Aktualisiert PKV bei Vorerkrankungen

PKV trotz Rheuma

Wir sagen es Ihnen gleich zu Beginn, damit Sie keine Zeit verlieren: Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew oder Psoriasis-Arthritis endet die reguläre Gesundheitsprüfung in der privaten Krankenversicherung heute fast immer mit einer Ablehnung. Das war vor einigen Jahren anders. Es bleiben zwei Wege, und für einen davon müssen Sie verbeamtet sein. Diese Seite erklärt beide und sagt auch, wann die gesetzliche Kasse für Sie die richtige Entscheidung ist.

anonym kostenfrei keine HIS-Spur
Reguläre Prüfungentzündliches Rheuma fast immer Nein
Öffnungsaktionnur für Beamte, 6 Monate Frist Weg 1
Aufnahme unter AusschlussRheuma bleibt unversichert Weg 2
Das Wichtigste in Kürze
  • Die reguläre Gesundheitsprüfung endet fast immer mit einer Ablehnung. Das gilt für Morbus Bechterew ebenso wie für rheumatoide Arthritis und Psoriasis-Arthritis. Eine Aufnahme gegen Risikozuschlag ist heute praktisch kein Weg mehr.
  • Weg 1, die Öffnungsaktion. Für Beamtinnen und Beamte innerhalb von sechs Monaten nach der Erstverbeamtung. Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung, dafür mit Leistungsverzicht und in der Regel dem vollen Zuschlag von 30 Prozent.
  • Weg 2, Aufnahme unter Ausschluss. Einzelne Versicherer nehmen an, wenn die rheumatische Erkrankung komplett vom Versicherungsschutz ausgenommen wird. Behandlungskosten dafür tragen Sie dauerhaft selbst.
  • Die Dauermedikation ist der eigentliche Grund. Versicherer rechnen das Kostenrisiko. Biologika und ähnliche Therapien können monatlich mehrere hundert Euro kosten, und genau daran scheitert der Antrag.
  • Ohne einen dieser beiden Wege ist die gesetzliche Kasse die richtige Antwort. Das sagen wir lieber vorher als nach drei abgelehnten Anträgen.
  • Wenn Sie einen der Wege prüfen wollen, klärt die anonyme Risikovoranfrage das ohne Eintrag im Informationssystem der Versicherer.

01 Rheuma und PKV im Überblick

Der Begriff Rheuma umfasst über hundert verschiedene Krankheitsbilder, von der rheumatoiden Arthritis über Morbus Bechterew und Psoriasis-Arthritis bis zu Kollagenosen wie dem systemischen Lupus erythematodes. Allen gemeinsam ist, dass die private Krankenversicherung sie als chronische Erkrankungen mit erhöhtem Kostenrisiko einordnet, durch regelmäßige fachärztliche Kontrollen, dauerhafte Medikation und in Teilen kostenintensive Therapien.

Dieser Ratgeber behandelt die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Den breiten Überblick zu allen Vorerkrankungen finden Sie in unserem Hauptratgeber zu PKV trotz Vorerkrankung. Steht bei Ihnen zusätzlich eine Schilddrüsenerkrankung wie Hashimoto im Raum, lohnt der Blick auf unsere Seite zu PKV trotz Schilddrüsenerkrankung, denn Kombinationen mehrerer Autoimmunerkrankungen werden in der Risikoprüfung besonders kritisch bewertet.

Die Einordnung vorweg: Sobald in der Akte das Wort Arthritis oder Rheuma auftaucht, folgt in der regulären Risikoprüfung heute nahezu durchgängig eine Ablehnung. Das war vor einigen Jahren noch anders, damals ließ sich über die Auswahl des Versicherers und einen Risikozuschlag oft etwas erreichen. Diese Tür hat sich weitgehend geschlossen. Seiten, die Ihnen an dieser Stelle schnelle Lösungen versprechen, kosten Sie Zeit und im schlimmsten Fall einen Eintrag im Informationssystem der Versicherer.

Was bleibt, sind zwei Wege, die wir auf dieser Seite ausführlich behandeln: die Öffnungsaktion für Beamtinnen und Beamte und die Aufnahme unter vollständigem Ausschluss der rheumatischen Erkrankung. Wenn keiner davon zu Ihrer Situation passt, sagen wir Ihnen das im Gespräch offen, statt Sie in eine Antragsserie zu schicken.

02 Wie Versicherer Rheuma bewerten

Drei Faktoren bestimmen, ob und zu welchen Konditionen ein Antrag mit Rheuma durchgeht:

  • Chronizität und Medikation: Die zentrale Frage lautet, ob die Erkrankung dauerhaft behandelt wird. Eine chronische Erkrankung mit fortlaufender Medikation, etwa Basistherapeutika oder Biologika, bedeutet aus Sicht der Versicherer keine Behandlungsfreiheit. Genau das schiebt viele Anträge in Richtung Ablehnung.
  • Aktualität und Aussagekraft der Befunde: Versicherer wollen aktuelle Arztberichte sehen. Liegen die letzten Untersuchungen weit zurück oder zeichnen sie ein unklares Bild, sinkt die Chance. Aktuelle, stabile Befunde sind in der Praxis der wirksamste Hebel.
  • Begleitdiagnosen: Eine zweite Autoimmun- oder chronische Diagnose neben dem Rheuma verschärft die Bewertung deutlich. Was als Einzeldiagnose noch geprüft wird, kippt in Kombination häufig in die Ablehnung.

Den Ausschlag gibt am Ende das Kostenrisiko der laufenden Therapie. Moderne Rheuma-Medikamente können mehrere hundert Euro im Monat kosten, und sobald ein Versicherer eine solche Dauermedikation in der Akte sieht, rechnet er sie über die gesamte Vertragslaufzeit hoch. Das ist der Punkt, an dem die meisten Anträge kippen, unabhängig davon, wie stabil Sie sich gerade fühlen.

03 Typische Entscheidungen der Versicherer bei Rheuma

Eine anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern parallel führt bei einer entzündlich-rheumatischen Anamnese fast immer zu einem dieser drei Ergebnisse:

Der Regelfall

Ablehnung

Quer über den Markt und über alle entzündlichen Formen hinweg. Bei Morbus Bechterew müssen Sie in der regulären Prüfung praktisch immer damit rechnen.

Weg 2

Annahme unter Ausschluss

Einzelne Versicherer nehmen an, wenn die rheumatische Erkrankung samt Folgen komplett vom Schutz ausgenommen wird. Diese Kosten tragen Sie dann dauerhaft selbst.

Weg 1, nur für Beamte

Öffnungsaktion

Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung innerhalb von sechs Monaten nach der Erstverbeamtung. Zuschlag bis 30 Prozent, dafür ein eingeschränkter Leistungsumfang.

Eine Aufnahme gegen einen normalen Risikozuschlag, wie sie bei vielen anderen Vorerkrankungen der übliche Ausgang ist, kommt bei entzündlichem Rheuma kaum noch vor. Wenn Sie auf Seiten lesen, ein Zuschlag von zehn bis fünfzig Prozent sei der typische Ausgang, ist das der Stand von vor einigen Jahren.

04 Die Rheuma-Formen im PKV-Antrag

Die Frage, welche entzündliche Form leichter durchgeht, hat sich weitgehend erledigt: Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew und Psoriasis-Arthritis werden inzwischen ähnlich hart bewertet. Die folgende Übersicht ordnet die üblichen Konstellationen ein und ist ausdrücklich keine Zusage:

Konstellation Realistische Tendenz
Morbus Bechterew, jede Ausprägung Reguläre Prüfung praktisch chancenlos; nur Öffnungsaktion oder Ausschluss der Erkrankung
Rheumatoide Arthritis, chronisch, mit dauerhafter Medikation Ablehnung als Regelfall; die Kosten der Dauertherapie sind ausschlaggebend
Psoriasis-Arthritis, Kollagenose Ähnlich hart wie die beiden oben; keine spürbar bessere Ausgangslage
Beamtin oder Beamter, innerhalb von sechs Monaten nach Erstverbeamtung Öffnungsaktion: Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung, Zuschlag bis 30 Prozent, Leistungsverzicht
Degenerative Arthrose oder Fibromyalgie (umgangssprachlich „Rheuma") Andere Kategorie, reine Individualprüfung, keine pauschale Spanne

Quelle: Beratungspraxis Elbland Finanz, Stand 2026, anonyme Voranfragen bei den gängigen privaten Krankenversicherern. Die Tendenzen sind keine Tarif-Garantien, sondern beobachtete Häufigkeiten in vergleichbaren Konstellationen. Zu degenerativer Arthrose und Fibromyalgie lässt sich aus der Praxis keine belastbare Spanne ableiten.

Voranfrage

Welche Bewertung passt zu Ihrer konkreten Diagnose?

Eine anonyme Voranfrage prüft Ihre Versicherbarkeit parallel bei mehreren PKV-Anbietern, ohne Namensnennung und ohne Risiko eines HIS-Eintrags.

05 Anzeigepflicht: Was Sie angeben müssen

Nach § 19 VVG müssen Sie alles angeben, was ärztlich diagnostiziert oder behandelt wurde und im Antragsfragebogen abgefragt wird. Bei Rheuma bedeutet das konkret:

  • Die Diagnose selbst, auch wenn sie Jahre zurückliegt und aktuell beschwerdefrei verläuft. Eine einmal gestellte rheumatologische Diagnose ist anzeigepflichtig.
  • Die laufende oder frühere Medikation, von Schmerzmitteln über Cortison bis zu Basistherapeutika und Biologika.
  • Laborwerte und Untersuchungen, etwa Rheumafaktor, CCP-Antikörper, Entzündungswerte oder bildgebende Befunde, sofern der Fragebogen danach fragt.
  • Fachärztliche Behandlungen und Rehabilitationen der abgefragten Jahre.

Es gibt keine sinnvolle Konstellation, in der wir dazu raten, eine rheumatologische Diagnose wegzulassen. Ein Verschweigen ist eine Anzeigepflichtverletzung und kann im Leistungsfall zum Rücktritt oder zur Anfechtung des Vertrags führen, mit rückwirkendem Verlust des Schutzes. Geben Sie vollständig an und lassen Sie über eine anonyme Voranfrage klären, welche Bewertung sich daraus ergibt.

06 Was Sie vor dem Antrag tun können

Die folgenden Hebel verbessern die Chancen auf eine Annahme in der Beratungspraxis am stärksten:

1. Aktuelle, aussagekräftige Arztberichte beschaffen

Versicherer entscheiden auf Basis der vorliegenden Befunde. Ein aktueller fachärztlicher Bericht, der eine stabile Lage und das Ansprechen auf die Therapie dokumentiert, ist der wirksamste Hebel. Veraltete oder lückenhafte Unterlagen führen schneller zur Ablehnung.

2. Nicht in der akuten Phase anfragen

Ein Antrag mitten in einem aktiven Schub oder kurz nach einer Therapieumstellung wird härter bewertet. Eine stabile Phase mit eingestellter Medikation und ruhigen Entzündungswerten ist der bessere Zeitpunkt.

3. Anonyme Voranfrage bei mehreren Anbietern statt Direktantrag

Bei Rheuma gilt das besonders streng: Stellen Sie nie einen namentlichen Direktantrag. Eine Ablehnung wird im Informationssystem der Versicherer (HIS) vermerkt und belastet spätere Anträge bei anderen Gesellschaften. Eine anonyme Voranfrage prüft mehrere Anbieter parallel ohne diesen Eintrag, und gerade weil die Entscheidungen so weit auseinandergehen, ist das der entscheidende Schritt.

4. Begleitdiagnosen im Blick behalten

Eine zweite Autoimmunerkrankung oder eine zusätzliche chronische Diagnose, etwa eine Colitis ulcerosa, kann den Fall vollständig drehen. Sehen Sie vor dem Antrag Ihre Patientenakte ein und klären Sie unklare oder vorsorglich eingetragene Diagnosen mit dem behandelnden Arzt.

5. Beamte: reguläre Prüfung und Öffnungsaktion zusammendenken

Als Beamter haben Sie mit der Öffnungsaktion ein Sicherheitsnetz. Es ersetzt aber nicht die reguläre Prüfung, die zu besseren Tarifen führen kann. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Voranfrage

Unsicher, wie Ihre Rheuma-Anamnese bewertet wird?

Wir prüfen Ihre Konstellation parallel bei mehreren Versicherern, ohne Namensnennung, ohne HIS-Eintrag, in 5 bis 10 Werktagen.

07 Beamten-Öffnungsaktion bei Rheuma

Für Beamte und Beamtenanwärter bietet die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherung einen Anspruch auf Aufnahme in einen beihilfekonformen Tarif. Bei Rheuma ist sie ein wichtiges Sicherheitsnetz, gerade wenn die reguläre Prüfung in die Ablehnung läuft.

In der Beratungspraxis gilt für Rheuma trotzdem: zuerst die reguläre Aufnahme prüfen. Die Öffnungsaktionstarife bewegen sich auf dem Niveau einer eher knappen Grundabsicherung, ohne die stärkeren Wahlleistungen. Greifen Sie darauf zurück, wenn die reguläre Prüfung nicht zu tragbaren Konditionen führt. Genau dafür gibt es die Frist von sechs Monaten nach Erstverbeamtung, sodass Sie in Ruhe beide Wege vergleichen können, statt einen Schnellschuss zu machen.

  • Maximaler Risikozuschlag von 30 Prozent. Diese Obergrenze gilt unabhängig vom Schweregrad.
  • Keine Leistungsausschlüsse für die Vorerkrankung.
  • Garantierte Aufnahme bei den teilnehmenden Versicherern.
  • Strikte Frist von sechs Monaten nach Erstverbeamtung, seit 2019 auch bei der Verbeamtung auf Widerruf.

Quelle: PKV-Verband-Merkblatt für Beamtenanfänger mit Vorerkrankungen. Eine breitere Einordnung bietet unsere Seite zu PKV für Beamte.

08 Welche Versicherer Rheuma-Anträge prüfen

Vor einigen Jahren ließ sich an dieser Stelle eine Liste von Versicherern nennen, die entzündlich-rheumatische Anträge differenziert geprüft und unter Bedingungen angenommen haben. Diese Aufstellung wäre heute irreführend, weil die Bewertung sich über den gesamten Markt hinweg verschärft hat und die Unterschiede zwischen den Anbietern weitgehend verschwunden sind.

Sinnvoll bleibt die Anbieterauswahl nur noch für die beiden verbliebenen Wege: Für die Öffnungsaktion, weil sich die Kompakttarife und die mitversicherten Beihilfeergänzungsleistungen zwischen den Anbietern unterscheiden. Und für eine Aufnahme unter Ausschluss, weil nicht jeder Versicherer diesen Weg überhaupt anbietet und die Formulierung des Ausschlusses unterschiedlich weit reicht. Welche Versicherer dafür in Ihrem Fall in Frage kommen, klären wir in der anonymen Voranfrage und ordnen es im Gespräch ein.

09 Drei Mythen über Rheuma in der PKV

Klicken Sie eine Karte an, um die Wahrheit hinter dem Mythos zu sehen.

10 Wann bleibt die GKV der bessere Weg?

In einigen Konstellationen ist die gesetzliche Krankenversicherung die ruhigere Wahl, auch wenn ein PKV-Wechsel grundsätzlich denkbar wäre:

  • Aktiver, dauerhaft behandelter Verlauf: Wenn die Erkrankung fortlaufend mit kostenintensiven Therapien wie Biologika behandelt wird, sind ein hoher Risikozuschlag oder eine Ablehnung in der PKV wahrscheinlich. Die GKV bezahlt diese Behandlungen ohne individuelle Risikobewertung.
  • Mehrere Autoimmun- oder chronische Diagnosen: In Kombination steigt die Wahrscheinlichkeit einer Ablehnung deutlich. Hier lohnt der nüchterne Vergleich, ob der PKV-Wechsel wirtschaftlich überhaupt trägt.
  • Familienplanung mit beitragsfreier Mitversicherung: Solange Ihr Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt und Sie Kinder mitversichern wollen, bietet die GKV-Familienversicherung einen Vorteil, den die PKV in dieser Lebensphase nicht ausgleicht. Für Beamte gilt das nicht, dort ist die Öffnungsaktion meist attraktiver.

Komfort-Lücken der GKV, etwa für Chefarzt-Behandlung oder besseren stationären Komfort, lassen sich über private Zusatzversicherungen gezielt schließen, sofern die Gesundheitsprüfung der Zusatzversicherung mitspielt. Eine neutrale Orientierung bietet die Verbraucherzentrale.

11 Häufig gestellte Fragen

Kommt man mit Rheuma überhaupt in die private Krankenversicherung?
Bei den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen endet die reguläre Gesundheitsprüfung heute fast immer mit einer Ablehnung, und das gilt für Morbus Bechterew genauso wie für rheumatoide Arthritis und Psoriasis-Arthritis. Ausschlaggebend ist das Kostenrisiko der Dauertherapie. Es bleiben zwei Wege: die Öffnungsaktion für Beamtinnen und Beamte innerhalb von sechs Monaten nach der Erstverbeamtung, und die Aufnahme bei einzelnen Versicherern unter vollständigem Ausschluss der rheumatischen Erkrankung. Trifft keiner der beiden zu, ist die gesetzliche Krankenversicherung die richtige Antwort.
Welche Rolle spielt die dauerhafte Medikation, etwa mit Basistherapeutika oder Biologika?
Eine große. Sobald eine chronische Erkrankung dauerhaft medikamentös behandelt wird, fehlt aus Sicht der Versicherer die Behandlungsfreiheit, und genau das schiebt viele Anträge in Richtung Ablehnung. Die laufende Therapie ist anzeigepflichtig und gehört vollständig in den Antrag. Welche Anbieter den Fall trotz Medikation prüfen, klärt die Voranfrage.
Werden rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew und Psoriasis-Arthritis gleich bewertet?
Inzwischen weitgehend ja, und zwar ähnlich hart. Früher gab es zwischen den Formen und zwischen den Versicherern spürbare Unterschiede, auf die sich eine Antragsstrategie stützen ließ. Das hat sich verschoben: Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew und Psoriasis-Arthritis führen heute in der regulären Prüfung nahezu durchgängig zur Ablehnung. Eine Form, die deutlich leichter durchgeht, lässt sich nicht mehr benennen.
Zählt eine Arthrose oder Fibromyalgie auch als Rheuma?
Umgangssprachlich werden degenerative Arthrose und Fibromyalgie oft unter Rheuma gefasst, medizinisch und in der Risikoprüfung sind das andere Kategorien als die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Beide werden individuell bewertet, eine belastbare Spanne lässt sich dafür nicht pauschal angeben. Hier hilft ausschließlich die konkrete Voranfrage mit Ihren Befunden.
Geht die Aufnahme noch über einen Risikozuschlag?
Bei entzündlichem Rheuma ist das heute die Ausnahme. Die Versicherer lehnen überwiegend ab, statt einen Zuschlag zu beziffern. Gelingt eine Aufnahme, führt der Weg in aller Regel über einen vollständigen Ausschluss der rheumatischen Erkrankung, nicht über einen Aufpreis. Bei Beamtinnen und Beamten kommt die Öffnungsaktion hinzu, dort ist der Zuschlag auf 30 Prozent gedeckelt und wird in der Praxis fast immer voll berechnet.
Was kann ich tun, wenn ein Versicherer meinen Antrag ablehnt?
Reihen Sie auf keinen Fall namentliche Anträge aneinander. Jede Ablehnung wird im Hinweis- und Informationssystem der Versicherer vermerkt und verschlechtert Ihre Ausgangslage weiter. Bei entzündlichem Rheuma bringt das Streuen von Anträgen ohnehin selten ein anderes Ergebnis, weil die Gesellschaften inzwischen ähnlich entscheiden. Sinnvoll ist, die beiden verbliebenen Wege gezielt zu prüfen und, wenn keiner davon greift, die gesetzliche Kasse als tragfähige Lösung anzunehmen.
Sollte ich als Beamter mit Rheuma direkt die Öffnungsaktion nutzen?
Bei einer entzündlich-rheumatischen Diagnose ist sie meist der einzige realistische Weg in die PKV, insofern ja. Lassen Sie trotzdem zuerst die reguläre Aufnahme prüfen, das kostet Sie in der anonymen Voranfrage nichts und die Frist von sechs Monaten ab Erstverbeamtung gibt Ihnen den Spielraum dafür. Drei Punkte sollten Sie vorher kennen: Der Zuschlag ist auf 30 Prozent gedeckelt und wird fast immer voll berechnet, Beihilfeergänzungsleistungen außerhalb des Kompakttarifs fallen in den meisten Fällen weg, und wer schon einmal privat versichert war, kann die Öffnungsaktion nicht nutzen.
Muss ich meine Rheuma-Diagnose im Antrag angeben?
Ja. Nach § 19 VVG ist alles anzeigepflichtig, was ärztlich diagnostiziert oder behandelt wurde, einschließlich Laborwerte, Medikation und Reha. Ein Verschweigen kann bis zum Rücktritt oder zur Anfechtung des Vertrags führen, mit rückwirkendem Verlust des Versicherungsschutzes. Der sichere Weg ist die vollständige Angabe in Kombination mit einer anonymen Voranfrage.
Ist die anonyme Voranfrage wirklich kostenfrei?
Ja. Für Sie als Mandant entstehen keine Kosten. Als Versicherungsmakler werden wir erst vergütet, wenn Sie sich später für einen über uns vermittelten Vertrag entscheiden, über die Courtage des Versicherers. Die anonyme Voranfrage erzeugt keinen HIS-Eintrag, weil Ihr Name nicht an die Versicherer übermittelt wird.
Max Eilert
Ihr Ansprechpartner

Max Eilert

Versicherungsmakler aus Dresden, spezialisiert auf private Krankenversicherung und Berufsunfähigkeit. „Bei Rheuma gehen die Entscheidungen der Versicherer weit auseinander. Es gibt Gesellschaften, die lehnen beim Stichwort Arthritis sofort ab, und andere, die denselben Fall in Ruhe prüfen. Wer aktuelle Befunde mitbringt und über eine anonyme Voranfrage mehrere Anbieter gleichzeitig anfragt, hat die mit Abstand beste Chance, den richtigen Versicherer zu finden."

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Stand Juni 2026. Fachliche Einschätzungen aus der Beratungspraxis Elbland Finanz, keine Rechts- oder Steuerberatung. Angaben zur Annahmepraxis sind Orientierungswerte und hängen vom Einzelfall sowie vom jeweiligen Versicherer ab. Als Versicherungsmakler nach § 34d GewO werden wir im Erfolgsfall über die Courtage des Versicherers vergütet, für Sie bleibt die Beratung kostenfrei. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.

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Wir fragen Ihren Befund ohne Namensnennung an und sagen Ihnen klar, ob Öffnungsaktion oder Aufnahme unter Ausschluss realistisch sind. Wenn keiner der Wege trägt, hören Sie das von uns genauso deutlich, ohne Risiko eines HIS-Eintrags.

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