftlich belegt, am Ende wurde der Kunde angenommen.
  • Die Lähmung, die zu einer Migräne gehörte. Bei einem Mandanten stand wegen einer Migräne eine halbseitige Lähmung als Diagnose in der Akte. Ein Versicherer lehnte ab, bei einem anderen haben wir eine Annahme bekommen.

Beide Fälle zeigen dasselbe: Versicherer entscheiden nach dem, was in den Unterlagen steht. Deshalb bereiten wir Befunde vor jeder Anfrage auf, mit dem, was stattgefunden hat, wann, wie lange und mit welchem Ergebnis. Eine Zusage in der Voranfrage ist dabei noch keine Annahme. Verbindlich wird erst der Antrag.

Nach der Ablehnung

Wurden Sie abgelehnt? Wir sehen uns die Begründung an.

Wir prüfen, ob die Ablehnung auf einer falschen Einordnung beruht, und fragen ohne Namen bei mehreren Versicherern an.

03 Kurz-Check: Welcher Weg bleibt Ihnen?

Zwei, höchstens drei Angaben, dann sehen Sie, welcher der vier Wege für Sie zuerst in Frage kommt.

Wege-Check nach einer Ablehnung
Werden Sie gerade zum ersten Mal verbeamtet, auch als Anwärter?

Orientierung aus unserer Beratungspraxis, keine Zusage eines Versicherers. Die Entscheidung trifft jeder Versicherer nach seiner eigenen Prüfung.

04 Vier Wege, die nach einer Ablehnung bleiben

Welcher Weg passt, hängt von Ihrem Beruf ab, von der Diagnose und davon, wie lange die Behandlung zurückliegt. Oft ergibt sich eine Reihenfolge: erst abwarten, dann anonym anfragen.

Weg 1: ein anderer Versicherer über die anonyme Voranfrage

Wir beschreiben Ihre Vorgeschichte ohne Namen und fragen bei mehreren Versicherern gleichzeitig an. Nach fünf bis zehn Werktagen wissen Sie, wer Sie zu welchen Bedingungen nehmen würde, und das, bevor Sie einen verbindlichen Antrag unterschreiben. Das geht nur über einen Makler. Ein Vertreter, der für einen einzigen Versicherer arbeitet, kann nicht bei mehreren anfragen. Wie das im Einzelnen abläuft, steht auf unserer Seite zur anonymen Risikovoranfrage.

Weg 2: die Öffnungsaktion für Beamte

Wer zum ersten Mal verbeamtet wird, kann innerhalb von sechs Monaten die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherer nutzen. Die teilnehmenden Versicherer lehnen dann nicht aus Risikogründen ab, vereinbaren keine Leistungsausschlüsse und begrenzen den Risikozuschlag auf 30 Prozent. In der Praxis wird dieser Zuschlag fast immer voll berechnet. Die Frist beginnt mit der ersten Ernennung, bei Anwärtern also mit der Ernennung zum Beamten auf Widerruf. Wie das Verfahren läuft, steht auf unserer Seite zur Öffnungsaktion, für den Start in die Ausbildung auf der Seite für Beamtenanwärter.

Weg 3: abwarten, bis die Beschwerdefreiheit reicht

Bei vielen Diagnosen entscheidet die Zeit seit dem Ende der Behandlung:

  • Psychische Diagnosen: mindestens drei, besser fünf Jahre ohne Behandlung und Beschwerden.
  • Bandscheibenvorfall: mindestens zwölf, besser 24 Monate ohne Beschwerden.
  • Übergewicht: Bewertet wird das Gewicht zum Zeitpunkt des Antrags. Wer vorher abnimmt, wird mit dem neuen Gewicht bewertet.

Zwei Dinge gehören zu diesem Weg. Sichern Sie Ihre Unterlagen, solange die Behandlung läuft, denn wechselt der Arzt oder Therapeut die Praxis, kommt man später kaum noch heran. Und angeben müssen Sie die Behandlung trotzdem, die Wartezeit ersetzt keine Angabe im Antrag.

Weg 4: gesetzlich bleiben und gezielt ergänzen

Wer die private Aufnahme nicht bekommt, bleibt in der gesetzlichen Kasse. Leistungen wie Chefarztbehandlung, Einbettzimmer oder höherwertigen Zahnersatz lassen sich über private Zusatzversicherungen ergänzen. Auch dort fragt der Versicherer nach Ihrer Gesundheit, eine Voranfrage klärt, was durchgeht. Bei entzündlichem Rheuma ist das heute meist der vernünftigste Weg, und das sagen wir lieber vorher als nach drei abgelehnten Anträgen.

Voranfrage

Welcher Weg trägt in Ihrem Fall?

Wir fragen Ihre Vorgeschichte anonym bei mehreren Versicherern an. Ergebnis in fünf bis zehn Werktagen, für Sie kostenfrei.

05 Gruppenvertrag: derzeit kein Weg bei Vorerkrankung

Ein Gruppenvertrag ist ein Rahmenvertrag, den ein Versicherer mit einer Gruppe schließt, etwa mit einem Unternehmen, einem Verband oder einem Vermittler. Wer zur Gruppe gehört, bekommt die dort vereinbarten Bedingungen.

Derzeit steht kein Gruppenvertrag offen, über den Menschen mit Vorerkrankung aufgenommen werden, weder mit einem Ausschluss der Erkrankung, etwa der Psyche, einer rheumatischen Erkrankung oder der Bandscheibe, noch über Sonderkonzepte bei starkem Übergewicht. Für neue Anträge bleiben die Annahme, der Risikozuschlag oder die Ablehnung, und die vier Wege oben. Ändert sich das, schreiben wir es hier.

06 Gibt es eine Ablehnungsdatei der Versicherer?

Für die private Krankenversicherung nicht. Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer, kurz HIS, ist nach Angaben des Gesamtverbands der Versicherer für alle Sparten gedacht außer der privaten Krankenversicherung (Broschüre des GDV zum HIS). In der Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung können erhöhte Risiken dort dagegen gemeldet werden. Wer neben der Krankenversicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt, sollte das wissen.

Ob über Sie etwas gespeichert ist, zeigt eine Selbstauskunft bei der Besurance HIS GmbH, die das System seit Oktober 2025 betreibt: besurance-his.de/selbstauskunft.

Mehrere namentliche Anträge nebeneinander bringen trotzdem keinen Vorteil. Jeder Antrag verlangt Ihre vollständigen Gesundheitsangaben und endet mit einer Entscheidung. Die anonyme Voranfrage liefert dieselbe Auskunft von mehreren Versicherern, ohne dass ein Antrag gestellt ist.

07 Was Sie nach einer Ablehnung vermeiden sollten

  • Angaben weglassen. Alles, was ärztlich behandelt wurde, gehört in den Antrag. Wer etwas weglässt, riskiert den Rücktritt des Versicherers vom Vertrag. In einem Fall aus unserer Praxis trug der Versicherer von einer OP-Rechnung über 45.000 Euro nur einen Bruchteil.
  • Befunde ungeprüft übernehmen. Arztbriefe und Abrechnungsdiagnosen sagen oft mehr oder anderes, als medizinisch war. Aufbereitet heißt: was stattgefunden hat, wann, wie lange und mit welchem Ergebnis.
  • Sofort den nächsten Antrag stellen. Ohne Voranfrage wissen Sie vorher nicht, wie der nächste Versicherer entscheidet. Läuft die Behandlung noch, ändert ein neuer Antrag am Ergebnis meist nichts.
Vor dem nächsten Antrag

Wie entscheidet der nächste Versicherer?

Wir fragen Ihren Fall ohne Namen bei mehreren Versicherern gleichzeitig an. Den nächsten Antrag stellen Sie erst, wenn die Antworten vorliegen.

08 Häufige Fragen

Warum lehnt die private Krankenversicherung meinen Antrag ab?
Der Versicherer schätzt nach der Gesundheitsprüfung, welche Kosten Sie voraussichtlich verursachen. Häufige Gründe sind eine laufende Behandlung, psychische Diagnosen in den letzten Jahren, chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Rheuma, eine teure Dauermedikation, ein BMI ab 40 und mehrere Diagnosen zusammen. In unserer Praxis gilt: Käme ein Risikozuschlag von rund 50 Prozent oder mehr heraus, lehnen die Versicherer eher ab, als so einen Zuschlag anzubieten.
Darf eine private Krankenversicherung mich wegen Vorerkrankungen ablehnen?
Ja. In den normalen Tarifen entscheidet der Versicherer nach der Gesundheitsprüfung, ob und zu welchen Bedingungen er Sie aufnimmt. Eine Aufnahmepflicht gibt es im Basistarif, und auch dort nur für bestimmte Personengruppen. Für Beamte kommt die Öffnungsaktion dazu, zu der sich die teilnehmenden Versicherer freiwillig verpflichtet haben.
Was passiert, wenn die PKV meinen Antrag ablehnt?
Der Vertrag kommt nicht zustande, und Sie bleiben so versichert, wie Sie es vorher waren. Die Ablehnung gilt nur für diesen Versicherer. Ein anderer Versicherer prüft nach eigenen Regeln und kann anders entscheiden. Lassen Sie das vor dem nächsten Antrag anonym prüfen.
Gibt es eine Datenbank, in der PKV-Ablehnungen gespeichert werden?
Nein, jedenfalls nicht das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS). Es ist nach Angaben des Gesamtverbands der Versicherer für alle Sparten gedacht außer der privaten Krankenversicherung. In der Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung können erhöhte Risiken dort dagegen gemeldet werden. Ob über Sie etwas gespeichert ist, zeigt eine Selbstauskunft bei der Besurance HIS GmbH.
Kann ich nach einer Ablehnung einen neuen Antrag stellen?
Ja, bei einem anderen Versicherer jederzeit. Sinnvoll ist das, wenn vorher klar ist, dass er Sie nimmt. Deshalb fragen wir zuerst anonym bei mehreren Versicherern an. Läuft die Behandlung noch, die zur Ablehnung geführt hat, lohnt ein neuer Versuch meist erst nach ihrem Abschluss und einer Zeit ohne Beschwerden.
Was ist ein Gruppenvertrag in der Krankenversicherung?
Ein Rahmenvertrag, den ein Versicherer mit einer Gruppe schließt, etwa mit einem Unternehmen, einem Verband oder einem Vermittler. Wer dazugehört, bekommt die dort vereinbarten Bedingungen. Für Menschen mit Vorerkrankung steht derzeit kein Gruppenvertrag offen, auch nicht mit einem Ausschluss der Erkrankung.
Kann ich mich unter Ausschluss meiner Erkrankung privat versichern?
Bei psychischen Erkrankungen, Rheuma, Colitis ulcerosa oder der Bandscheibe geht das nicht. Einen solchen Ausschluss vereinbaren die Versicherer bei neuen Anträgen nicht. Es bleiben die Annahme, der Risikozuschlag oder die Ablehnung. Steht ein Ausschluss schon in Ihrem Vertrag, gilt er weiter.
Hilft mir der Basistarif nach einer Ablehnung?
Selten. Den Basistarif muss jeder private Krankenversicherer ohne Risikozuschlag und ohne Leistungsausschlüsse anbieten, aber nur bestimmten Personengruppen, etwa freiwillig gesetzlich Versicherten in den ersten sechs Monaten, nachdem sie wechseln dürfen, Beihilfeberechtigten und bereits privat Versicherten (§ 193 Abs. 5 VVG). Er leistet auf dem Niveau der gesetzlichen Kasse und kostet 2026 höchstens 1.017,18 Euro im Monat. Er ist deshalb eher ein Auffangnetz als ein Grund zu wechseln.

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09 Termin mit Max buchen oder anonyme Voranfrage starten

Buchen Sie ein kostenfreies Erstgespräch mit Max Eilert oder füllen Sie das Formular für die anonyme Risikovoranfrage aus. Wenn Sie eine Ablehnung schriftlich haben, halten Sie sie bereit. Das Ergebnis der Voranfrage bekommen Sie in fünf bis zehn Werktagen.

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Stand September 2026. Fachliche Einschätzungen aus der Beratungspraxis Elbland Finanz, keine Rechts- oder Steuerberatung. Angaben zur Annahmepraxis sind Orientierungswerte und hängen vom Einzelfall sowie vom jeweiligen Versicherer ab. Als Versicherungsmakler nach § 34d GewO werden wir im Erfolgsfall über die Courtage des Versicherers vergütet, für Sie bleibt die Beratung kostenfrei. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.

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Prüfen wir, wer Sie nach der Ablehnung nimmt.

Wir bereiten Ihre Unterlagen auf und fragen ohne Namen bei mehreren Versicherern parallel an. Wenn kein Weg in die private Versicherung trägt, sagen wir Ihnen das genauso deutlich.

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