- Eine Ablehnung gilt nur für diesen Versicherer. Dass wir jemanden nach einer Ablehnung bei einem anderen Versicherer unterbringen, kommt in unserer Praxis häufig vor. Oft stand eine Diagnose in der Akte, die der Versicherer falsch eingeordnet hat.
- Ein Gruppenvertrag steht derzeit nicht offen. Eine Aufnahme unter Ausschluss von Psyche, Rheuma, Colitis ulcerosa oder Bandscheibe gibt es damit auch nicht.
- Vier Wege bleiben: ein anderer Versicherer über die anonyme Voranfrage, die Öffnungsaktion für Beamte, abwarten bis zur nötigen Beschwerdefreiheit, oder gesetzlich bleiben und gezielt ergänzen. Der Kurz-Check zeigt, welcher zu Ihnen passt.
- Eine gemeinsame Ablehnungsdatei gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht. Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer ist für alle anderen Sparten gedacht.
- Alles ärztlich Behandelte gehört in den Antrag. Wer etwas weglässt, riskiert den Rücktritt des Versicherers vom Vertrag.
01 Warum private Krankenversicherer ablehnen
Vor der Aufnahme prüft der Versicherer Ihre Gesundheit. Er schätzt, welche Kosten Sie voraussichtlich verursachen, und entscheidet dann: Annahme, Annahme mit Risikozuschlag oder Ablehnung. Eine Faustregel aus unserer Praxis: Käme ein Zuschlag von rund 50 Prozent oder mehr heraus, lehnen die Versicherer eher ab, als so einen Zuschlag anzubieten.
Diese Gründe sehen wir am häufigsten:
| Grund | Was dahinter steckt |
|---|---|
| Laufende Behandlung | Solange eine Therapie läuft, ist das Kostenrisiko offen. Bei psychischen Diagnosen und beim Bandscheibenvorfall führt das in der Regel zur Ablehnung. |
| Psychische Diagnosen | Nach einer Psychotherapie oder bei ADHS braucht es mindestens drei, besser fünf Jahre ohne Behandlung und Beschwerden. |
| Chronisch-entzündliche Erkrankungen | Entzündliches Rheuma ist derzeit praktisch nicht versicherbar, Colitis ulcerosa nur nach langer Zeit ohne Behandlung und Beschwerden. |
| Teure Dauermedikation | Kostet ein Medikament mehrere hundert Euro im Monat, lehnen die Versicherer meist ab, etwa bei Spritzen gegen schwere Neurodermitis. |
| Starkes Übergewicht | Ab BMI 30 gibt es einen Zuschlag, ab 35 eine Chance nur ohne weitere Erkrankungen, ab 40 meist eine Ablehnung. |
| Mehrere Diagnosen zusammen | Erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck und Übergewicht zusammen sind regulär kaum versicherbar, auch wenn jede Diagnose allein machbar wäre. |
| Falsch eingeordnete Befunde | Steht in der Akte mehr oder etwas anderes, als medizinisch war, entscheidet der Versicherer auf dieser Grundlage. Zwei Beispiele im nächsten Abschnitt. |
Einen Überblick über alle Diagnosen gibt unser Ratgeber zur PKV trotz Vorerkrankung.
02 Abgelehnt heißt nicht überall abgelehnt
Jeder Versicherer prüft nach eigenen Regeln, und die Unterschiede sind groß. Wer bei einem Haus abgelehnt wurde, kann beim nächsten angenommen werden, manchmal sogar ohne Zuschlag.
„Dass ein Versicherer ablehnt und wir den Kunden anschließend bei einem anderen Versicherer unterbringen, kommt sehr häufig vor.“
Zwei Fälle aus unserer Praxis:
- Die Creme, die kein Biologikum war. Ein Versicherer hatte in der Voranfrage zugesagt und nach dem vollständigen Antrag abgelehnt. Die Begründung: Der Kunde nehme ein Biologikum. Tatsächlich war es eine Creme gegen Vitiligo mit einem Wirkstoff, der kein Biologikum ist. Wir haben das schriftlich belegt, am Ende wurde der Kunde angenommen.
- Die Lähmung, die zu einer Migräne gehörte. Bei einem Mandanten stand wegen einer Migräne eine halbseitige Lähmung als Diagnose in der Akte. Ein Versicherer lehnte ab, bei einem anderen haben wir eine Annahme bekommen.
Beide Fälle zeigen dasselbe: Versicherer entscheiden nach dem, was in den Unterlagen steht. Deshalb bereiten wir Befunde vor jeder Anfrage auf, mit dem, was stattgefunden hat, wann, wie lange und mit welchem Ergebnis. Eine Zusage in der Voranfrage ist dabei noch keine Annahme. Verbindlich wird erst der Antrag.
Wurden Sie abgelehnt? Wir sehen uns die Begründung an.
Wir prüfen, ob die Ablehnung auf einer falschen Einordnung beruht, und fragen ohne Namen bei mehreren Versicherern an.
03 Kurz-Check: Welcher Weg bleibt Ihnen?
Zwei, höchstens drei Angaben, dann sehen Sie, welcher der vier Wege für Sie zuerst in Frage kommt.
Orientierung aus unserer Beratungspraxis, keine Zusage eines Versicherers. Die Entscheidung trifft jeder Versicherer nach seiner eigenen Prüfung.
04 Vier Wege, die nach einer Ablehnung bleiben
Welcher Weg passt, hängt von Ihrem Beruf ab, von der Diagnose und davon, wie lange die Behandlung zurückliegt. Oft ergibt sich eine Reihenfolge: erst abwarten, dann anonym anfragen.
Weg 1: ein anderer Versicherer über die anonyme Voranfrage
Wir beschreiben Ihre Vorgeschichte ohne Namen und fragen bei mehreren Versicherern gleichzeitig an. Nach fünf bis zehn Werktagen wissen Sie, wer Sie zu welchen Bedingungen nehmen würde, und das, bevor Sie einen verbindlichen Antrag unterschreiben. Das geht nur über einen Makler. Ein Vertreter, der für einen einzigen Versicherer arbeitet, kann nicht bei mehreren anfragen. Wie das im Einzelnen abläuft, steht auf unserer Seite zur anonymen Risikovoranfrage.
Weg 2: die Öffnungsaktion für Beamte
Wer zum ersten Mal verbeamtet wird, kann innerhalb von sechs Monaten die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherer nutzen. Die teilnehmenden Versicherer lehnen dann nicht aus Risikogründen ab, vereinbaren keine Leistungsausschlüsse und begrenzen den Risikozuschlag auf 30 Prozent. In der Praxis wird dieser Zuschlag fast immer voll berechnet. Die Frist beginnt mit der ersten Ernennung, bei Anwärtern also mit der Ernennung zum Beamten auf Widerruf. Wie das Verfahren läuft, steht auf unserer Seite zur Öffnungsaktion, für den Start in die Ausbildung auf der Seite für Beamtenanwärter.
Weg 3: abwarten, bis die Beschwerdefreiheit reicht
Bei vielen Diagnosen entscheidet die Zeit seit dem Ende der Behandlung:
- Psychische Diagnosen: mindestens drei, besser fünf Jahre ohne Behandlung und Beschwerden.
- Bandscheibenvorfall: mindestens zwölf, besser 24 Monate ohne Beschwerden.
- Übergewicht: Bewertet wird das Gewicht zum Zeitpunkt des Antrags. Wer vorher abnimmt, wird mit dem neuen Gewicht bewertet.
Zwei Dinge gehören zu diesem Weg. Sichern Sie Ihre Unterlagen, solange die Behandlung läuft, denn wechselt der Arzt oder Therapeut die Praxis, kommt man später kaum noch heran. Und angeben müssen Sie die Behandlung trotzdem, die Wartezeit ersetzt keine Angabe im Antrag.
Weg 4: gesetzlich bleiben und gezielt ergänzen
Wer die private Aufnahme nicht bekommt, bleibt in der gesetzlichen Kasse. Leistungen wie Chefarztbehandlung, Einbettzimmer oder höherwertigen Zahnersatz lassen sich über private Zusatzversicherungen ergänzen. Auch dort fragt der Versicherer nach Ihrer Gesundheit, eine Voranfrage klärt, was durchgeht. Bei entzündlichem Rheuma ist das heute meist der vernünftigste Weg, und das sagen wir lieber vorher als nach drei abgelehnten Anträgen.
Welcher Weg trägt in Ihrem Fall?
Wir fragen Ihre Vorgeschichte anonym bei mehreren Versicherern an. Ergebnis in fünf bis zehn Werktagen, für Sie kostenfrei.
05 Gruppenvertrag: derzeit kein Weg bei Vorerkrankung
Ein Gruppenvertrag ist ein Rahmenvertrag, den ein Versicherer mit einer Gruppe schließt, etwa mit einem Unternehmen, einem Verband oder einem Vermittler. Wer zur Gruppe gehört, bekommt die dort vereinbarten Bedingungen.
Derzeit steht kein Gruppenvertrag offen, über den Menschen mit Vorerkrankung aufgenommen werden, weder mit einem Ausschluss der Erkrankung, etwa der Psyche, einer rheumatischen Erkrankung oder der Bandscheibe, noch über Sonderkonzepte bei starkem Übergewicht. Für neue Anträge bleiben die Annahme, der Risikozuschlag oder die Ablehnung, und die vier Wege oben. Ändert sich das, schreiben wir es hier.
06 Gibt es eine Ablehnungsdatei der Versicherer?
Für die private Krankenversicherung nicht. Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer, kurz HIS, ist nach Angaben des Gesamtverbands der Versicherer für alle Sparten gedacht außer der privaten Krankenversicherung (Broschüre des GDV zum HIS). In der Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung können erhöhte Risiken dort dagegen gemeldet werden. Wer neben der Krankenversicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt, sollte das wissen.
Ob über Sie etwas gespeichert ist, zeigt eine Selbstauskunft bei der Besurance HIS GmbH, die das System seit Oktober 2025 betreibt: besurance-his.de/selbstauskunft.
Mehrere namentliche Anträge nebeneinander bringen trotzdem keinen Vorteil. Jeder Antrag verlangt Ihre vollständigen Gesundheitsangaben und endet mit einer Entscheidung. Die anonyme Voranfrage liefert dieselbe Auskunft von mehreren Versicherern, ohne dass ein Antrag gestellt ist.
07 Was Sie nach einer Ablehnung vermeiden sollten
- Angaben weglassen. Alles, was ärztlich behandelt wurde, gehört in den Antrag. Wer etwas weglässt, riskiert den Rücktritt des Versicherers vom Vertrag. In einem Fall aus unserer Praxis trug der Versicherer von einer OP-Rechnung über 45.000 Euro nur einen Bruchteil.
- Befunde ungeprüft übernehmen. Arztbriefe und Abrechnungsdiagnosen sagen oft mehr oder anderes, als medizinisch war. Aufbereitet heißt: was stattgefunden hat, wann, wie lange und mit welchem Ergebnis.
- Sofort den nächsten Antrag stellen. Ohne Voranfrage wissen Sie vorher nicht, wie der nächste Versicherer entscheidet. Läuft die Behandlung noch, ändert ein neuer Antrag am Ergebnis meist nichts.
Wie entscheidet der nächste Versicherer?
Wir fragen Ihren Fall ohne Namen bei mehreren Versicherern gleichzeitig an. Den nächsten Antrag stellen Sie erst, wenn die Antworten vorliegen.
08 Häufige Fragen
Warum lehnt die private Krankenversicherung meinen Antrag ab?
Darf eine private Krankenversicherung mich wegen Vorerkrankungen ablehnen?
Was passiert, wenn die PKV meinen Antrag ablehnt?
Gibt es eine Datenbank, in der PKV-Ablehnungen gespeichert werden?
Kann ich nach einer Ablehnung einen neuen Antrag stellen?
Was ist ein Gruppenvertrag in der Krankenversicherung?
Kann ich mich unter Ausschluss meiner Erkrankung privat versichern?
Hilft mir der Basistarif nach einer Ablehnung?
Unser PKV-Maklerpool
09 Termin mit Max buchen oder anonyme Voranfrage starten
Buchen Sie ein kostenfreies Erstgespräch mit Max Eilert oder füllen Sie das Formular für die anonyme Risikovoranfrage aus. Wenn Sie eine Ablehnung schriftlich haben, halten Sie sie bereit. Das Ergebnis der Voranfrage bekommen Sie in fünf bis zehn Werktagen.
Erstgespräch mit Max direkt buchen
Hinweis zum Datenschutz: Calendly verarbeitet beim Termin-Buchen Name und E-Mail nach den hinterlegten Standards. Mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Oder anonyme Risikovoranfrage ausfüllen
Ihre Basics
Stand September 2026. Fachliche Einschätzungen aus der Beratungspraxis Elbland Finanz, keine Rechts- oder Steuerberatung. Angaben zur Annahmepraxis sind Orientierungswerte und hängen vom Einzelfall sowie vom jeweiligen Versicherer ab. Als Versicherungsmakler nach § 34d GewO werden wir im Erfolgsfall über die Courtage des Versicherers vergütet, für Sie bleibt die Beratung kostenfrei. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.
