- Ab BMI 30 kommt ein Risikozuschlag. Wie hoch er ausfällt, entscheidet jeder Versicherer selbst. Feste Sätze je BMI-Wert gibt es nicht.
- Zwischen 35 und 40 entscheiden die übrigen Diagnosen. Ohne weitere Erkrankungen lohnt die Prüfung. Mit Bluthochdruck, erhöhtem Cholesterin, Bandscheibenvorfall oder Diabetes ist sie meist aussichtslos.
- Ab BMI 40 ist die Ablehnung der Regelfall, ab 45 gilt man als quasi nicht versicherbar. Sonderkonzepte für hohe BMI-Werte gibt es derzeit nicht.
- Es zählt das Gewicht am Tag des Antrags. Abnehmen vor der Anfrage hilft. Was ein Arzt dokumentiert hat, gehört trotzdem in den Antrag.
- Beamte haben mit der Öffnungsaktion einen eigenen Weg. Alle anderen fragen zuerst anonym bei mehreren Versicherern an und kennen das Ergebnis, bevor sie einen verbindlichen Antrag stellen.
01 Die BMI-Stufen in der privaten Krankenversicherung
Der Body-Mass-Index setzt Ihr Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße: Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Größe in Metern zum Quadrat. Bei 1,80 Meter und 100 Kilogramm sind das 100 geteilt durch 3,24, also ein BMI von 30,9. Der Antrag auf private Krankenversicherung fragt Größe und Gewicht ab.
So ordnet Max Eilert die Werte ein:
| BMI | Einschätzung in der regulären Prüfung |
|---|---|
| unter 30 | Kein Zuschlag wegen des Gewichts |
| 30 bis unter 35 | Aufnahme mit Risikozuschlag |
| 35 bis unter 40 | Aufnahme möglich, wenn keine weiteren Erkrankungen vorliegen; mit weiteren Diagnosen meist aussichtslos |
| 40 bis unter 45 | Höchstwahrscheinlich Ablehnung; offen nur, wenn sonst keinerlei Beschwerden oder Diagnosen vorliegen |
| ab 45 | Quasi nicht versicherbar |
Quelle: Beratungspraxis Elbland Finanz, Einschätzung von Max Eilert, Stand September 2026. Orientierungswerte, keine Zusage. Die Entscheidung trifft der Versicherer im Einzelfall.
Steht in Ihrem Arztbrief „Adipositas Grad I“, „Grad II“ oder „Grad III“: Diese Grade beginnen bei BMI 30, 35 und 40 und fallen damit auf dieselben Grenzen.
Wie hoch der Zuschlag zwischen BMI 30 und 35 ausfällt, legt jeder Versicherer selbst fest. Im Netz stehen Tabellen mit festen Prozentsätzen je BMI-Wert. Solche festen Sätze gibt es in der Praxis nicht. Die Höhe hängt am ganzen Gesundheitsbild, und das zeigt erst eine Anfrage mit Ihren Angaben.
02 BMI-Check: In welche Stufe fallen Sie?
Tragen Sie Ihre Größe und Ihr heutiges Gewicht ein. Der Check rechnet den BMI auf eine Nachkommastelle und zeigt die Stufe aus der Tabelle oben.
Ihr Ergebnis erscheint hier.
Orientierung, keine Zusage. Ihre Eingaben bleiben in Ihrem Browser und werden weder gespeichert noch übertragen.
03 BMI über 40: was im Einzelfall geht
Ab einem BMI von 40 entscheidet allein die reguläre Prüfung der einzelnen Tarife. Sonderkonzepte für hohe BMI-Werte, etwa über einen Gruppentarif, gibt es derzeit nicht.
Ob jemand mit einem BMI von 42 angenommen wird, lässt sich nicht sicher sagen: vielleicht, wenn sonst keine Beschwerden bestehen, mit weiteren Erkrankungen wird es kritisch. Einen BMI ab 45 nennt Max Eilert „quasi unversicherbar“.
Beamte können in den ersten sechs Monaten nach der Verbeamtung die Öffnungsaktion nutzen, dort gibt es keine Ablehnung und höchstens 30 Prozent Zuschlag. Für alle anderen bleiben das Abnehmen mit einer späteren neuen Anfrage oder die gesetzliche Kasse mit Zusatzversicherung. Wie die Versicherer andere Diagnosen bewerten, zeigt unser Hauptratgeber zur PKV trotz Vorerkrankung.
04 Übergewicht plus weitere Diagnosen: das eigentliche Problem
Zwischen BMI 30 und 40 hängt die Entscheidung meist an der Frage, was außer dem Gewicht in der Akte steht. Über Anfragen ab BMI 35 sagt Max Eilert: „Die kommen aber meistens mit Zusatzerkrankungen, da wird es dann düster.“ Diese Kombinationen sehen Versicherer besonders kritisch:
- Bluthochdruck. Entscheidend ist die Medikation. Ein nur diagnostizierter, nicht weiter behandelter Bluthochdruck ist grundsätzlich machbar, mit dauerhafter Medikation wird es schwieriger. Neben einem BMI über 35 ist eine reguläre Aufnahme dann meist aussichtslos.
- Erhöhtes Cholesterin. Erhöhte Werte ohne Medikament sind relativ einfach machbar, mit einem Statin kommt es häufiger zur Ablehnung. Treffen erhöhtes Cholesterin, Bluthochdruck und Übergewicht zusammen, ist eine reguläre Aufnahme praktisch chancenlos.
- Bandscheibenvorfall. Ein hoher BMI zusammen mit einem Bandscheibenvorfall ist eine ungünstige Kombination, führt aber nicht automatisch zur Ablehnung. Entscheidend sind Ausheilung und Beschwerdefreiheit.
- Diabetes. Er wiegt in der Risikoprüfung schwer. Zusammen mit einem Bandscheibenvorfall ist er nach Max' Erfahrung die Diagnose, an der der Antrag scheitert, und neben einem BMI über 35 ist eine reguläre Aufnahme meist aussichtslos.
- Schlafapnoe. Sie ist in der Regel mit Risikozuschlag versicherbar. Übergewicht gehört zu den Punkten, die ihre Bewertung verschärfen.
Für die Voranfrage heißt das: Nennen Sie alle Diagnosen zusammen. Eine Einschätzung, die nur das Gewicht kennt, hilft Ihnen wenig, weil der Versicherer später das ganze Bild bewertet.
Was ergibt Ihr BMI zusammen mit Ihren übrigen Diagnosen?
Wir fragen Ihren Fall ohne Namensnennung bei mehreren Versicherern parallel an und sagen Ihnen, wer Sie zu welchen Bedingungen nehmen würde.
05 Abnehmen vor dem Antrag
Für den Versicherer zählt das Gewicht zum Zeitpunkt des Antrags. Wer vorher deutlich abgenommen hat, hat damit in der Regel kein Problem, eine starke Abnahme in der Zeit davor ist nach Max' Erfahrung „halb so wild“.
„Für den Versicherer zählt tatsächlich nur das Gewicht heute.“
„Erst abnehmen, dann anfragen geht schon grundsätzlich.“
Am meisten bringt das, wenn Sie nahe an einer der Grenzen bei 35 oder 40 liegen. Mit dem niedrigeren Gewicht fragen Sie in einer besseren Stufe an: Zwischen BMI 30 und 35 rechnet der Versicherer wegen des Gewichts einen Zuschlag auf, ab 35 muss zusätzlich alles andere in Ordnung sein.
Wichtiger als eine frühere Abnahme ist, was in Ihrer Krankenakte steht. Hat ein Arzt Ihr Gewicht festgehalten, etwa als Diagnose Adipositas, und wurde das über die Krankenkasse abgerechnet, gehört es zu Ihrer Gesundheitsgeschichte. Solche Einträge sind anzeigepflichtig, wenn sie in den abgefragten Zeitraum fallen, auch wenn Sie heute deutlich weniger wiegen.
06 Was Sie im Antrag angeben müssen
Größe und Gewicht tragen Sie so ein, wie sie am Tag des Antrags sind. Wiegen Sie sich an diesem Tag und übernehmen Sie den Wert, statt ihn aus dem Gedächtnis zu schätzen.
Nach § 19 VVG müssen Sie außerdem alles angeben, was ärztlich diagnostiziert oder behandelt wurde und im Antrag abgefragt wird. Beim Thema Gewicht betrifft das zum Beispiel:
- eine Diagnose Adipositas oder Übergewicht in Arztbriefen oder Abrechnungen,
- verordnete Medikamente, auch solche zum Abnehmen,
- ärztlich veranlasste Ernährungsberatung, Reha oder Operationen wie ein Magenband,
- Befunde, die mit dem Gewicht zusammenhängen können, etwa zu Blutdruck, Blutzucker oder Blutfetten.
Eine falsche oder fehlende Angabe kann zum Rücktritt oder zur Anfechtung des Vertrags führen, mit rückwirkendem Verlust des Versicherungsschutzes. Ist Ihnen unklar, was in Ihrer Akte steht, fragen Sie in Ihrer Hausarztpraxis oder bei Ihrer Krankenkasse nach, bevor Sie die Voranfrage stellen.
Unsicher, wie Ihre Angaben bewertet werden?
Wir bereiten Größe, Gewicht und Befunde für die Versicherer auf und fragen anonym an. Ergebnis in fünf bis zehn Werktagen.
07 Erst anonym anfragen, dann den Antrag stellen
Stellen Sie mit einem BMI über 30 keinen Antrag direkt bei einem Versicherer. Ein namentlicher Antrag ist verbindlich, und lehnt der Versicherer ab, haben Sie eine formale Ablehnung.
Die anonyme Risikovoranfrage läuft ohne Ihren Namen. Wir schicken Ihre Angaben zu Größe, Gewicht und Diagnosen an mehrere Versicherer parallel und sehen, wer Sie zu welchen Bedingungen aufnehmen würde. Das Ergebnis liegt meist nach fünf bis zehn Werktagen vor, und Sie kennen es, bevor Sie einen verbindlichen Antrag stellen. Eine formale Ablehnung riskieren Sie dabei nicht. Dass ein Versicherer ablehnt und ein anderer annimmt, kommt in unserer Praxis häufig vor. Genau deshalb lohnt der Vergleich, bevor ein Name im Spiel ist.
08 Beamte: die Öffnungsaktion als Weg
Für Beamtinnen und Beamte gibt es mit der Öffnungsaktion einen Weg, der unabhängig vom BMI funktioniert. Die teilnehmenden privaten Krankenversicherer nehmen Sie auf, wenn Ihr Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung eingeht:
- Keine Ablehnung aus gesundheitlichen Gründen, auch bei einem BMI über 45.
- Keine Leistungsausschlüsse.
- Risikozuschlag höchstens 30 Prozent. In der Praxis wird er fast immer voll berechnet.
- Die Frist läuft ab der ersten Verbeamtung und öffnet sich nicht noch einmal. Für Beamtenanwärter ist das die Ernennung zum Beamten auf Widerruf.
Die Aufnahmegarantie gilt für den beihilfekonformen Haupttarif. Ergänzungstarife mit Chefarzt oder Einbettzimmer prüft der Versicherer normal. Wer schon privat versichert war oder die pauschale Beihilfe bezieht, kann die Öffnungsaktion nicht nutzen.
Liegt Ihr BMI zwischen 30 und 35 und steht sonst nichts in der Akte, lassen Sie zuerst die reguläre Aufnahme anonym prüfen, die sechs Monate geben dafür Zeit. Ab BMI 40 ist die Öffnungsaktion für Beamte meist der einzige Weg in die private Krankenversicherung.
Reguläre Aufnahme oder Öffnungsaktion?
Wir prüfen anonym, ob ein Versicherer Sie regulär nimmt, und sagen Ihnen, ob die Öffnungsaktion für Sie der bessere Weg ist, bevor die Frist knapp wird.
09 Nach einer Ablehnung: vier Wege
Hat ein Versicherer abgelehnt, ist die private Krankenversicherung nicht automatisch vom Tisch. Nach einer PKV-Ablehnung bleiben diese Wege:
- Ein anderer Versicherer. Über die anonyme Voranfrage, bei mehreren Gesellschaften parallel und ohne Ihren Namen.
- Die Öffnungsaktion, wenn Sie verbeamtet werden oder die sechs Monate seit der ersten Verbeamtung noch laufen.
- Abnehmen und später neu anfragen. Mit niedrigerem Gewicht fällt die Einschätzung anders aus.
- Gesetzlich bleiben und gezielt ergänzen. Private Zusatzversicherungen schließen Lücken bei Zahn, Krankenhaus oder Chefarzt, sofern ihre eigene Gesundheitsprüfung mitspielt.
10 Häufig gestellte Fragen
Ab welchem BMI verlangt die private Krankenversicherung einen Risikozuschlag?
Komme ich mit einem BMI zwischen 35 und 40 in die PKV?
Was gilt ab einem BMI von 40?
Zählt für den Versicherer mein heutiges Gewicht oder mein früheres?
Lohnt es sich, vor dem Antrag abzunehmen?
Muss ich mein Übergewicht im Antrag angeben?
Welche Möglichkeiten haben Beamte mit Übergewicht?
Was passiert, wenn mich ein Versicherer wegen meines Gewichts ablehnt?
Unser PKV-Maklerpool
11 Termin mit Max buchen oder anonyme Voranfrage starten
Buchen Sie ein kostenfreies Erstgespräch mit Max Eilert oder füllen Sie das Formular für die anonyme Risikovoranfrage aus. Kreuzen Sie dort Ihren BMI-Bereich an und nennen Sie alle weiteren Diagnosen, dann lässt sich Ihre Anfrage gleich richtig einordnen. Ihr Ergebnis bekommen Sie in fünf bis zehn Werktagen, bevor Sie irgendwo einen verbindlichen Antrag stellen.
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Ihre Basics
Stand September 2026. Fachliche Einschätzungen aus der Beratungspraxis Elbland Finanz, keine Rechts- oder Steuerberatung. Die BMI-Stufen sind Orientierungswerte und hängen vom Einzelfall sowie vom jeweiligen Versicherer ab. Als Versicherungsmakler nach § 34d GewO werden wir im Erfolgsfall über die Courtage des Versicherers vergütet, das Erstgespräch ist für Sie kostenfrei. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.
