- Migräne, auch mit Aura, nehmen fast alle Versicherer an. Bei seltenen Anfällen häufig ohne Zuschlag, bei häufigeren eventuell mit Zuschlag.
- Die Häufigkeit entscheidet. Mehrere Anfälle im Jahr sind meist machbar, schwierig wird es in Richtung eines Anfalls pro Woche.
- Teure Vorbeugung ist ein Risiko. Ab etwa 500 Euro Medikamentenkosten pro Quartal wird es bei den meisten Versicherern gefährlich.
- Eine falsche Diagnose in der Akte bleibt stehen, solange die Ärzte sie nicht korrigieren. Ein anderer Versicherer kann trotzdem annehmen.
- Erst anonym anfragen. So kennen Sie das Ergebnis mehrerer Versicherer, bevor Sie einen verbindlichen Antrag stellen.
01 Wie Versicherer Migräne bewerten
Im Netz gilt Migräne mit Aura oft als schwieriger Fall für die private Krankenversicherung. In der Beratungspraxis von Max Eilert zeigt sich ein anderes Bild: Die Versicherer bewerten Migräne und Migräne mit Aura „relativ entspannt“.
„Migräne mit Aura nimmt quasi so gut wie jedes Haus an, hier und da mal mit Risikozuschlag, aber da kommen wir eigentlich fast überall mit rein.“
Worauf es ankommt, zeigt diese Übersicht:
| Ihre Situation | Einschätzung in der regulären Prüfung |
|---|---|
| Anfälle ab und zu, mit oder ohne Aura | Aufnahme, häufig ohne Zuschlag |
| Die letzten Anfälle liegen Jahre zurück | „Eher halb so wild“ |
| Mehrere Anfälle im Jahr | Im Regelfall Aufnahme, vielleicht mit Zuschlag |
| Anfälle etwa einmal pro Woche oder öfter | Schwierig, Entscheidung im Einzelfall |
| Vorbeugende Dauermedikation ab etwa 500 € im Quartal | Bei den meisten Versicherern kritisch |
| Neurologische Diagnose in der Akte, etwa eine Lähmung | Ablehnung möglich, die Versicherer entscheiden unterschiedlich |
Quelle: Beratungspraxis Elbland Finanz, Einschätzungen von Max Eilert, Juli bis September 2026. Orientierung, keine Zusage. Die Entscheidung trifft der Versicherer im Einzelfall.
Eine Liste von Versicherern, die Migräne besonders gut annehmen, gibt es nicht, weil fast alle annehmen. Wie hoch ein Zuschlag ausfällt, legt jeder Versicherer selbst fest. Feste Prozentsätze je Schweregrad gibt es in der Praxis nicht.
02 Migräne-Check: Wie sieht Ihre Ausgangslage aus?
Vier Fragen, die Versicherer bei Migräne interessieren. Die Einschätzung folgt Max Eilerts Erfahrung und ersetzt keine Anfrage.
Wählen Sie zuerst, wie oft Sie Anfälle haben.
Orientierung, keine Zusage. Ihre Eingaben bleiben in Ihrem Browser und werden weder gespeichert noch übertragen.
03 Wann es schwierig wird
Häufige Anfälle
Mehrere Anfälle im Jahr nennt Max Eilert häufig. Auch dann gilt im Regelfall: „vielleicht mal ein Zuschlag häufiger, aber Annahme ohne Probleme“. Richtig schwierig wird es erst in Richtung eines Anfalls pro Woche.
Maßgeblich ist, was Ihre Ärzte dokumentiert haben: wie oft Sie wegen der Migräne in Behandlung waren, welche Medikamente verordnet wurden und ob es Klinikaufenthalte gab. Schauen Sie vor der Voranfrage in Ihre Unterlagen und bereiten Sie auf, was stattfand, wann und mit welchem Ergebnis.
Teure Vorbeugung
Eine Dauermedikation sehen Versicherer immer kritisch, weil sie mit laufenden Kosten rechnen. Bei der Migräne betrifft das vor allem die Vorbeugung. Nach Max Eilerts Erfahrung wird es ab etwa 500 Euro pro Quartal bei den meisten Versicherern gefährlich.
Was Ihre Vorbeugung kostet, steht in keinem Arztbrief. Ihre Krankenkasse teilt Ihnen auf Antrag mit, welche Leistungen sie für Sie bezahlt hat und was sie gekostet haben (§ 305 SGB V). Mit dieser Zahl lässt sich Ihr Fall in der Voranfrage richtig einordnen.
Wie bewerten die Versicherer Ihre Migräne?
Wir fragen Ihren Fall ohne Namensnennung bei mehreren Versicherern parallel an und sagen Ihnen, wer Sie zu welchen Bedingungen nehmen würde.
04 Wenn eine falsche Diagnose in der Akte steht
Ein Fall aus Max Eilerts Praxis: Bei einem Mandanten stand wegen einer Migräne eine halbseitige Lähmung als Krankenhausdiagnose in der Akte. Sie gehörte zu einem Migräneanfall, der Versicherer las eine Lähmung und lehnte ab. Ein anderer Versicherer hat den Mandanten nach einer Wartezeit angenommen.
Die Diagnose selbst ließ sich nicht aus der Welt schaffen. Die Klinik hat sich auf Nachfrage nicht zurückgemeldet, und damit bleibt sie in der Akte.
„Die Diagnose steht. Man hat da in dem Fall nur die Möglichkeit, die entsprechenden Ärzte zu kontaktieren, und dann muss man Glück haben.“
Was Sie in einer solchen Lage tun können:
- Die Akte kennen, bevor Sie anfragen. Lassen Sie sich Arztbriefe und Entlassungsberichte geben und prüfen Sie, welche Diagnosen dort stehen.
- Die behandelnden Ärzte ansprechen. Nur sie können eine Diagnose korrigieren. Planen können Sie damit nicht.
- Die Diagnose trotzdem angeben. Was in der Akte steht, fällt unter die Anzeigepflicht, auch wenn es medizinisch überholt ist.
- Mehrere Versicherer fragen. Dass einer ablehnt und ein anderer annimmt, kommt in unserer Praxis häufig vor. Wie es danach weitergeht, steht in unserem Beitrag zur PKV-Ablehnung.
Steht in Ihrer Akte eine Diagnose, die sich falsch lesen lässt?
Schicken Sie uns, was in Ihren Arztbriefen steht. Wir fragen Ihren Fall bei mehreren Versicherern parallel an, ohne Ihren Namen zu nennen.
05 Was Sie im Antrag angeben müssen
Nach § 19 VVG müssen Sie alles angeben, was ärztlich festgestellt oder behandelt wurde und im Antrag abgefragt wird. Bei Migräne betrifft das zum Beispiel:
- die Diagnose Migräne, mit oder ohne Aura, und die Arztbesuche deswegen,
- verordnete Medikamente, für den Anfall und zur Vorbeugung,
- Krankenhausaufenthalte und Notfallbehandlungen wegen eines Anfalls,
- Untersuchungen wie ein MRT oder eine neurologische Abklärung und deren Befunde.
Eine falsche oder fehlende Angabe kann zum Rücktritt oder zur Anfechtung des Vertrags führen, mit rückwirkendem Verlust des Versicherungsschutzes. Ist Ihnen unklar, was in Ihrer Akte steht, fragen Sie in Ihrer Hausarztpraxis oder bei Ihrer Krankenkasse nach, bevor Sie die Voranfrage stellen.
06 Erst anonym anfragen, dann den Antrag stellen
Ein namentlicher Antrag ist verbindlich, und lehnt der Versicherer ab, haben Sie eine formale Ablehnung. Die anonyme Risikovoranfrage läuft ohne Ihren Namen. Wir schicken Ihre Angaben zu Häufigkeit, Behandlung und Diagnosen an mehrere Versicherer parallel und sehen, wer Sie zu welchen Bedingungen aufnehmen würde.
Das Ergebnis liegt meist nach fünf bis zehn Werktagen vor, und Sie kennen es, bevor Sie einen verbindlichen Antrag stellen. Weil bei Migräne fast alle Versicherer annehmen, zeigt die Voranfrage vor allem, wer Sie ohne Zuschlag nimmt.
07 Beamte: die Öffnungsaktion als Weg
Für Beamtinnen und Beamte gibt es mit der Öffnungsaktion einen Weg, der unabhängig von der Diagnose funktioniert. Die teilnehmenden privaten Krankenversicherer nehmen Sie auf, wenn Ihr Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung eingeht:
- Keine Ablehnung aus gesundheitlichen Gründen.
- Keine Leistungsausschlüsse.
- Risikozuschlag höchstens 30 Prozent. In der Praxis wird er fast immer voll berechnet.
- Die Frist läuft ab der ersten Verbeamtung und öffnet sich nicht noch einmal. Für Beamtenanwärter ist das die Ernennung zum Beamten auf Widerruf.
Weil Migräne regulär meist angenommen wird, oft ohne oder mit kleinem Zuschlag, ist die Öffnungsaktion bei Migräne selten die erste Wahl. Lassen Sie zuerst die reguläre Aufnahme anonym prüfen, die sechs Monate geben dafür Zeit. Die Öffnungsaktion bleibt der Weg für den Fall, dass eine teure Dauermedikation oder eine neurologische Diagnose die reguläre Aufnahme verhindert.
08 Berufsunfähigkeit getrennt prüfen
Für die private Krankenversicherung ist Migräne meist unproblematisch. In der Berufsunfähigkeitsversicherung sieht Max Eilert das anders: Dort macht Migräne Probleme. Wenn Sie beide Versicherungen brauchen, lassen Sie beide getrennt anonym anfragen und stellen Sie keinen der Anträge, bevor beide Ergebnisse vorliegen.
09 Nach einer Ablehnung: vier Wege
Hat ein Versicherer wegen Ihrer Migräne abgelehnt, ist die private Krankenversicherung nicht vom Tisch. Nach einer Ablehnung durch die PKV bleiben diese Wege:
- Ein anderer Versicherer. Über die anonyme Voranfrage, bei mehreren Gesellschaften parallel und ohne Ihren Namen.
- Die Öffnungsaktion, wenn Sie verbeamtet werden oder die sechs Monate seit der ersten Verbeamtung noch laufen.
- Abwarten und später neu anfragen. Im Fall mit der Lähmungsdiagnose war genau das der Weg.
- Gesetzlich bleiben und gezielt ergänzen. Private Zusatzversicherungen schließen Lücken bei Zahn, Krankenhaus oder Chefarzt, sofern ihre eigene Gesundheitsprüfung mitspielt.
Wie Versicherer andere Diagnosen bewerten, zeigt unser Hauptratgeber zur PKV trotz Vorerkrankung.
Schon von einem Versicherer abgelehnt worden?
Wir fragen weitere Gesellschaften anonym an. Das Ergebnis kennen Sie, bevor Sie den nächsten Antrag stellen.
10 Häufig gestellte Fragen
Kann ich mit Migräne in die private Krankenversicherung?
Nehmen private Krankenversicherer Migräne mit Aura an?
Ab wann gilt Migräne für den Versicherer als häufig?
Bekomme ich wegen Migräne einen Risikozuschlag?
Was bedeutet eine teure Vorbeugung für den Antrag?
In meiner Akte steht wegen eines Anfalls eine falsche Diagnose. Was kann ich tun?
Muss ich meine Migräne im Antrag angeben?
Welche Möglichkeiten haben Beamte mit Migräne?
Unser PKV-Maklerpool
11 Termin mit Max buchen oder anonyme Voranfrage starten
Buchen Sie ein kostenfreies Erstgespräch mit Max Eilert oder füllen Sie das Formular für die anonyme Risikovoranfrage aus. Nennen Sie dort, wie oft Sie Anfälle haben, welche Medikamente Sie nehmen und alle weiteren Diagnosen, dann lässt sich Ihre Anfrage gleich richtig einordnen. Ihr Ergebnis bekommen Sie in fünf bis zehn Werktagen, bevor Sie irgendwo einen verbindlichen Antrag stellen.
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Ihre Basics
Stand September 2026. Fachliche Einschätzungen aus der Beratungspraxis Elbland Finanz, keine Rechts- oder Steuerberatung. Die Einschätzungen sind Orientierungswerte und hängen vom Einzelfall sowie vom jeweiligen Versicherer ab. Als Versicherungsmakler nach § 34d GewO werden wir im Erfolgsfall über die Courtage des Versicherers vergütet, das Erstgespräch ist für Sie kostenfrei. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.
