Für Lehrkräfte Berufsunfähigkeitsversicherung

Dienstunfähigkeits­versicherung für Lehrer

Wer als Lehrkraft vor fünf Dienstjahren dienstunfähig wird, bekommt in der Regel kein Ruhegehalt. Im Referendariat und in der Probezeit folgt meist die Entlassung. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel schließt diese Lücke, wenn die Klausel richtig formuliert ist. Die Beträge auf dieser Seite gelten für Sachsen.

anonym kostenfrei ohne Antrag
Ruhegehalt erst nachaußer nach Dienstunfall 5 Jahren
Probezeit in Sachsen§ 26 SächsBG 3 Jahre
Lehrkraft, 30, 1.500 € Rentemit Dienstunfähigkeitsklausel 50 bis 65 €
Das Wichtigste in Kürze
  • Ruhegehalt gibt es in der Regel erst nach fünf Dienstjahren, das Referendariat eingerechnet. Ausnahme ist eine Dienstunfähigkeit nach einem Dienstunfall.
  • Im Referendariat und in der Probezeit droht die Entlassung. Dann bleibt nur die Nachversicherung in der gesetzlichen Rente.
  • Eine echte Dienstunfähigkeitsklausel zahlt, wenn der Dienstherr Sie wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt oder entlässt. Auf den Wortlaut kommt es an.
  • Bei Teildienstunfähigkeit gibt es in Sachsen für halben Dienst 75 Prozent der Bezüge. Der Vertrag muss diesen Fall eigens regeln.
  • Psychische Erkrankungen sind bei Lehrkräften der häufigste Grund. Mit einer Vorgeschichte geht es meist nur mit Ausschluss der Psyche, deshalb früh und gesund abschließen.

01 Wann eine Lehrkraft als dienstunfähig gilt

Dienstunfähig ist, wer seine Dienstpflichten aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr erfüllen kann (§ 26 BeamtStG). Das Gesetz lässt dafür auch eine Prognose genügen: Wer innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate keinen Dienst getan hat und bei dem keine Aussicht besteht, innerhalb weiterer sechs Monate wieder voll dienstfähig zu werden, kann als dienstunfähig gelten. Die sechs Monate legt in Sachsen § 49 SächsBG fest. Grundlage ist in der Regel ein amtsärztliches Gutachten.

Bevor der Dienstherr Sie in den Ruhestand versetzt, prüft er, ob Sie anderweitig verwendet werden können, auch in einem anderen Amt. Kommt das nicht in Betracht, entscheidet er über Ruhestand oder Entlassung. Diese Entscheidung bindet eine Berufsunfähigkeitsversicherung nur, wenn der Vertrag eine Dienstunfähigkeitsklausel enthält. Ohne sie prüft der Versicherer nach seinem eigenen Maßstab, ob Sie Ihren Beruf voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben können (§ 172 VVG).

Max Eilert aus der Beratung

„Dienstunfähigkeit kommt häufig vor. Also für Lehrer, für Staatsanwälte, Richter, das kommt oft genug vor.“

02 Was der Dienstherr zahlt, hängt an Ihrem Status

Lehrkräfte durchlaufen drei Beamtenstatus: das Referendariat als Beamte auf Widerruf, die Probezeit und die Lebenszeit. Für das Ruhegehalt zählt die Dienstzeit seit der ersten Berufung in das Beamtenverhältnis, das Referendariat also in der Regel mit. Erst nach fünf Jahren besteht ein Anspruch auf Ruhegehalt, es sei denn, die Dienstunfähigkeit geht auf eine Beschädigung im Dienst zurück (§ 5 SächsBeamtVG). Das Statusrecht gilt bundesweit, die Beträge unten gelten für Sachsen. Wählen Sie Ihren Status:

Status-Check Dienstunfähigkeit

Lehramtsstudium

Was der Dienstherr zahlt: Noch keiner. Auch eine Erwerbsminderungsrente gibt es im Studium meist nicht, weil die Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung fehlen.

Was die Versicherung leisten muss: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Studium sichert ohne Einkommen meist 1.000 bis 1.500 Euro im Monat ab. Sie sollte die Dienstunfähigkeitsklausel schon enthalten oder sich bei der Verbeamtung umstellen lassen.

Referendariat (Beamte auf Widerruf)

Was der Dienstherr zahlt: Wer dauerhaft dienstunfähig wird, wird entlassen (§ 23 Abs. 1 Nr. 3 BeamtStG). Ein Ruhegehalt gibt es nicht. Das Land versichert Sie in der gesetzlichen Rentenversicherung nach (§ 8 SGB VI). Eine Erwerbsminderungsrente zahlt die aber nur, wenn Sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten können.

Was die Versicherung leisten muss: Die Klausel muss die Entlassung wegen Dienstunfähigkeit im Vorbereitungsdienst ausdrücklich erfassen.

Probezeit (in Sachsen drei Jahre)

Was der Dienstherr zahlt: Liegen seit der ersten Verbeamtung, das Referendariat eingerechnet, weniger als fünf Jahre, folgt die Entlassung mit Nachversicherung in der gesetzlichen Rente. Ab zwei Jahren Dienstzeit kann das Land auf Antrag einen Unterhaltsbeitrag bewilligen, höchstens 40, 60 oder 80 Prozent des Ruhegehalts je nach Dienstzeit und in der Regel für höchstens fünf Jahre (§ 17 SächsBeamtVG). Einen Anspruch darauf gibt es nicht. Nach einer Beschädigung im Dienst werden Probebeamte in den Ruhestand versetzt (§ 28 Abs. 1 BeamtStG).

Was die Versicherung leisten muss: Die Klausel muss die Entlassung auf Probe wegen Dienstunfähigkeit erfassen. In dieser Phase ist sie am wichtigsten.

Lebenszeit, fünf Jahre und mehr

Was der Dienstherr zahlt: Sie werden in den Ruhestand versetzt und bekommen Ruhegehalt: in Sachsen mindestens 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge oder, wenn das mehr ist, die Mindestversorgung von rund 2.210 Euro brutto für Ledige. Für jedes Jahr vor dem 65. Geburtstag sinkt das Ruhegehalt um 3,6 Prozent, höchstens um 10,8 Prozent. Liegen seit der ersten Verbeamtung noch keine fünf Jahre, gilt dasselbe wie in der Probezeit.

Was die Versicherung leisten muss: Die Rente der Versicherung deckt den Abstand zwischen Ruhegehalt und bisherigem Netto. Wichtig sind jetzt die Teildienstunfähigkeit und eine Nachversicherung für Besoldungserhöhungen.

Angestellte Lehrkraft

Was der Dienstherr zahlt: Keiner, und damit keine Pension. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt eine Erwerbsminderungsrente nur, wenn Sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten können, gleich in welchem Beruf (§ 43 SGB VI).

Was die Versicherung leisten muss: Für Sie passt eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine Dienstunfähigkeitsklausel brauchen Sie nicht.

Allgemeine Einordnung nach Beamtenstatusgesetz und sächsischem Recht, kein Bescheid. Die verbindliche Auskunft zu Ihrer Versorgung gibt die Pensionsbehörde, in Sachsen das Landesamt für Steuern und Finanzen. Ihre Auswahl bleibt in Ihrem Browser.

Ihre Lücke

Wie groß ist Ihre Lücke im Referendariat und in der Probezeit?

Wir rechnen mit Ihnen durch, was der Dienstherr in Ihrem Status zahlen würde und welche Rente die Lücke schließt.

03 Wie hoch das Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit ausfällt

Ab fünf Dienstjahren wird eine Lehrkraft auf Lebenszeit bei Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt. Das Ruhegehalt steigt in Sachsen um 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge je Dienstjahr, höchstens auf 71,75 Prozent. Wer vor dem 60. Geburtstag in den Ruhestand geht, bekommt zwei Drittel der Zeit bis 60 als Zurechnungszeit hinzu (§ 14 SächsBeamtVG). Für jedes Jahr vor dem 65. Geburtstag sinkt das Ruhegehalt um 3,6 Prozent, bei Dienstunfähigkeit höchstens um 10,8 Prozent. Nach einem Dienstunfall entfällt dieser Abschlag (§ 15 SächsBeamtVG).

Nach unten sichert die Mindestversorgung ab: mindestens 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge oder, wenn das mehr ist, 66,47 Prozent aus einem festen Grundbetrag und der monatlichen Sonderzahlung. Für Ledige sind das in Sachsen derzeit 2.213,38 Euro brutto im Monat, für Verheiratete kommt der Familienzuschlag dazu.

1
Beispiel: Lehrerin, 32, sechs Dienstjahre

Sechs Jahre Dienstzeit einschließlich Referendariat plus 18,7 Jahre Zurechnungszeit ergeben 24,7 Jahre und damit 44,2 Prozent. Nach dem Abschlag von 10,8 Prozent bleiben 39,5 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge, brutto, vor Steuer und Krankenversicherung.

Das Ruhegehalt liegt damit auch nach fünf Jahren spürbar unter dem bisherigen Netto. Die Versicherung schließt diesen Abstand. Wie hoch die Rente bei Ihnen sein sollte, rechnen wir im Gespräch mit Ihren Zahlen durch.

04 Teildienstunfähigkeit: weniger Stunden, weniger Gehalt

Kann eine Lehrkraft noch mindestens die Hälfte ihrer Stunden unterrichten, versetzt der Dienstherr sie nicht in den Ruhestand. Er setzt die Arbeitszeit herab, das ist die begrenzte Dienstfähigkeit (§ 27 BeamtStG). In Sachsen sinkt die Besoldung dann anteilig. Dazu kommt ein Zuschlag von 50 Prozent der Differenz zur vollen Besoldung (§§ 11, 62 SächsBesG). Wer nur noch die Hälfte unterrichtet, bekommt also 75 Prozent der Bezüge. Der Zuschlag zählt nicht für das spätere Ruhegehalt.

Nach Max Eilerts Erfahrung kommt die Teildienstunfähigkeit vor allem bei psychischen Erkrankungen vor, als Zwang zur Teilzeit. Deshalb achtet er bei Beamten auf eine Klausel zur Teildienstunfähigkeit. Ohne sie zahlt die Versicherung bei begrenzter Dienstfähigkeit womöglich nichts.

05 Woran Sie eine echte Dienstunfähigkeitsklausel erkennen

Eine Dienstunfähigkeitsklausel macht die Entscheidung des Dienstherrn zum Leistungsfall der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wie weit sie trägt, hängt am Wortlaut. Der Bundesgerichtshof hat 2023 entschieden: Verlangt die Klausel neben der Versetzung in den Ruhestand zusätzlich, dass Sie berufsunfähig oder dauernd unfähig sind, begründet die Entscheidung des Dienstherrn keine unwiderlegbare Vermutung. Der Versicherer darf dann selbst prüfen, etwa mit einer eigenen Untersuchung (Urteil vom 31.05.2023, IV ZR 58/22).

Für Lehrkräfte kommt es auf diese Punkte an:

1
Leistung allein wegen der Entscheidung des Dienstherrn

Die Versetzung in den Ruhestand oder die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit genügt, ohne zusätzliche eigene Prüfung des Versicherers.

2
Referendariat und Probezeit erfasst

Die Klausel gilt auch für die Entlassung als Beamte auf Widerruf und auf Probe. In diesen Jahren fehlt das Ruhegehalt.

3
Teildienstunfähigkeit geregelt

Der Vertrag sagt, was bei begrenzter Dienstfähigkeit gezahlt wird.

4
Nachversicherung

Die Rente lässt sich bei Anlässen wie dem Berufsstart ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen. Bei Lehrkräften prüft Max Eilert diesen Punkt besonders genau.

Dazu kommen die Grundklauseln jeder guten Berufsunfähigkeitsversicherung: Verzicht auf die abstrakte Verweisung, eine Prognose von sechs Monaten und eine Arbeitsunfähigkeitsklausel. Ihr Zeitkontingent, etwa 18 Monate, gilt meist für die ganze Vertragsdauer. Sind 12 Monate verbraucht, bleiben für den nächsten Fall noch 6.

Klausel-Check

Hält Ihre Dienstunfähigkeitsklausel, was sie verspricht?

Wir prüfen den Wortlaut im Bedingungswerk, ob in Ihrem bestehenden Vertrag oder in den Tarifen, die für Sie infrage kommen.

06 Psychische Erkrankungen: der häufigste Grund und die schwierigste Gesundheitsfrage

Bei Lehrkräften führen psychische Erkrankungen am häufigsten zur Dienstunfähigkeit. Von den 2003 vorzeitig pensionierten Lehrkräften schieden fast zwei Drittel wegen einer psychischen Erkrankung aus (Deutsches Ärzteblatt 2006). Neuere Diagnose-Statistiken erheben die Länder nicht. Über alle Beamtengruppen gingen 2024 im öffentlichen Dienst 17 Prozent der neuen Pensionärinnen und Pensionäre wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand, im Schnitt mit 55,8 Jahren (Statistisches Bundesamt). Auch Max Eilert sieht bei Lehrkräften ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen.

Genau dieses Risiko ist bei einer Vorgeschichte am schwersten zu versichern. Nach Max Eilerts Erfahrung gilt:

  • Laufende oder kürzlich abgeschlossene Behandlung: eine Absicherung meist nur mit Ausschluss der Psyche.
  • Drei beschwerdefreie Jahre: Ab dann lässt sich in der Regel gut etwas machen.
  • Ausschluss später überprüfen: Die Überprüfung stoßen wir an. Der Versicherer fragt dann meist nach den Unterlagen der letzten drei Jahre.

Ein Vertrag mit Ausschluss der Psyche bleibt für jede andere Ursache wertvoll, deckt aber den häufigsten Grund nicht ab. Das ist der stärkste Grund, früh und gesund abzuschließen. Beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig: Tritt ein Versicherer im Leistungsfall vom Vertrag zurück oder kündigt ihn, liegt das nach Max Eilerts Erfahrung meist an Fehlangaben im Antrag. Wie ein Ausschluss Ihren Schutz verändert, erklärt die Seite zur Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Psychotherapie. Ihre Vorgeschichte legen wir mehreren Versicherern über die anonyme Voranfrage vor, ohne Namen und vor jedem Antrag. Das dauert oft ein bis zwei Wochen.

Anonyme Voranfrage

Therapie in der Vorgeschichte? Erst anonym anfragen.

Wir legen Ihren Fall mehreren Versicherern ohne Namen vor. Den Antrag stellen Sie erst dort, wo das Ergebnis passt.

07 Wann Lehrkräfte die Absicherung abschließen sollten

Der Beitrag richtet sich nach dem Alter und der Gesundheit beim Abschluss, und beides wird für die ganze Laufzeit festgeschrieben. Später auftretende Erkrankungen müssen Sie nicht nachmelden.

Max Eilert zum richtigen Zeitpunkt

„BU schließt man ab, wenn man gesund ist. Wenn man krank ist, guckt man häufig in die Röhre.“

Im Lehramtsstudium lassen sich ohne Einkommen meist 1.000 bis 1.500 Euro Rente absichern, bei einzelnen Tarifen bis 2.000 Euro. Mit dem Referendariat und der Verbeamtung erhöhen Sie über die Nachversicherungsgarantie, ohne neue Gesundheitsprüfung. Was im Studium dazugehört, erklärt der Ratgeber zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten.

Mit der Verbeamtung steht auch die private Krankenversicherung für Lehrer an. Die Krankenversicherung zahlt die Behandlung, die Dienstunfähigkeitsversicherung ersetzt das Einkommen. Beide Anfragen stellen wir parallel.

08 Was die Absicherung kostet

Eine 30-jährige verbeamtete Lehrkraft zahlt für 1.500 Euro Rente mit Dienstunfähigkeitsklausel nach unserer Erfahrung rund 50 bis 65 Euro im Monat, in diesem Alter eher am oberen Ende. Der Beitrag hängt vom Alter beim Abschluss, von der Gesundheit, der Rentenhöhe und der Laufzeit ab.

Für die Berufsunfähigkeitsversicherung allgemein empfiehlt Max Eilert eine Rente von 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens. Bei Beamten kommt es zusätzlich darauf an, in welchem Status Sie stehen und welches Ruhegehalt Sie schon erreicht hätten. Wenn Ihnen der Beitrag zu hoch erscheint, zeigt die Seite BU zu teuer, an welchen Stellschrauben sich drehen lässt, ohne die Klausel aufzugeben.

09 Angestellte Lehrkräfte: die normale Berufsunfähigkeitsversicherung

In Sachsen kann in der Regel nur verbeamtet werden, wer das 42. Lebensjahr noch nicht vollendet hat (§ 7 SächsBG). Wer später eingestellt wird, unterrichtet als angestellte Lehrkraft. Für sie gibt es keinen Dienstherrn, der über Dienstunfähigkeit entscheidet, und keine Pension. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt eine Erwerbsminderungsrente nur, wenn Sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten können, gleich in welchem Beruf (§ 43 SGB VI). Angestellte Lehrkräfte brauchen deshalb eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Dienstunfähigkeitsklausel.

10 Drei Annahmen im Check

11 Häufige Fragen

Brauche ich als verbeamtete Lehrkraft eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

In den ersten Jahren fast immer. Ein Ruhegehalt gibt es in der Regel erst nach fünf Dienstjahren. Wer vorher dienstunfähig wird, wird entlassen und in der gesetzlichen Rente nachversichert, die nur bei Erwerbsminderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zahlt. Danach deckt die Versicherung den Abstand zwischen Ruhegehalt und bisherigem Netto. Wichtig ist eine Dienstunfähigkeitsklausel.

Was bekommen Lehrer bei Dienstunfähigkeit vom Dienstherrn?

Das hängt am Status. Im Referendariat und bei weniger als fünf Dienstjahren folgt die Entlassung mit Nachversicherung in der gesetzlichen Rente, in der Probezeit kann das Land ab zwei Jahren einen Unterhaltsbeitrag bewilligen. Ab fünf Jahren gibt es Ruhegehalt, in Sachsen mindestens 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge oder die Mindestversorgung von rund 2.210 Euro brutto für Ledige.

Zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Dienstunfähigkeit?

Nur wenn der Vertrag eine Dienstunfähigkeitsklausel enthält. Ohne sie prüft der Versicherer nach seinem eigenen Maßstab, ob Sie Ihren Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können, unabhängig von der Entscheidung des Dienstherrn. Mit einer echten Klausel genügt die Versetzung in den Ruhestand oder die Entlassung wegen Dienstunfähigkeit.

Was ist eine echte Dienstunfähigkeitsklausel?

Eine Klausel, die die Leistung allein daran knüpft, dass Sie wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt oder entlassen werden. Verlangt sie zusätzlich, dass Sie berufsunfähig oder dauernd unfähig sind, darf der Versicherer trotz der Entscheidung des Dienstherrn selbst prüfen. So hat es der Bundesgerichtshof 2023 entschieden (IV ZR 58/22). Für Lehrkräfte sollte die Klausel auch die Entlassung im Referendariat und in der Probezeit erfassen.

Brauchen Referendare schon eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Das Referendariat ist die Phase mit dem geringsten Schutz: Wer dauerhaft dienstunfähig wird, wird entlassen, ein Ruhegehalt gibt es nicht. Eine Versicherung mit Klausel, die die Entlassung als Beamter auf Widerruf erfasst, schließt genau diese Lücke. Abschließen sollten Sie, solange Sie gesund sind.

Was passiert bei Teildienstunfähigkeit mit dem Gehalt?

Bei begrenzter Dienstfähigkeit setzt der Dienstherr die Arbeitszeit herab, mindestens auf die Hälfte (§ 27 BeamtStG). In Sachsen sinkt die Besoldung anteilig, dazu kommt ein Zuschlag von 50 Prozent der Differenz zur vollen Besoldung. Bei halbem Dienst sind das 75 Prozent der Bezüge. Der Zuschlag ist nicht ruhegehaltfähig. Ob die Versicherung dann zahlt, regelt die Klausel zur Teildienstunfähigkeit.

Wie viel kostet eine Dienstunfähigkeitsversicherung für Lehrer?

Eine 30-jährige verbeamtete Lehrkraft zahlt für 1.500 Euro Rente mit Dienstunfähigkeitsklausel nach unserer Erfahrung rund 50 bis 65 Euro im Monat, in diesem Alter eher am oberen Ende. Der Beitrag hängt vom Alter beim Abschluss, der Gesundheit, der Rentenhöhe und der Laufzeit ab. Das ist ein Näherungswert, kein Angebot.

Welche Erkrankungen führen bei Lehrkräften zur Dienstunfähigkeit?

Ob eine Lehrkraft dienstunfähig ist, beurteilt der Amtsarzt danach, ob sie ihre Dienstpflichten dauerhaft erfüllen kann. Eine feste Liste von Diagnosen gibt es dafür nicht. Studien zeigen psychische Erkrankungen als häufigsten Grund: Von den 2003 vorzeitig pensionierten Lehrkräften schied fast zwei Drittel wegen einer psychischen Erkrankung aus (Deutsches Ärzteblatt 2006). Neuere Diagnose-Statistiken erheben die Länder nicht.

Bekomme ich mit einer Psychotherapie in der Vorgeschichte noch eine Absicherung?

Meist ja, nach Max Eilerts Erfahrung bei laufender oder kürzlich abgeschlossener Behandlung aber nur mit Ausschluss der Psyche. Ab drei beschwerdefreien Jahren lässt sich in der Regel gut etwas machen. Ein Ausschluss lässt sich später überprüfen. Wie die Versicherer Ihren Fall sehen, klärt eine anonyme Voranfrage, bevor Sie einen Antrag stellen.

Quellen: Beamtenstatusgesetz §§ 23, 26, 27, 28; Sächsisches Beamtengesetz §§ 7, 26, 49; Sächsisches Beamtenversorgungsgesetz §§ 5, 14, 15, 17 und Anlage (gültig ab 1. April 2026); Sächsisches Besoldungsgesetz §§ 11, 62; § 8 SGB VI, § 43 SGB VI; § 172 VVG; Bundesgerichtshof, Urteil vom 31.05.2023, IV ZR 58/22; Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 455 vom 17.12.2025; Weber, Hörmann, Köllner, Deutsches Ärzteblatt 2006, Heft 13. Beiträge und Praxis: Beratung Elbland Finanz. Diese Seite ersetzt keine Versorgungsauskunft und keine individuelle Beratung.

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Stand Oktober 2026. Beträge nach sächsischem Recht, Mindestversorgung nach der Anlage zum Sächsischen Beamtenversorgungsgesetz in der ab 1. April 2026 gültigen Fassung. Beiträge sind Näherungswerte aus der Beratung, kein Angebot. Versicherungsmakler nach § 34d GewO. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.

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