Elbland Finanz
Aktualisiert

PKV bei Vorerkrankungen

Private Krankenversicherung trotz ADHS: PKV-Annahmechancen 2026

Die Diagnose ADHS spielt bei der PKV-Gesundheitsprüfung eine zentrale Rolle: Bei aktiver Therapie lehnen Versicherer reguläre Anträge häufig ab. Bei dokumentierter Symptomfreiheit ab zwei Jahren sind Zuschläge von 10–30 % möglich. Beamte haben über die Öffnungsaktion einen Aufnahme-Anspruch — auch für ADHS-Kinder. Anonyme Voranfrage statt Direktantrag.

Mehr über Max
  • 2026 Fachberater für Finanzdienstleistungen · IHK Stuttgart
  • 2025 Spezialisierung private Krankenversicherung
  • 2024 Diplom-Ingenieur · TU Dresden
  • 2020 Fachmann für Finanzanlagen · IHK Berlin
  • 2018 Versicherungsfachmann · IHK Berlin
Vollständige Vita

Das Wichtigste in Kürze

  • ADHS ist im PKV-Antrag gemäß § 19 VVG anzeigepflichtig. Ein Verschweigen ermöglicht die Anfechtung nach § 124 BGB innerhalb von 10 Jahren.
  • Bei einer laufenden Stimulanzien-Therapie (Methylphenidat, Elvanse) ist die Ablehnung im normalen Antragsverfahren der Regelfall.
  • Sind Sie seit mindestens 2 Jahren symptomfrei, nehmen keine Medikamente ein und können dies durch ein ärztliches Attest sowie eine stabile Berufstätigkeit belegen, ist eine Annahme mit 10–30 % Risikozuschlag möglich.
  • Die Kombination aus ADHS und Komorbiditäten (Depression, Angst, Sucht) führt praktisch immer zur Ablehnung.
  • Beamte und ADHS-Kinder besitzen über die Öffnungsaktion (6-Monatsfrist) einen rechtlichen Anspruch auf Aufnahme — bei maximal 30 % Zuschlag und ohne Leistungsausschlüsse.
  • Die anonyme Risikovoranfrage ist der einzige sichere Weg, Ihre Versicherbarkeit ohne Risiko eines HIS-Eintrags zu prüfen.

ADHS und private Krankenversicherung im Überblick

Die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS, ICD-10 F90.x) ist in Deutschland längst kein seltenes Phänomen mehr. Aktuelle Schätzungen gehen von einer Prävalenz von 2,5–4,7 % bei Erwachsenen und etwa 5 % bei Kindern und Jugendlichen aus (ADHS Deutschland e. V.). Die Erstdiagnose-Inzidenz bei Erwachsenen stieg zwischen 2015 und 2024 um etwa 199 % — eine Verdreifachung innerhalb von neun Jahren (Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, 2025).

Viele Betroffene fragen sich, ob ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) trotz ADHS gelingen kann. Da Versicherer bei Vorerkrankungen besonders genau prüfen, nimmt ADHS in der Gesundheitsprüfung eine zentrale Rolle ein. Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Der Behandlungsstatus, etwaige Komorbiditäten und die spezifischen Annahmerichtlinien des Versicherers geben den Ausschlag. Dieser Ratgeber konzentriert sich auf die ADHS-Konstellation; einen breiteren Überblick zur PKV-Annahmechance bei Vorerkrankungen bietet unser Hauptratgeber zu PKV trotz Vorerkrankung.

Gesundheitsprüfung: Wie Versicherer ADHS einschätzen

Die Gesundheitsprüfung bildet die Basis für Ihre Aufnahme in die PKV. Hierbei werden alle bekannten Vorerkrankungen abgefragt — inklusive psychischer und neurologischer Diagnosen wie ADHS. Versicherer differenzieren dabei meist zwischen drei Szenarien:

  • ADHS im Kindesalter: Die Prüfer untersuchen, ob die Diagnose weiterhin aktiv ist oder ob seit Jahren keine Symptome oder Behandlungen mehr dokumentiert wurden. Eine belegte Symptomfreiheit von mindestens 2 Jahren inklusive ärztlichem Attest ist die wichtigste Voraussetzung für eine moderate Bewertung.
  • ADHS im Erwachsenenalter (aktiv behandelt): Bei einer laufenden Behandlung — ob medikamentös oder therapeutisch — sehen Versicherer ein erhöhtes Risiko für Komorbiditäten wie Depressionen, Angststörungen oder Suchtprobleme. Da 40–70 % der betroffenen Erwachsenen Begleitdiagnosen aufweisen (ADHS Deutschland e. V.), ist dies für die Risikoprüfung ein wesentlicher Aspekt.
  • Medikamentöse Therapie: Die Einnahme von Stimulanzien wie Methylphenidat (Ritalin, Medikinet, Concerta) oder Lisdexamphetamin (Elvanse) stellt für die meisten Versicherer ein faktisches Ausschlusskriterium dar. Atomoxetin (Strattera) oder Guanfacin werden in der Regel analog bewertet; eine mildere Einstufung ist in der aktuellen Versicherungspraxis 2026 nicht dokumentiert.

Typische Entscheidungen der Versicherer bei ADHS

In der Praxis führen Voranfragen meist zu einem dieser drei Ergebnisse:

  1. Aufnahme mit Risikozuschlag: Der Beitrag erhöht sich um einen prozentualen Zuschlag (meist 10–30 %, selten bis 50 %), um das kalkulierte Risiko abzufangen.
  2. Aufnahme mit Leistungsausschluss: Bestimmte Behandlungen, meist psychiatrische oder psychotherapeutische Leistungen, werden dauerhaft vom Versicherungsschutz ausgenommen. Wir sehen aktuell einen Trend, dass Versicherer solche Ausschlüsse bevorzugt gegenüber reinen Zuschlägen anbieten. Während ein Zuschlag bei dauerhafter Beschwerdefreiheit später gesenkt werden kann, bleibt ein Ausschluss oft permanent bestehen.
  3. Ablehnung des Antrags: Bei aktiver Behandlung oder Begleiterkrankungen ist die Ablehnung der Regelfall. Die Beratungspraxis zeigt: Bei aktiver Stimulanzien-Therapie sind nur sehr wenige Versicherer bereit, überhaupt eine Annahme (dann meist mit hartem Leistungsausschluss) zu prüfen.

Die folgende Tabelle skizziert typische Voranfrage-Ergebnisse 2026 bei psychischen Vorerkrankungen inklusive ADHS. Diese Übersicht dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung:

Versicherer Typisches Voranfrage-Ergebnis 2026
Anbieter AAnnahme mit dauerhaftem Ausschluss aller psychischen Erkrankungen; Nachversicherung ebenfalls ausgeschlossen
Anbieter B10 % Risikozuschlag PLUS Ausschluss psychischer Erkrankungen; Überprüfung in 2 Jahren möglich
Anbieter CAnnahme mit Ausschluss psychischer Erkrankungen; Klausel-Überprüfung in 3 Jahren
Anbieter DAnnahme mit Ausschluss psychischer und psychosomatischer Erkrankungen; Überprüfung in 3 Jahren
Anbieter EAblehnung — Versicherungsschutz aus gesundheitlichen Gründen nicht angeboten
Anbieter FSpezial-Gruppenverträge für psychische Vorerkrankungen, häufig mit Leistungsausschluss
Beamte über Öffnungsaktion (alle teilnehmenden Versicherer)Aufnahme garantiert, max 30 % Zuschlag, keine Leistungsausschlüsse

Quellen: Anonyme Voranfrage-Praxis-Berichte aus dem UFKB-Makler-Portal sowie die Branchen-Übersicht des PKV-Verbands 2026.

Beamten-Öffnungsaktion bei ADHS — und der Sonderweg für ADHS-Kinder

Beamte und Beamtenanwärter verfügen über die Öffnungsaktion über einen rechtlichen Anspruch auf Aufnahme in einen beihilfekonformen PKV-Tarif. Dies gilt ausdrücklich auch bei aktiver ADHS-Therapie und laufender Medikation zu fest definierten Konditionen:

  • Maximaler Risikozuschlag: 30 %, unabhängig von der Schwere des Falls.
  • Keine Leistungsausschlüsse: Auch ADHS-bezogene Behandlungen sind voll versichert.
  • Garantierte Aufnahme: Es besteht ein Kontrahierungszwang für teilnehmende Versicherer.
  • Strikte Frist: Der Antrag muss innerhalb von 6 Monaten nach der Erstverbeamtung (auch auf Widerruf) gestellt werden.
  • Schutz für Angehörige: Beihilfeberechtigte Ehepartner und Kinder können innerhalb derselben Frist zu diesen Konditionen mitversichert werden.
  • Beamte auf Widerruf: Seit 2019 gilt die Aktion auch für Anwärter und Referendare ab Beginn des Vorbereitungsdienstes.

Quelle: PKV-Verband-Merkblatt; eine Liste der teilnehmenden Versicherer finden Sie unter pkv.de.

Besonderheit ADHS-Kinder: Für neu verbeamtete Eltern ist die Öffnungsaktion oft der einzige Weg, Kinder mit einer aktiven ADHS-Diagnose privat zu versichern. Im regulären Verfahren sind diese Kinder meist nicht versicherbar. Eine Ausnahme bildet die Neugeborenen-Aufnahme gemäß § 198 VVG: Wird ein Kind direkt nach der Geburt bei einem privat versicherten Elternteil angemeldet, entfällt die Gesundheitsprüfung komplett. Eine spätere ADHS-Diagnose hat dann keine Auswirkungen auf den Bestand des Versicherungsschutzes.

ADHS-Anzeigepflicht: Was Sie angeben müssen

Gemäß § 19 VVG müssen Sie ADHS im Antrag angeben. Die konkrete Pflicht richtet sich nach dem Wortlaut der Fragen. Die aktuelle Rechtsprechung des OLG Dresden hat die Anforderungen an die Genauigkeit der Angaben verschärft.

„Ever-Question“ vs. zeitraumgebundene Frage

Die Reichweite Ihrer Pflicht hängt maßgeblich von der Formulierung ab:

  • „Hatten Sie jemals eine psychische oder neurologische Erkrankung?“ — Hier müssen Sie auch eine ADHS-Diagnose aus der Kindheit angeben, selbst wenn diese Jahrzehnte zurückliegt.
  • „Wurden Sie in den letzten 10 Jahren wegen ADHS behandelt?“ — In diesem Fall ist eine länger zurückliegende Diagnose nicht angabepflichtig, sofern keine aktuellen Beschwerden vorliegen.

Viele Versicherer nutzen bewusst offene Formulierungen, um auch weit zurückliegende Diagnosen zu erfassen. Eine anonyme Voranfrage über einen spezialisierten Makler hilft Ihnen, die passende Strategie ohne rechtliche Risiken zu finden.

Aktuelle Rechtsprechung 2024–2025

Bei probatorischen (diagnostischen) Psychotherapie-Sitzungen ist die Anzeigepflicht juristisch differenzierter zu betrachten. Das OLG Dresden hat im Urteil vom 6. Dezember 2022 (4 U 1215/22) entschieden, dass eine probatorische Sitzung, die ohne anschließende Therapie und ohne behandlungsbedürftige Diagnose endet, nicht zwangsläufig als anzeigepflichtige „Behandlung" im Sinne der Antragsfragen gilt. In der Beratungspraxis empfehlen wir trotzdem die vollständige Angabe, weil im Streitfall die Beweislast beim Versicherten liegt. Die PKV-Annahme mit Psychotherapie-Anamnese behandeln wir in einem eigenen Ratgeber.

OLG Dresden, Beschluss vom 28.01.2025 (4 U 1361/24): Das OLG hat in einem Berufsunfähigkeits-Streitfall das Verschweigen einer ADHS-Diagnose, der Ritalin-Medikation und von Begleitdiagnosen wie Alkoholmissbrauch als arglistige Täuschung gewertet. Die Wertung lässt sich auf die PKV übertragen, weil dieselben Maßstäbe an die vorvertragliche Anzeigepflicht gelten. Besonders relevant: Die Täuschung wurde dem Versicherungsnehmer auch dann zugerechnet, wenn ein Dritter (etwa ein Elternteil für das erwachsene Kind) die Gesundheitsfragen falsch beantwortet hat, sofern der Versicherte selbst am Abschluss beteiligt war.

Folgen einer Verletzung: Bei einfacher Fahrlässigkeit ist ein Rücktritt des Versicherers meist ausgeschlossen. Bei grober Fahrlässigkeit drohen Vertragsanpassungen oder Rücktritt innerhalb von 5 Jahren. Im Falle einer arglistigen Täuschung kann der Versicherer den Vertrag nach § 124 BGB innerhalb von 10 Jahren anfechten. Der Vertrag wird dann rückwirkend nichtig, und bereits erbrachte Leistungen müssen zurückgezahlt werden.

Strategien für Antragsteller mit ADHS

Eine kluge Vorbereitung verbessert Ihre Annahmechancen deutlich. In der Beratungspraxis haben sich fünf Hebel bewährt:

1. Vollständige und transparente Angaben

Verschleierte Angaben führen langfristig zu massiven Problemen. Angesichts der strengen Rechtsprechung des OLG Dresden ist eine lückenlose Darstellung Ihrer Gesundheitshistorie unerlässlich.

2. Aussagekräftige ärztliche Unterlagen

Atteste, die eine stabile Situation belegen (Symptomfreiheit seit Jahren, keine Medikation, volle berufliche Leistungsfähigkeit), stärken Ihre Position. Da Versicherer 2025–2026 vermehrt neuropsychologische Gutachten anfordern, sollten Sie Ihre Krankenakten vorab prüfen. Oft enthalten diese fehlerhafte Folgeeinträge alter Diagnosen, die korrigiert werden müssen.

3. Die anonyme Risikovoranfrage

Dies ist der Goldstandard bei ADHS. Ein Makler fragt unverbindlich bei den Versicherern an, ohne dass Ihre Daten im Informationssystem der Versicherer (HIS) landen. So vermeiden Sie, dass eine namentliche Ablehnung Ihre zukünftigen Versicherungsoptionen blockiert.

4. Prüfung alternativer Tarife

Einige Versicherer bieten Tarife mit reduziertem Leistungsumfang an, die bei ADHS leichter zugänglich sind. Ein späterer Wechsel in leistungsstärkere Tarife ist nach § 204 VVG oft ohne neue Gesundheitsprüfung möglich, wobei ein bestehender Risikozuschlag in der Regel erhalten bleibt.

5. Parallele Prüfung von PKV und BU

Eine ADHS-Diagnose ist für PKV und Berufsunfähigkeitsversicherung gleichermaßen relevant. Anders als oft vermutet ist die BU bei psychischen Diagnosen mit den richtigen Tendenztabellen häufig sogar zugänglicher als die PKV. Beide Sparten sollten parallel anonym angefragt werden, statt nacheinander: So verhindern Sie negative Wechselwirkungen über HIS-Einträge und gewinnen Zeit, falls sich die gesundheitliche Lage zwischendurch ändert.

Wer neben ADHS noch eine relevante zweite Vorerkrankung mitbringt, sollte beide gemeinsam in derselben Voranfrage prüfen lassen. In der Beratungspraxis kombinieren sich ADHS häufig mit einer Psychotherapie-Anamnese, einem Bandscheibenvorfall oder einer Schilddrüsenerkrankung. Diese Konstellationen folgen jeweils eigenen Bewertungsachsen, lassen sich aber zusammen klären, ohne dass mehrere Antragsläufe nötig werden.

Welche Nachteile hat eine ADHS-Diagnose für Versicherungen?

Die Diagnose beeinflusst meist mehrere Bereiche Ihrer Absicherung:

  • Ablehnungsrisiko: Bei aktiver Therapie lehnen Versicherer reguläre PKV-Anträge fast immer ab.
  • Leistungsausschlüsse: Häufig werden psychiatrische Behandlungen komplett ausgeschlossen. Solche Klauseln lassen sich oft erst nach Jahren der Beschwerdefreiheit überprüfen, eine Aufhebung ist jedoch nicht garantiert.
  • HIS-Eintrag: Ein namentlicher Direktantrag, der abgelehnt wird, wird in der Regel im Informationssystem der Versicherer (HIS) vermerkt und erschwert spätere Anträge erheblich.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Die BU prüft eine ADHS-Anamnese ebenfalls genau, ist in der Praxis aber oft zugänglicher als die PKV, weil die Tendenztabellen feiner zwischen Diagnose-Schwere und Behandlungsstatus differenzieren. Eine namentliche Ablehnung in einem Bereich kann den anderen über HIS-Einträge belasten — daher PKV und BU immer parallel anonym anfragen.
  • Tarifwechsel: Ein Wechsel nach § 204 VVG befreit Sie nicht von einem einmal festgesetzten ADHS-Zuschlag.
  • Risikolebensversicherung: Bei schweren Verläufen oder Suchtproblematiken drohen auch hier Zuschläge oder Ablehnungen.

Verschweigen ist keine Lösung. Der einzig sichere Weg führt über die Angabe der Diagnose und eine professionell begleitete anonyme Voranfrage.

Vorteile der PKV trotz ADHS

Gelingt die Aufnahme, bietet die PKV gerade bei ADHS wertvolle Vorzüge:

  • Schnellerer Zugang zu Spezialisten: Kürzere Wartezeiten bei neuropsychiatrischen Fachärzten und Therapeuten.
  • Innovative Medizin: Erstattung moderner Medikamente und Therapieverfahren, die über das GKV-Niveau hinausgehen.
  • Individueller Schutz: Wahlleistungen wie die Behandlung durch den Chefarzt oder die Unterbringung im Einbettzimmer.
  • Erweiterte Kostenerstattung: Je nach Tarif werden auch Coaching-Leistungen oder spezielle Verhaltenstherapien übernommen.

Wann die gesetzliche Krankenversicherung sinnvoller bleibt

In bestimmten Situationen bietet die GKV die stabilere Basis:

  • Familienplanung: Die beitragsfreie Familienversicherung für Kinder ist in der GKV ein großer Vorteil — außer für Beamte, die über die Öffnungsaktion günstige Konditionen erhalten.
  • Berufliche Unsicherheit: Bei schwankendem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze (2026: 77.400 €) bietet die GKV mehr Flexibilität als eine PKV mit ADHS-Zuschlag.
  • Schwere Verläufe: Erfordert die ADHS eine dauerhafte, intensive Begleitung, bietet die GKV eine solide Grundversorgung ohne das Risiko von Leistungsausschlüssen.

Fehlende Leistungen der GKV lassen sich oft durch private Zusatzversicherungen (z. B. für stationäre Wahlleistungen oder Psychotherapie) gezielt ergänzen. Eine neutrale Beratung bietet hierzu die Verbraucherzentrale.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mit ADHS in die private Krankenversicherung?

Ja, aber das Ergebnis hängt stark vom Behandlungsstatus ab. Bei laufender Stimulanzien-Medikation (Methylphenidat, Elvanse) ist Ablehnung im regulären Antrag der Regelfall — Annahme ist die Ausnahme. Bei dokumentierter Symptomfreiheit seit mindestens zwei Jahren, ärztlichem Attest und stabiler Berufstätigkeit sind Annahmen mit 10–30 % Risikozuschlag bei mehreren Versicherern möglich. Beamte haben über die Öffnungsaktion einen rechtlichen Aufnahme-Anspruch mit max 30 % Zuschlag — auch bei aktiver Therapie und auch für ADHS-Kinder.

Wie hoch ist der Risikozuschlag bei ADHS realistisch?

Branchen-Spanne 2026 für symptomfreie Verläufe mit ärztlichem Attest: 10–30 % auf den Grundbeitrag, je nach Versicherer und Verlaufs-Dokumentation. Beamte über die Öffnungsaktion zahlen unabhängig vom Befund max 30 %. Bei laufender Medikation oder Komorbidität (Depression, Angst, Sucht) ist statt Zuschlag in der Regel Ablehnung das Ergebnis. Welcher Anbieter im konkreten Fall am besten passt, klärt nur die anonyme Voranfrage.

Welche Nachteile hat eine ADHS-Diagnose für Versicherungen?

Konkret: (1) Im regulären PKV-Antrag häufig Ablehnung bei aktiver Therapie. (2) Häufig dauerhafte Leistungsausschlüsse für psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungen statt eines Zuschlags. (3) Risiko eines Eintrags im Informationssystem der Versicherer (HIS) nach Direktantrag, der weitere Anträge belastet. (4) Berufsunfähigkeitsversicherung wird ebenfalls genau geprüft, daher PKV und BU immer parallel anonym anfragen. (5) Tarifwechsel nach § 204 VVG behält den ADHS-Zuschlag bei. Außerhalb der Beamten-Öffnungsaktion ist die anonyme Voranfrage daher Pflicht.

Wie lange muss ich symptomfrei sein, bevor sich ein PKV-Antrag lohnt?

In der Branchen-Praxis 2026 gilt eine Symptomfreiheit von mindestens zwei Jahren als üblicher Schwellenwert für moderate Bewertungen — keine Medikamente, keine ADHS-bezogene Behandlung, keine Arztkontakte wegen ADHS, dokumentiert per ärztlichem Abschluss-Attest („beschwerdefrei seit X, keine medikamentöse Therapie, volle berufliche Leistungsfähigkeit"). Je länger der symptomfreie Zeitraum dokumentiert ist und je stabiler der Berufsverlauf, desto besser die Konditionen.

Mein Kind hat ADHS — kommt es in die PKV, wenn ich Beamter werde?

Ja, über die Öffnungsaktion. Beamte und ihre beihilfeberechtigten Familienangehörigen — auch Kindern mit ADHS-Diagnose — haben innerhalb von 6 Monaten nach Verbeamtung des Elternteils einen rechtlichen Aufnahme-Anspruch mit max 30 % Risikozuschlag und ohne Leistungsausschlüsse (PKV-Verband-Merkblatt). Die 6-Monatsfrist ist Ausschlussfrist und gilt seit 2019 auch für Beamte auf Widerruf (Anwärter, Referendare). Außerhalb dieser Konstellation ist ein Kind mit aktiver ADHS-Diagnose im regulären Verfahren faktisch nicht versicherbar.

Welche ADHS-Medikamente sind ein Annahme-Hindernis?

Stimulanzien wie Methylphenidat (Ritalin, Medikinet, Concerta) und Lisdexamphetamin (Elvanse) führen bei laufender Therapie bei den meisten Versicherern zur Ablehnung — Versicherer werten die laufende Medikation als Indikator für nicht abgeschlossene Behandlungsbedürftigkeit. Atomoxetin (Strattera) und Guanfacin werden in der Regel ähnlich behandelt; eine durchgängig differenziertere Bewertung ist in der publizierten Versicherer-Praxis 2026 nicht dokumentiert.

Muss ich eine Jugend-ADHS-Diagnose im PKV-Antrag angeben?

Das hängt von der Frageformulierung ab. Bei „Ever-Questions" („Hatten Sie jemals eine psychische oder neurologische Erkrankung?") müssen Sie auch eine Jugend-ADHS-Diagnose angeben — unabhängig davon, wie lange sie zurückliegt. Bei zeitraum-gebundenen Fragen („in den letzten 5 oder 10 Jahren") müssen Sie sie nicht angeben, sofern keine aktuellen Beschwerden oder Behandlungen bestehen. Erfahrene Versicherer formulieren bewusst offen, um auch alte Diagnosen zu erfassen. Im Zweifel: anonyme Voranfrage über einen Makler.

Was passiert, wenn ich ADHS im Antrag verschweige?

Anzeigepflichtverletzung nach § 19 VVG. Die Folgen reichen vom Rücktritt bis zur Anfechtung wegen arglistiger Täuschung nach § 124 BGB innerhalb 10 Jahren. Das OLG Dresden hat in einem Urteil zur Berufsunfähigkeitsversicherung vom 28.01.2025 (4 U 1361/24) das Verschweigen von ADHS und Ritalin-Medikation als arglistige Täuschung gewertet. Die Wertung lässt sich auf die PKV übertragen, weil dieselben Maßstäbe an die Anzeigepflicht gelten. Folge im Schadenfall: rückwirkende Vertragsnichtigkeit, Rückforderung gezahlter Versicherungsleistungen.

Welche Versicherer prüfen ADHS pragmatischer?

Aus den überarbeiteten Annahmerichtlinien der letzten Jahre zeigen ARAG, AXA, Hallesche und Signal Iduna in unserer Beratungspraxis etwas offenere Bewertungen psychotherapeutischer Vorgeschichten, was sich teilweise auf ADHS überträgt. Eine Garantie für mildere Bewertung ist das nicht. In der konkreten Voranfrage-Praxis zeigt sich häufig: Ausschluss „psychische Erkrankungen" statt Risikozuschlag bei einzelnen Anbietern. Welcher Anbieter im Einzelfall am besten passt, klärt nur die anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern parallel.

Was passiert, wenn alle Versicherer ablehnen?

Dann greift der Basistarif nach § 193 Abs. 5 VVG i. V. m. § 152 VAG. Alle PKV-Versicherer haben gesetzliche Aufnahmepflicht ohne Risikozuschläge und ohne Leistungsausschlüsse. Höchstbeitrag 2026: 1.017,18 € / Monat (BTN, Tarifstufe ohne Beihilfe), 508,59 € (BTB50 mit 50 % Beihilfe-Anspruch). Leistungsumfang entspricht GKV-Niveau (keine Wahlleistungen, keine Chefarzt-Behandlung). Voraussetzung: PKV-Vertrag ab 2009.

Wie lange ist eine Voranfrage-Bewertung gültig?

Eine positive Rückmeldung aus der anonymen Risikovoranfrage ist in der Regel 3 bis 6 Monate bindend, sofern der spätere namentliche Antrag keine relevanten Abweichungen enthält — also keine neue Behandlung, keine neue Medikation, keine zusätzliche Diagnose. Wer in dieser Zeit den Antrag stellt, kann sich auf das Voranfrage-Ergebnis berufen. 2025–2026 dauern Voranfragen häufig 7–14 Tage statt früher 2–7 Tage, weil mehr Versicherer Einzelfälle mit Rückfragen prüfen.

Was kostet die anonyme Risikovoranfrage?

Für Sie als Mandant ist sie kostenfrei. Die Vergütung erfolgt nur, wenn Sie sich später für einen über uns vermittelten Vertrag entscheiden, über die Courtage des gewählten Versicherers. Es gibt keine Beratungs- oder Anfrage-Gebühren. Sie können das Voranfrage-Ergebnis ablehnen, ohne dass Kosten entstehen. Die anonyme Voranfrage erzeugt keinen HIS-Eintrag, weil Ihr Name nicht an die Versicherer übermittelt wird.

Max Eilert, Geschäftsführer Elbland Finanz

Max Eilert

Geschäftsführer Elbland Finanz · Versicherungsmakler IHK

„Bei ADHS gibt es kein starres Schema; die individuelle Situation entscheidet. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer ehrlichen Dokumentation, aussagekräftigen Attesten und einer professionell begleiteten anonymen Voranfrage."

LinkedIn-Profil

Unser PKV-Maklerpool

Allianz
Alte Oldenburger
ARAG
AXA
Barmenia
Concordia
Continentale
DEVK
DFV Deutsche Familienversicherung
Die Bayerische
DKV Deutsche Krankenversicherung
ENVIVAS
ERGO Direkt
Gothaer
Hallesche
HanseMerkur
INTER
LKH Landeskrankenhilfe
Mecklenburgische
Münchener Verein
Nürnberger
R+V
SDK Süddeutsche Krankenversicherung
Signal Iduna
UKV Union Krankenversicherung
uniVersa
Versicherungskammer Bayern
vigo Krankenversicherung
Württembergische

Termin mit Max buchen oder anonyme Voranfrage starten

Zwei Wege, einer reicht: Buchen Sie direkt ein kostenfreies Erstgespräch mit Max Eilert oder füllen Sie die anonyme Risikovoranfrage aus. Ergebnis in 7 bis 14 Werktagen, ohne HIS-Eintrag und kostenfrei.

Erstgespräch mit Max direkt buchen

Hinweis zum Datenschutz: Calendly verarbeitet beim Termin-Buchen Name und E-Mail nach den hinterlegten Standards. Mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Oder anonyme Risikovoranfrage ausfüllen

Schritt 1 von 4

Ihre Basics

4,9 aus 75 Bewertungen

Google · Elbland Finanz