Aktualisiert PKV-Beratung

Anonyme Risikovoranfrage PKV: Ablauf, Dauer + Kosten 2026

Mit einer anonymen Risikovoranfrage prüfen wir für Sie ohne Namensnennung, welche private Krankenversicherung Sie trotz Vorerkrankungen aufnimmt und zu welchen Konditionen. So erhalten Sie Klarheit vor dem offiziellen Antrag, ohne dass ein Versicherer einen Vorgang unter Ihrem Namen führt. Hier finden Sie Ablauf, Dauer (typisch 5–10 Werktage), Kosten (für Sie kostenfrei) und welche Diagnosen welche Annahme-Aussichten haben.

anonym kostenfrei ohne Antrag
Auswertung liegt vorStandardfall 3 bis 7 Werktage 5–10 Werktage
Anonym anfragbarvon 29 Gesellschaften im Bestand 24
Für Sie als MandantVergütung über die Courtage kostenfrei
Das Wichtigste in Kürze

Eine anonyme Risikovoranfrage ermöglicht die unverbindliche, namensfreie Vorab-Prüfung Ihrer Versicherbarkeit. Kein Versicherer führt dabei einen Vorgang unter Ihrem Namen, und für Sie als Mandant ist sie kostenfrei. Die Bearbeitung dauert im Schnitt 5–10 Werktage. Nicht jeder PKV-Versicherer akzeptiert anonyme Voranfragen. Typischerweise akzeptieren Continentale, Hallesche Krankenversicherung, AXA, Allianz, Alte Oldenburger, Signal Iduna und DKV. Sie lohnt sich besonders bei Vorerkrankungen, nach einer Ablehnung oder vor einem Anbieterwechsel.

01 Was ist eine anonyme Risikovoranfrage in der privaten Krankenversicherung (PKV)?

Die anonyme Risikovoranfrage ist eine vorgeschaltete, unverbindliche Prüfung Ihrer Versicherbarkeit. Anders als beim regulären Antrag übermitteln wir Ihre personenbezogenen Daten (Name, Adresse, exaktes Geburtsdatum) nicht an die Versicherer. Wir nennen lediglich Geburtsjahr, Beruf, die gewünschte Tarifklasse und Ihre Gesundheitshistorie.

Der entscheidende Vorteil: Kein Versicherer führt einen Vorgang unter Ihrem Namen, und Sie haben keinen verbindlichen Antrag gestellt. Da die Versicherer den Vorgang ohne Personenbezug nicht zuordnen können, bleibt eine Absage in der Voranfrage ohne Folgen für Ihren späteren Antrag.

Den regulären PKV-Antrag stellen Sie erst danach, und zwar gezielt bei dem Versicherer, der Sie zu den besten Konditionen aufnimmt. Gestellt wird die Voranfrage üblicherweise von einem Versicherungsmakler, der auf Anträge trotz Vorerkrankungen spezialisiert ist; die meisten Versicherer akzeptieren anonyme Anfragen nur über Vertriebspartner, nicht direkt vom Endkunden.

HIS
Hinweis- und Informationssystem der Versicherer. Laut Gesamtverband der Versicherer für alle Sparten gedacht außer der privaten Krankenversicherung, in der Berufsunfähigkeitsversicherung aber relevant.
Akten des Versicherers
Jeder Versicherer hält Anträge und seine Entscheidung in den eigenen Unterlagen fest.
Anonyme Voranfrage
Prüfung der Versicherbarkeit ohne Personenbezug. Kein Versicherer führt dazu einen Vorgang unter Ihrem Namen.

02 Wann lohnt sich eine anonyme Voranfrage?

In diesen vier Konstellationen macht die anonyme Voranfrage den entscheidenden Unterschied:

  1. Bei Vorerkrankungen: chronische Erkrankungen, psychische Diagnosen, Übergewicht, frühere Operationen. Detail-Ratgeber: PKV mit Vorerkrankung.
  2. Nach einer Ablehnung: Ein anderer Versicherer kann anders entscheiden. Welche Wege nach einer PKV-Ablehnung bleiben, klärt die Voranfrage, bevor Sie den nächsten Antrag stellen.
  3. Vor dem ersten Wechsel in die PKV: Tarifsuche ohne Risiko, falls die Wunsch-Gesellschaft Sie nicht annimmt.
  4. Beim Wechsel zu einem anderen PKV-Anbieter: Der Tarifwechsel innerhalb der gleichen Gesellschaft (§ 204 VVG) ist ohne Risikoprüfung; ein echter Anbieterwechsel braucht eine neue.

Für Antragsteller ohne Vorerkrankungen ist eine Voranfrage meist nicht nötig, der Direktantrag funktioniert ähnlich gut. Sie wird erst zum Mehrwert, sobald der erste Versicherer Bedenken haben könnte. Eine negative Schufa ist keine Gesundheitsfrage, wird von vielen Versicherern vor der Annahme aber ebenfalls geprüft. Welche Wege dann bleiben, steht im Ratgeber PKV trotz negativer Schufa.

03 So läuft die anonyme Risikovoranfrage ab

Vier Schritte vom Erstkontakt bis zur Versicherer-Empfehlung:

1. Erfassung der Gesundheitsdaten

Wir erfassen gemeinsam alle relevanten medizinischen Informationen: Diagnosen, Krankenhausaufenthalte, Medikamente, abgeschlossene Therapien und Reha-Berichte. Die Abfragezeiträume entsprechen denen des späteren Antrags: ambulant 3 Jahre, stationär 5–10 Jahre, psychische Behandlungen bis zu 10 Jahre, Medikamente 1–3 Jahre.

2. Aufbereitung durch den Makler

Wir formulieren die anonyme PKV-Voranfrage sachlich und vollständig. Hintergrund-Informationen wie abgeschlossene Therapien mit aktueller Beschwerdefreiheit oder Reha-Verläufe ergänzen wir gezielt, weil sie die Annahme oft erleichtern. Personenbezogene Daten werden anonymisiert.

3. Anonymisierte Anfrage bei Versicherern

Wir senden die Anfrage parallel an mehrere Versicherer. Welche Anbieter angefragt werden, hängt von Ihrer Diagnose, Ihrem Beruf und Ihrer Tarif-Präferenz ab. Nicht alle PKV-Versicherer akzeptieren anonyme Voranfragen (siehe weiter unten).

4. Auswertung der Rückmeldungen

Die Risikoprüfer der Versicherer prüfen anhand ihrer Annahmerichtlinien und melden eines von vier Ergebnissen:

  • Annahme ohne Einschränkungen: Der Wunsch-Tarif ist für Sie verfügbar
  • Annahme mit Risikozuschlag: meist 10–50 % auf den Beitrag
  • Zurückstellung: Der Versicherer entscheidet noch nicht und prüft erneut, wenn Sie eine Zeit lang beschwerdefrei waren, etwa sechs Monate
  • Ablehnung: Der Versicherer schließt die Aufnahme aus

Was eine Zusage aus der Voranfrage bedeutet

Eine Zusage in der Voranfrage ist die Einschätzung des Risikoprüfers auf Grundlage der Angaben, die wir eingereicht haben. Eine Annahme ist sie noch nicht. Verbindlich wird erst der Antrag: Darin beantworten Sie die Gesundheitsfragen unter Ihrem Namen, und der Versicherer prüft noch einmal.

Die Angaben im Antrag müssen deshalb zu denen der Voranfrage passen. Kommt zwischen Voranfrage und Antrag eine Behandlung hinzu, gehört sie in den Antrag, und der Versicherer bewertet den Fall neu.

Auch bei gleichen Angaben kann der Versicherer den Antrag anders sehen. In einem Fall aus unserer Praxis sagte ein Versicherer in der Voranfrage zu und lehnte nach dem Antrag ab, weil er eine Creme gegen Vitiligo für ein Biologikum hielt. Wir haben belegt, dass sie keines ist. Danach wurde der Kunde angenommen.

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Ihre Basics

04 Welche Unterlagen Sie für die Voranfrage brauchen

Die Risikoprüfer entscheiden nach dem, was in Ihren Unterlagen steht. Für die Voranfrage brauchen wir deshalb die Befunde Ihrer Ärzte und einen Überblick, was Ihre Krankenkasse abgerechnet hat. Welche Unterlagen im Einzelnen zählen, hängt von der Diagnose ab:

  • Rücken und Gelenke: MRT-Kontrollen, hausärztliche und orthopädische Untersuchungen, nach einem operierten und ausgeheilten Bandscheibenvorfall auch der OP-Bericht, dazu Angaben zu Physiotherapie, Krankengymnastik und Rehasport.
  • Psychotherapie: der Abschlussbericht Ihrer Therapeutin oder Ihres Therapeuten. Damit die Voranfrage gut läuft, muss es diesen Bericht geben, und es muss etwas zum Verlauf darin stehen.
  • Krankenhaus und Reha: Entlassbriefe und Reha-Berichte.
  • Medikamente: was Sie nehmen oder genommen haben, mit Dosierung und Zeitraum.

An die Versicherer gehen die Unterlagen nicht unverändert. Wir bereiten jeden Befund auf: was stattgefunden hat, wann, wie lange und mit welchem Ergebnis.

So fordern Sie Patientenakte und Leistungsauszug Ihrer Krankenkasse an

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt muss Ihnen auf Verlangen unverzüglich Einsicht in Ihre vollständige Behandlungsakte geben. Sie können auch Abschriften verlangen, auf Wunsch elektronisch, und die erste Abschrift ist kostenlos (§ 630g Abs. 1 BGB). Ein formloses Schreiben an die Praxis genügt.

Ihre gesetzliche Krankenkasse teilt Ihnen auf Antrag mit, welche Leistungen Sie in Anspruch genommen haben und was sie gekostet haben (§ 305 Abs. 1 SGB V). In dieser Auskunft stehen auch die Diagnosen, die Ihre Ärzte bei der Abrechnung übermittelt haben. Das hilft, wenn Sie nicht mehr wissen, was in welcher Praxis notiert wurde. Wer die elektronische Patientenakte seiner Kasse nutzt, sieht die abgerechneten Leistungen auch dort.

Fordern Sie Unterlagen an, solange die Behandlung läuft. Wechselt eine Therapeutin die Praxis oder zieht ein Arzt um, kommen Sie oft nur noch schwer an die Akte. Nach probatorischen Sitzungen, den ersten Probestunden einer Psychotherapie, bekommen viele gar keinen Bericht. Was dort abgerechnet wurde, zeigt die Auskunft der Krankenkasse.

Wenn in Ihrer Akte eine Diagnose steht, die so nicht stimmt

In Akten steht manchmal mehr, als behandelt wurde. Bei einem 36-jährigen Sanitärmeister hatte der Arzt eine Arthrose notiert, obwohl er beschwerdefrei war. Mehrere Versicherer lehnten zunächst wegen dieser Diagnose ab.

Eine Diagnose bleibt in der Akte, bis die Ärztin oder der Arzt sie selbst korrigiert. Ob das geschieht, entscheidet die Praxis. Liegt ein ärztlicher Nachweis vor, dass eine Diagnose falsch ist, muss Ihre Krankenkasse sie auf Ihren Antrag in ihrer Auskunft und in der elektronischen Patientenakte berichtigt verwenden und innerhalb von vier Wochen darüber entscheiden (§ 305 Abs. 1 SGB V).

Weglassen dürfen Sie eine solche Diagnose im Antrag trotzdem nicht, denn alles, was ärztlich behandelt wurde, gehört hinein. In der Voranfrage legen wir neben der Diagnose dar, was tatsächlich behandelt wurde und wie der Verlauf war. Versicherer ordnen denselben Befund unterschiedlich ein: Wo einer ablehnt, sagt ein anderer manchmal zu.

05 Wie lange dauert eine anonyme Risikovoranfrage?

Die fertige Auswertung einer anonymen PKV-Risikovoranfrage liegt in der Regel nach 5 bis 10 Werktagen vor. Standardfälle gehen oft schneller (3–7 Werktage), komplexe Fälle mit vielen Diagnosen oder Rückfragen der Risikoprüfer können bis zu 14 Werktage beanspruchen.

Typischer Zeitverlauf:

  • Tag 1: Erfassung Ihrer Gesundheitsdaten und Befundberichte
  • Tag 2–3: Aufbereitung der Voranfrage durch den Makler
  • Tag 4–8: Prüfung durch die Risikoprüfer der Versicherer (Standard 2–4 Werktage, komplex bis 5 Werktage)
  • Tag 9–10: Auswertung und Empfehlung an Sie

Beschleunigend wirken: vollständige Befundberichte gleich beim Erstkontakt, abgeschlossene Therapien mit aktueller Beschwerdefreiheit und klar dokumentierte Diagnosen.

Verlängernd wirken: Rückfragen der Risikoprüfer, parallel laufende Behandlungen, sehr seltene Diagnosen oder Anfragen über Urlaubs- und Feiertagszeiten.

In Eilfällen, etwa kurz vor Ablauf der Versicherungspflichtgrenze zum Jahreswechsel, sprechen wir die Anfrage telefonisch vor und können auf 3–5 Werktage verkürzen.

Voranfrage

Mit vollständigen Befunden geht es schneller

Legen Sie Befundberichte und Ihre Medikamentenliste bereit und starten Sie die Voranfrage. Max Eilert meldet sich innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen.

06 Was kostet eine anonyme Risikovoranfrage?

Für Sie als Mandant ist die anonyme Risikovoranfrage kostenfrei. Wir berechnen weder Honorar noch Aufwandspauschale, auch dann nicht, wenn am Ende kein Vertragsabschluss zustande kommt.

Wie wir als Makler vergütet werden

Unsere Vergütung erfolgt ausschließlich über die Courtage des Versicherers, bei dem Sie später tatsächlich abschließen. Lehnen alle Gesellschaften ab oder entscheiden Sie sich gegen den Abschluss, entstehen Ihnen keine Kosten.

Was das für Sie bedeutet

  • Keine Vorab-Gebühr, keine versteckten Kosten, keine Bearbeitungsgebühr beim Versicherer.
  • Unsere Empfehlung ist unabhängig von der konkreten Courtage-Höhe. Maßgeblich ist, welcher Tarif für Ihre Gesundheits- und Lebenssituation leistungsseitig und beitragsseitig am besten passt.

Abgrenzung zur Honorarberatung

Honorarberater verlangen typischerweise 150–500 Euro pro Stunde und verzichten dafür auf die Courtage. Wir arbeiten bewusst auf Courtage-Basis, weil so auch Mandanten mit kleinerem Beratungsbudget Zugang zu einer fundierten anonymen Voranfrage haben.

07 Typische Diagnosen und ihre Bewertung in der PKV

Jeder Versicherer bewertet Vorerkrankungen anders, die Bandbreite reicht von Annahme ohne Einschränkungen bis zur Ablehnung. Die folgende Übersicht zeigt branchenübliche Tendenzen aus unserer Beratungspraxis und ist kein Versprechen für Ihren Einzelfall. Was im konkreten Fall gilt, klärt die anonyme Voranfrage.

Diagnose Praxis-Bewertung
Diabetes Typ 1Praktisch immer Ablehnung (lebenslange Insulinpflicht und Folgekosten)
Diabetes Typ 2 (auch ohne Insulin, ohne Folgeschäden)Praktisch immer Ablehnung
ADHS (mit oder ohne Medikation)Bei laufender Behandlung Ablehnung, eine Aufnahme mit Leistungsausschluss gibt es nicht. Nach mindestens drei, besser fünf Jahren ohne Behandlung und Beschwerden ist eine Annahme mit Zuschlag möglich
ADHS + Komorbidität (Depression / Angst / Sucht)Praktisch immer Ablehnung
Depression abgeschlossen, ärztliche BeschwerdefreiheitAnnahme mit Zuschlag möglich. Dafür braucht es mindestens drei, besser fünf Jahre ohne Behandlung und Beschwerden
Schilddrüsen-Erkrankungen (Hashimoto, Unterfunktion)Meist Annahme mit kleinem Zuschlag bei stabiler Medikation
Leichtes Asthma (saisonal / belastungsabhängig)Zuschlag 15–40 %
Schweres Asthma (Anfälle, Hospitalisierung, Dauermedikation)Häufig Ablehnung
Übergewicht bis BMI 30In der Regel kein Zuschlag wegen des Gewichts
BMI 30–35 (Adipositas Grad I)Risikozuschlag, Höhe je nach weiteren Vorerkrankungen
BMI 35–40 (Adipositas Grad II)Nur ohne weitere Erkrankungen Chancen, sonst meist Ablehnung
BMI über 40 (Adipositas Grad III)Sehr wahrscheinlich Ablehnung, ab BMI 45 praktisch nicht versicherbar

Die Bewertungen sind branchenübliche Tendenzen aus unserer Beratungspraxis. Die individuelle Annahme hängt vom Verlauf, der aktuellen Medikation, dem Beruf und vom Versicherer ab.

Aus unserer Beratungspraxis

Mandant 33 Jahre, einmalige Anpassungsstörung nach familiären Streitigkeiten, behandelt durch eine Psychologin. Auf Nachfrage zur abschließenden Bewertung kam von der Psychologin keine Rückmeldung mehr. Wir haben den Fall anonym bei sechs Versicherern eingereicht. Vier haben abgelehnt, zwei haben eine Zusage ohne Erschwernisse erteilt. Mit namentlichen Anträgen hätte der Mandant vier Ablehnungen unter seinem Namen gesammelt, bevor er auf die zwei Zusagen gestoßen wäre. Diesen Umweg hat die anonyme Voranfrage erspart.

08 Anzeigepflicht: Was passiert bei Falschangaben?

Vor Vertragsabschluss fragt der private Krankenversicherer Ihre Gesundheitshistorie umfangreich ab. Das nennt sich vorvertragliche Anzeigepflicht (§ 19 VVG): Sie sind verpflichtet, alle gefahrerheblichen Umstände, nach denen der Versicherer fragt, wahrheitsgemäß anzugeben.

Abfragezeiträume: typische Praxis

  • Ambulante Arztbesuche: 3 Jahre
  • Stationäre Aufenthalte: 5–10 Jahre
  • Psychische Behandlungen: bis zu 10 Jahre
  • Medikamente: 1–3 Jahre oder aktuell
  • Sonderfälle: Einzelne Gesellschaften fragen unbegrenzt nach unbehandelten Beschwerden oder bestehenden Krankheiten und greifen damit weiter zurück als der Branchenstandard.

Folgen einer Anzeigepflichtverletzung

Die Rechtsfolgen ergeben sich aus § 19 VVG; die Fristen aus § 21 Abs. 3 VVG (jeweils gerechnet ab Vertragsschluss).

Fall Folge
Einfache FahrlässigkeitKein Rücktritt; ggf. Vertragsanpassung mit Wirkung für die Zukunft (§ 19 Abs. 4 VVG)
Grobe FahrlässigkeitRücktritt oder Anpassung innerhalb von 5 Jahren
Vorsatz (nicht arglistig)Rücktritt innerhalb von 10 Jahren (§ 21 Abs. 3 S. 2 VVG)
Arglistige TäuschungAnfechtung innerhalb von einem Jahr ab Kenntnis, längstens 10 Jahre ab Vertragsschluss (§ 124 BGB i. V. m. § 21 Abs. 3 VVG). Vertrag rückwirkend nichtig, Versicherungsleistungen sind rückforderbar; Prämien werden bilateral abgerechnet

Gibt es eine Ablehnungsdatei?

Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS) ist eine branchenweite Datenbank für auffällige Schadensfälle und erhöhte Risiken. Laut Gesamtverband der Versicherer ist es für alle Sparten gedacht außer der privaten Krankenversicherung. In der Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung spielt es eine Rolle, in der PKV nicht. Eine branchenweite Ablehnungsdatei gibt es für die PKV damit nicht. Jeder Versicherer hält Anträge und seine Entscheidung aber in den eigenen Unterlagen fest.

Bei der anonymen Voranfrage führt kein Versicherer einen Vorgang unter Ihrem Namen, weil er ohne Personenbezug nichts zuordnen kann. Erst der reguläre Antrag mit Klarnamen landet in seinen Akten, daher der Sinn der Voranfrage.

Wer wissen will, ob über ihn im HIS etwas gespeichert ist, etwa aus einem Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung, kann beim HIS-Betreiber Besurance HIS GmbH einmal jährlich eine kostenlose Selbstauskunft anfordern (DSGVO-Auskunftsrecht). Hinweis: Das HIS wurde bis 30.09.2025 von der informa HIS GmbH betrieben, seit 01.10.2025 ist Besurance HIS GmbH der zuständige Auskunftsdienst. Eine Übersicht zur Voranfrage aus Verbrauchersicht bietet die Verbraucherzentrale.

Wenn alle Versicherer in der Voranfrage ablehnen und keine Versicherbarkeit besteht, bleibt als gesetzliche Notlösung der Basistarif (§ 193 Abs. 5 VVG i. V. m. § 152 VAG, Kontrahierungszwang aller PKV-Versicherer) oder ein Verbleib in der GKV (sofern möglich).

09 Welche Versicherer akzeptieren anonyme Voranfragen?

In Deutschland gibt es 34 private Krankenversicherer. 29 davon haben wir in unserem Bestand. Fünf gehören gar nicht erst zum Bestand (Ausschließlichkeits- und Direktvertriebe). Von den 29 im Bestand lehnen weitere fünf anonyme Voranfragen grundsätzlich ab. Bleiben 24 Gesellschaften, die wir für Sie anonym anfragen können. Beide Einschränkungen erklären wir gleich darunter.

Unser PKV-Maklerpool

Allianz
Alte Oldenburger
ARAG
AXA
Barmenia
Concordia
Continentale
DEVK
DFV Deutsche Familienversicherung
Die Bayerische
DKV Deutsche Krankenversicherung
ENVIVAS
ERGO Direkt
Gothaer
Hallesche
HanseMerkur
INTER
LKH Landeskrankenhilfe
Mecklenburgische
Münchener Verein
Nürnberger
R+V
SDK Süddeutsche Krankenversicherung
Signal Iduna
UKV Union Krankenversicherung
uniVersa
Versicherungskammer Bayern
vigo Krankenversicherung
Württembergische

Welche dieser Gesellschaften wir konkret für Ihre Voranfrage anschreiben, hängt von Ihrem Einzelfall ab. Die Auswahlkriterien stehen weiter unten.

Warum Versicherer mit reinem Vertreter- oder Direktvertrieb nicht in unserem Bestand sind

Manche Versicherer vertreiben ihre PKV-Tarife ausschließlich über eigene Vertreter (sogenannte Ausschließlichkeitsvertriebe) oder im Direktvertrieb, nicht über unabhängige Makler. Über diesen Weg bekommen Sie keinen anbieterübergreifenden, unabhängigen Vergleich. Eine Anfrage über deren Vertreter würde zwar formal anonym laufen, der Vertreter gilt aber nach § 70 VVG rechtlich als „Auge und Ohr des Versicherers". Sobald Sie dort vorstellig werden, gilt die Kenntnis Ihres Gesundheitszustands automatisch dem Versicherer zugerechnet, und der Personenbezug ist hergestellt. Echte Anonymität ist über diesen Weg daher nicht erreichbar. Wir konzentrieren die Voranfrage deshalb auf Anbieter mit Maklervertriebsweg, bei denen sowohl der unabhängige Vergleich als auch die Anonymität rechtlich Bestand haben.

Welche Versicherer im Bestand keine anonymen Voranfragen akzeptieren

Fünf Gesellschaften aus unserem Bestand lehnen anonyme Vorgänge grundsätzlich ab und setzen stattdessen einen Klarnamen-Antrag mit vollständiger Gesundheitserklärung voraus. Die Gründe sind unterschiedlich (Direktvertriebs-Marken ohne klassische Risikoprüfung für anonyme Vorgänge, andere Vertriebsmodelle, kleinere Spezialanbieter mit eingeschränkter Bearbeitung anonymer Vorgänge), das Ergebnis ist dasselbe: für die anonyme Voranfrage stehen diese fünf nicht zur Verfügung. Für Sie als Mandant bedeutet das: wir wählen aus dem Bestand gezielt die 24 Gesellschaften aus, die in der Praxis eine echte anonyme Bewertung Ihres Falls anbieten. Die anderen fallen für die Voranfrage automatisch aus, ohne dass Ihre Daten je dorthin gegangen sind.

Auswahlkriterien für die Versicherer-Anfrage

Welche Versicherer für Sie angefragt werden, hängt ab von:

  • Ihrer Diagnose (manche Versicherer sind bei Schilddrüsen-Themen kulanter, andere bei Asthma)
  • Ihrem Beruf (z. B. Beihilfe-relevante Tarife für Beamte)
  • Ihrer Tarif-Präferenz (Komfort-Tarife vs. Einsteiger-Tarife)
  • regionaler Verfügbarkeit der Anbieter

In unserer Beratungspraxis fragen wir typischerweise 4–8 Versicherer parallel an, abgestimmt auf Ihren Fall.

Auch Rückstellungen hinterlassen Spuren

Mandant 30 Jahre, manuelle Therapie wegen unspezifischer Rückenschmerzen, kein chronischer Befund, keine Bandscheibenschäden. Wir haben fünf Versicherer parallel angefragt: drei haben eine Zusage erteilt, zwei haben den Vorgang sechs Monate zurückgestellt mit dem Hinweis auf Beschwerdefreiheit zur erneuten Anfrage. Bei Klarnamen-Anträgen stünden die zwei Rückstellungen jetzt unter seinem Namen in den Akten dieser Versicherer. Die Voranfrage hat dem Mandanten den Weg zu drei sofort möglichen Tarifen geöffnet, ohne diesen Aktenballast.

Auswahl

Welche Gesellschaften kommen für Sie in Frage?

Das hängt von Diagnose, Beruf und Tarifwunsch ab. Wir wählen die passenden Versicherer aus und fragen sie parallel an, ohne Ihren Namen zu nennen.

10 Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was kostet eine anonyme Risikovoranfrage?
Für Sie als Mandant ist sie kostenfrei. Unsere Vergütung erfolgt über die Courtage des Versicherers, bei dem Sie später abschließen. Lehnen alle Versicherer ab oder schließen Sie keinen Vertrag, entstehen für Sie keine Kosten.
Wie lange dauert eine anonyme Risikovoranfrage?
Im Schnitt 5 bis 10 Werktage. Standardfälle gehen oft in 3 bis 7 Werktagen, komplexe Fälle mit vielen Diagnosen können bis zu 14 Werktage benötigen. In Eilfällen sprechen wir telefonisch vor und kommen auf 3 bis 5 Werktage.
Wer stellt die Risikovoranfrage: ich oder mein Makler?
In der Regel der Makler. Die meisten PKV-Versicherer akzeptieren anonyme Voranfragen nur über Vertriebspartner mit Maklervertrag. Sie als Endkunde liefern uns die Gesundheitsdaten, wir formulieren die Anfrage und kommunizieren mit den Versicherern.
Was unterscheidet eine anonyme von einer normalen Risikovoranfrage?
Bei der normalen Voranfrage geht Ihr Name mit. Der Versicherer führt den Vorgang samt seiner Entscheidung unter Ihrem Namen. Bei der anonymen Voranfrage bleibt Ihr Name draußen. Der Versicherer kann den Vorgang nicht zu Ihnen zuordnen.
Welche Daten und Unterlagen brauche ich für eine Risikovoranfrage?
Diagnosen und Behandlungen aus den Zeiträumen, nach denen die Versicherer fragen: ambulant 3 Jahre, stationär 5 bis 10 Jahre, psychische Behandlungen bis zu 10 Jahre. Dazu Medikamenten-Liste, Krankenhausaufenthalte, abgeschlossene Therapien und Reha-Berichte, außerdem Beruf, Geburtsjahr, Bundesland und Wunsch-Tarifklasse. Als Unterlagen helfen Befunde und Arztbriefe aus Ihrer Patientenakte und die Auskunft Ihrer Krankenkasse über abgerechnete Leistungen.
Wie viele Versicherer können gleichzeitig angefragt werden?
In der Praxis 4 bis 8 Versicherer parallel. Mehr ist möglich, lohnt sich aber selten. Wir wählen vorab die Versicherer aus, die für Ihre Diagnose und Ihren Beruf realistisch sind.
Speichert der Versicherer eine anonyme Voranfrage unter meinem Namen?
Nein. Da die Versicherer keine personenbezogenen Daten erhalten, können sie den Vorgang nicht zuordnen. Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS) spielt für die private Krankenversicherung ohnehin keine Rolle, es ist laut Gesamtverband der Versicherer für alle anderen Sparten gedacht.
Was passiert, wenn alle Versicherer in der Voranfrage ablehnen?
Dann liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schwere Vorerkrankung vor (z. B. Diabetes Typ 1, schweres Asthma, Adipositas Grad III). Optionen sind dann: Basistarif als gesetzliche Notlösung (§ 193 Abs. 5 VVG i. V. m. § 152 VAG, Kontrahierungszwang aller PKV-Versicherer), Wartezeit nach Therapieabschluss oder Verbleib in der GKV (sofern möglich). Wir beraten Sie zu der für Ihre Situation passenden Absicherung.
Kann ich nach der Voranfrage trotzdem einen offiziellen Antrag stellen?
Ja, das ist der Normalfall. Nach Auswertung der Voranfrage stellen Sie den offiziellen Antrag bei dem Versicherer, der Sie zu den besten Konditionen aufnimmt.
Hilft eine Voranfrage auch beim PKV-Tarifwechsel innerhalb derselben Gesellschaft?
Beim internen Tarifwechsel (§ 204 VVG) nicht, denn dort gibt es keine erneute Risikoprüfung. Bei einem Anbieterwechsel (Wechsel zu einer anderen PKV) ist die Voranfrage Pflicht-Werkzeug.
Was kostet ein Risikozuschlag in der PKV typischerweise?
Der Risikozuschlag liegt in der Regel zwischen 10 und 50 Prozent auf den Grundbeitrag. Wegen des Gewichts gibt es unter BMI 30 in der Regel keinen Zuschlag, ab BMI 30 einen Risikozuschlag. Bei Asthma 15–40 Prozent. Die exakte Höhe entscheidet der Versicherer auf Basis Ihrer konkreten Diagnose und Verlaufsdaten und unterscheidet sich zwischen den Gesellschaften erheblich. Bei einigen Diagnosen wie ADHS oder Diabetes Typ 1 und 2 ist statt eines Zuschlags allerdings die Ablehnung der Regelfall.
Was passiert, wenn ich Vorerkrankungen verschweige und der Versicherer es später erfährt?
Das ist eine Anzeigepflichtverletzung nach § 19 VVG. Bei einfacher Fahrlässigkeit ist Rücktritt ausgeschlossen; bei grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer innerhalb von 5 Jahren ab Vertragsschluss anpassen oder zurücktreten. Bei Vorsatz (auch nicht-arglistig) gilt eine Frist von 10 Jahren. Bei arglistiger Täuschung kann der Versicherer den Vertrag anfechten, und zwar innerhalb von einem Jahr ab Kenntnis, längstens 10 Jahre ab Vertragsschluss (§ 21 Abs. 3 VVG i. V. m. § 124 BGB). Folge der Anfechtung: Vertrag rückwirkend nichtig, Versicherungsleistungen rückforderbar; gezahlte Prämien werden bilateral abgerechnet. Ehrlichkeit im Antrag ist also nicht nur Pflicht, sondern wirtschaftliches Eigeninteresse.

11 Termin mit Max buchen oder anonyme Voranfrage starten

Bei konkreten Diagnosen oder vor einem PKV-Wechsel ist die Vorab-Klärung der sicherste Weg, bevor Sie sich auf einen Versicherer festlegen. Zwei Wege, einer reicht: Termin direkt mit Max Eilert buchen oder anonyme Voranfrage ausfüllen. Auswertung in 5 bis 10 Werktagen, ohne verbindlichen Antrag, kostenfrei.

Max Eilert, Geschäftsführer Elbland Finanz
Geschäftsführer Elbland Finanz · Versicherungsmakler IHK

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