Neu PKV bei Vorerkrankungen

PKV mit Migräne

Migräne ist für die private Krankenversicherung meist kein Hindernis. Wer nur ab und zu Anfälle hat, kommt häufig ohne Zuschlag hinein, und Migräne mit Aura nimmt nach Max Eilerts Erfahrung „so gut wie jedes Haus“ an. Schwierig wird es bei Anfällen etwa einmal pro Woche, bei teurer Dauermedikation und wenn eine falsche Diagnose in der Akte steht.

anonym kostenfrei ohne Antrag
Migräne, auch mit AuraAnnahme bei fast allen Versicherern meist Ja
Schwierig wird esbei Anfällen etwa einmal pro Woche wöchentlich
Dauermedikationkritisch ab etwa 500 € im Quartal 500 €
Das Wichtigste in Kürze
  • Migräne, auch mit Aura, nehmen fast alle Versicherer an. Bei seltenen Anfällen häufig ohne Zuschlag, bei häufigeren eventuell mit Zuschlag.
  • Die Häufigkeit entscheidet. Mehrere Anfälle im Jahr sind meist machbar, schwierig wird es in Richtung eines Anfalls pro Woche.
  • Teure Vorbeugung ist ein Risiko. Ab etwa 500 Euro Medikamentenkosten pro Quartal wird es bei den meisten Versicherern gefährlich.
  • Eine falsche Diagnose in der Akte bleibt stehen, solange die Ärzte sie nicht korrigieren. Ein anderer Versicherer kann trotzdem annehmen.
  • Erst anonym anfragen. So kennen Sie das Ergebnis mehrerer Versicherer, bevor Sie einen verbindlichen Antrag stellen.

01 Wie Versicherer Migräne bewerten

Im Netz gilt Migräne mit Aura oft als schwieriger Fall für die private Krankenversicherung. In der Beratungspraxis von Max Eilert zeigt sich ein anderes Bild: Die Versicherer bewerten Migräne und Migräne mit Aura „relativ entspannt“.

Max Eilert zur Migräne mit Aura

„Migräne mit Aura nimmt quasi so gut wie jedes Haus an, hier und da mal mit Risikozuschlag, aber da kommen wir eigentlich fast überall mit rein.“

Worauf es ankommt, zeigt diese Übersicht:

Ihre Situation Einschätzung in der regulären Prüfung
Anfälle ab und zu, mit oder ohne Aura Aufnahme, häufig ohne Zuschlag
Die letzten Anfälle liegen Jahre zurück „Eher halb so wild“
Mehrere Anfälle im Jahr Im Regelfall Aufnahme, vielleicht mit Zuschlag
Anfälle etwa einmal pro Woche oder öfter Schwierig, Entscheidung im Einzelfall
Vorbeugende Dauermedikation ab etwa 500 € im Quartal Bei den meisten Versicherern kritisch
Neurologische Diagnose in der Akte, etwa eine Lähmung Ablehnung möglich, die Versicherer entscheiden unterschiedlich

Quelle: Beratungspraxis Elbland Finanz, Einschätzungen von Max Eilert, Juli bis September 2026. Orientierung, keine Zusage. Die Entscheidung trifft der Versicherer im Einzelfall.

Eine Liste von Versicherern, die Migräne besonders gut annehmen, gibt es nicht, weil fast alle annehmen. Wie hoch ein Zuschlag ausfällt, legt jeder Versicherer selbst fest. Feste Prozentsätze je Schweregrad gibt es in der Praxis nicht.

02 Migräne-Check: Wie sieht Ihre Ausgangslage aus?

Vier Fragen, die Versicherer bei Migräne interessieren. Die Einschätzung folgt Max Eilerts Erfahrung und ersetzt keine Anfrage.

Migräne-Check
Wie oft haben Sie Migräne-Anfälle?
Haben Sie Migräne mit Aura?
Nehmen Sie dauerhaft Medikamente zur Vorbeugung?
Steht wegen eines Anfalls eine neurologische Diagnose in Ihrer Akte, etwa eine Lähmung?

Wählen Sie zuerst, wie oft Sie Anfälle haben.

Orientierung, keine Zusage. Ihre Eingaben bleiben in Ihrem Browser und werden weder gespeichert noch übertragen.

03 Wann es schwierig wird

Häufige Anfälle

Mehrere Anfälle im Jahr nennt Max Eilert häufig. Auch dann gilt im Regelfall: „vielleicht mal ein Zuschlag häufiger, aber Annahme ohne Probleme“. Richtig schwierig wird es erst in Richtung eines Anfalls pro Woche.

Maßgeblich ist, was Ihre Ärzte dokumentiert haben: wie oft Sie wegen der Migräne in Behandlung waren, welche Medikamente verordnet wurden und ob es Klinikaufenthalte gab. Schauen Sie vor der Voranfrage in Ihre Unterlagen und bereiten Sie auf, was stattfand, wann und mit welchem Ergebnis.

Teure Vorbeugung

Eine Dauermedikation sehen Versicherer immer kritisch, weil sie mit laufenden Kosten rechnen. Bei der Migräne betrifft das vor allem die Vorbeugung. Nach Max Eilerts Erfahrung wird es ab etwa 500 Euro pro Quartal bei den meisten Versicherern gefährlich.

Was Ihre Vorbeugung kostet, steht in keinem Arztbrief. Ihre Krankenkasse teilt Ihnen auf Antrag mit, welche Leistungen sie für Sie bezahlt hat und was sie gekostet haben (§ 305 SGB V). Mit dieser Zahl lässt sich Ihr Fall in der Voranfrage richtig einordnen.

Voranfrage

Wie bewerten die Versicherer Ihre Migräne?

Wir fragen Ihren Fall ohne Namensnennung bei mehreren Versicherern parallel an und sagen Ihnen, wer Sie zu welchen Bedingungen nehmen würde.

04 Wenn eine falsche Diagnose in der Akte steht

Ein Fall aus Max Eilerts Praxis: Bei einem Mandanten stand wegen einer Migräne eine halbseitige Lähmung als Krankenhausdiagnose in der Akte. Sie gehörte zu einem Migräneanfall, der Versicherer las eine Lähmung und lehnte ab. Ein anderer Versicherer hat den Mandanten nach einer Wartezeit angenommen.

Die Diagnose selbst ließ sich nicht aus der Welt schaffen. Die Klinik hat sich auf Nachfrage nicht zurückgemeldet, und damit bleibt sie in der Akte.

Max Eilert zu Diagnosen aus dem Krankenhaus

„Die Diagnose steht. Man hat da in dem Fall nur die Möglichkeit, die entsprechenden Ärzte zu kontaktieren, und dann muss man Glück haben.“

Was Sie in einer solchen Lage tun können:

  • Die Akte kennen, bevor Sie anfragen. Lassen Sie sich Arztbriefe und Entlassungsberichte geben und prüfen Sie, welche Diagnosen dort stehen.
  • Die behandelnden Ärzte ansprechen. Nur sie können eine Diagnose korrigieren. Planen können Sie damit nicht.
  • Die Diagnose trotzdem angeben. Was in der Akte steht, fällt unter die Anzeigepflicht, auch wenn es medizinisch überholt ist.
  • Mehrere Versicherer fragen. Dass einer ablehnt und ein anderer annimmt, kommt in unserer Praxis häufig vor. Wie es danach weitergeht, steht in unserem Beitrag zur PKV-Ablehnung.
Voranfrage

Steht in Ihrer Akte eine Diagnose, die sich falsch lesen lässt?

Schicken Sie uns, was in Ihren Arztbriefen steht. Wir fragen Ihren Fall bei mehreren Versicherern parallel an, ohne Ihren Namen zu nennen.

05 Was Sie im Antrag angeben müssen

Nach § 19 VVG müssen Sie alles angeben, was ärztlich festgestellt oder behandelt wurde und im Antrag abgefragt wird. Bei Migräne betrifft das zum Beispiel:

  • die Diagnose Migräne, mit oder ohne Aura, und die Arztbesuche deswegen,
  • verordnete Medikamente, für den Anfall und zur Vorbeugung,
  • Krankenhausaufenthalte und Notfallbehandlungen wegen eines Anfalls,
  • Untersuchungen wie ein MRT oder eine neurologische Abklärung und deren Befunde.

Eine falsche oder fehlende Angabe kann zum Rücktritt oder zur Anfechtung des Vertrags führen, mit rückwirkendem Verlust des Versicherungsschutzes. Ist Ihnen unklar, was in Ihrer Akte steht, fragen Sie in Ihrer Hausarztpraxis oder bei Ihrer Krankenkasse nach, bevor Sie die Voranfrage stellen.

06 Erst anonym anfragen, dann den Antrag stellen

Ein namentlicher Antrag ist verbindlich, und lehnt der Versicherer ab, haben Sie eine formale Ablehnung. Die anonyme Risikovoranfrage läuft ohne Ihren Namen. Wir schicken Ihre Angaben zu Häufigkeit, Behandlung und Diagnosen an mehrere Versicherer parallel und sehen, wer Sie zu welchen Bedingungen aufnehmen würde.

Das Ergebnis liegt meist nach fünf bis zehn Werktagen vor, und Sie kennen es, bevor Sie einen verbindlichen Antrag stellen. Weil bei Migräne fast alle Versicherer annehmen, zeigt die Voranfrage vor allem, wer Sie ohne Zuschlag nimmt.

07 Beamte: die Öffnungsaktion als Weg

Für Beamtinnen und Beamte gibt es mit der Öffnungsaktion einen Weg, der unabhängig von der Diagnose funktioniert. Die teilnehmenden privaten Krankenversicherer nehmen Sie auf, wenn Ihr Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung eingeht:

  • Keine Ablehnung aus gesundheitlichen Gründen.
  • Keine Leistungsausschlüsse.
  • Risikozuschlag höchstens 30 Prozent. In der Praxis wird er fast immer voll berechnet.
  • Die Frist läuft ab der ersten Verbeamtung und öffnet sich nicht noch einmal. Für Beamtenanwärter ist das die Ernennung zum Beamten auf Widerruf.

Weil Migräne regulär meist angenommen wird, oft ohne oder mit kleinem Zuschlag, ist die Öffnungsaktion bei Migräne selten die erste Wahl. Lassen Sie zuerst die reguläre Aufnahme anonym prüfen, die sechs Monate geben dafür Zeit. Die Öffnungsaktion bleibt der Weg für den Fall, dass eine teure Dauermedikation oder eine neurologische Diagnose die reguläre Aufnahme verhindert.

08 Berufsunfähigkeit getrennt prüfen

Für die private Krankenversicherung ist Migräne meist unproblematisch. In der Berufsunfähigkeitsversicherung sieht Max Eilert das anders: Dort macht Migräne Probleme. Wenn Sie beide Versicherungen brauchen, lassen Sie beide getrennt anonym anfragen und stellen Sie keinen der Anträge, bevor beide Ergebnisse vorliegen.

09 Nach einer Ablehnung: vier Wege

Hat ein Versicherer wegen Ihrer Migräne abgelehnt, ist die private Krankenversicherung nicht vom Tisch. Nach einer Ablehnung durch die PKV bleiben diese Wege:

  • Ein anderer Versicherer. Über die anonyme Voranfrage, bei mehreren Gesellschaften parallel und ohne Ihren Namen.
  • Die Öffnungsaktion, wenn Sie verbeamtet werden oder die sechs Monate seit der ersten Verbeamtung noch laufen.
  • Abwarten und später neu anfragen. Im Fall mit der Lähmungsdiagnose war genau das der Weg.
  • Gesetzlich bleiben und gezielt ergänzen. Private Zusatzversicherungen schließen Lücken bei Zahn, Krankenhaus oder Chefarzt, sofern ihre eigene Gesundheitsprüfung mitspielt.

Wie Versicherer andere Diagnosen bewerten, zeigt unser Hauptratgeber zur PKV trotz Vorerkrankung.

Nach der Ablehnung

Schon von einem Versicherer abgelehnt worden?

Wir fragen weitere Gesellschaften anonym an. Das Ergebnis kennen Sie, bevor Sie den nächsten Antrag stellen.

10 Häufig gestellte Fragen

Kann ich mit Migräne in die private Krankenversicherung?
In aller Regel ja. Wer nur ab und zu Migräne hat, kommt nach der Erfahrung von Max Eilert häufig ohne Zuschlag hinein. Auch bei mehreren Anfällen im Jahr nehmen die Versicherer im Regelfall an, eventuell mit einem Risikozuschlag. Schwierig wird es bei Anfällen etwa einmal pro Woche, bei teurer Dauermedikation und bei neurologischen Diagnosen in der Akte. Welcher Versicherer Sie zu welchen Bedingungen nimmt, klärt die anonyme Voranfrage.
Nehmen private Krankenversicherer Migräne mit Aura an?
Ja. Max Eilert sagt dazu: „Migräne mit Aura nimmt quasi so gut wie jedes Haus an, hier und da mal mit Risikozuschlag.“ Eine Liste von Versicherern, die bei Aura besonders gut annehmen, gibt es deshalb nicht. Wie häufig die Anfälle sind, zählt mehr als die Aura.
Ab wann gilt Migräne für den Versicherer als häufig?
Mehrere Anfälle im Jahr gelten als häufig. Das führt im Regelfall trotzdem zur Annahme, vielleicht mit einem Zuschlag. Richtig schwierig wird es in Richtung eines Anfalls pro Woche. Maßgeblich ist, was Ihre Ärzte zur Häufigkeit dokumentiert haben.
Bekomme ich wegen Migräne einen Risikozuschlag?
Das hängt an der Häufigkeit. Bei seltenen Anfällen verlangen viele Versicherer keinen Zuschlag, bei häufigeren Anfällen kommt er eher vor. Wie hoch er ausfällt, legt jeder Versicherer im Einzelfall fest. Feste Prozentsätze je Schweregrad gibt es nicht.
Was bedeutet eine teure Vorbeugung für den Antrag?
Eine Dauermedikation sehen Versicherer immer kritisch, und die Kosten entscheiden mit. Nach Max Eilerts Erfahrung wird es ab etwa 500 Euro pro Quartal bei den meisten Versicherern gefährlich. Was Ihre Vorbeugung kostet, teilt Ihnen Ihre Krankenkasse auf Antrag mit.
In meiner Akte steht wegen eines Anfalls eine falsche Diagnose. Was kann ich tun?
Sprechen Sie die Ärzte an, die die Diagnose gestellt haben. Nur sie können sie korrigieren, und darauf verlassen können Sie sich nicht. Die Diagnose müssen Sie trotzdem angeben. In der Voranfrage ordnen wir sie ein und fragen mehrere Versicherer parallel an, denn einer lehnt vielleicht ab und ein anderer nimmt an. In einem solchen Fall aus unserer Praxis hat ein anderer Versicherer den Mandanten nach einer Wartezeit angenommen.
Muss ich meine Migräne im Antrag angeben?
Ja, wenn sie ärztlich festgestellt oder behandelt wurde und in den abgefragten Zeitraum fällt. Dazu gehören Arztbesuche wegen der Migräne, verordnete Medikamente, Krankenhausaufenthalte und Untersuchungen wie ein MRT. Falsche oder fehlende Angaben können nach § 19 VVG zum Rücktritt vom Vertrag führen, auch eine Anfechtung ist möglich.
Welche Möglichkeiten haben Beamte mit Migräne?
Die Öffnungsaktion. Geht der Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung ein, lehnen die teilnehmenden Versicherer nicht aus gesundheitlichen Gründen ab, es gibt keine Leistungsausschlüsse, und der Zuschlag ist auf 30 Prozent begrenzt. Weil Migräne regulär meist angenommen wird, lohnt es sich, zuerst die reguläre Aufnahme anonym prüfen zu lassen.

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Stand September 2026. Fachliche Einschätzungen aus der Beratungspraxis Elbland Finanz, keine Rechts- oder Steuerberatung. Die Einschätzungen sind Orientierungswerte und hängen vom Einzelfall sowie vom jeweiligen Versicherer ab. Als Versicherungsmakler nach § 34d GewO werden wir im Erfolgsfall über die Courtage des Versicherers vergütet, das Erstgespräch ist für Sie kostenfrei. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.

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