- Sachsen ist das einzige Bundesland mit 90 Prozent Beihilfe für aktive Beamtinnen und Beamte mit zwei oder mehr Kindern. Für sächsische Lehrerfamilien sinkt der zu versichernde Restkostenanteil auf 10 Prozent.
- Verbeamtete Lehrkräfte sollten innerhalb der ersten sechs Monate nach Verbeamtung über die anonyme Risikovoranfrage prüfen, welche Anbieter sie zu welchen Konditionen aufnehmen. Wer die Frist verstreichen lässt, verliert die Aufnahmegarantie der Öffnungsaktion.
- Die pauschale Beihilfe, die in Sachsen seit 2024 angeboten wird, ist für Lehrkräfte fast nie wirtschaftlich vorteilhaft. Wer einmal wechselt, kann nicht zurück.
- Im Referendariat liegen Anwärtertarife zwischen 100 und 120 Euro im Monat, eine freiwillige gesetzliche Versicherung kostet meist 260 bis 297 Euro.
- Für Lehrkräfte ist eine ausreichende Psychotherapie-Erstattung im Tarif zentral. Ein guter Tarif erstattet mindestens 50 Sitzungen pro Jahr, idealerweise unbegrenzt.
- Der Beihilfeergänzungstarif Zusatzbaustein zur PKV, der Leistungen oberhalb der GOÄ und über die Beihilfe-Höchstsätze hinaus absichert. Kostet 20 bis 40 Euro pro Monat, verhindert vierstellige Eigenanteile bei Honorarvereinbarungen. ist 2026 in der Beamten-Sparte Standard, kein Wahlbaustein. Seriöse Anbieter führen für Beamte keine Tarife mehr ohne ihn.
01 Wer als Lehrkraft eine PKV braucht und ab wann
Lehrkräfte unterscheiden sich versicherungstechnisch fundamental je nach Beschäftigungsstatus. Welche Wahlmöglichkeiten Sie konkret haben, hängt davon ab, in welcher der vier folgenden Gruppen Sie sich befinden.
Drei Statusgruppen mit unterschiedlichen Spielräumen
Bewegen Sie die Maus über eine Karte oder tippen Sie sie an, um die Details zu sehen.
Lehramts-Anwärter im Referendariat
Referendare sind Beamte auf Widerruf und voll beihilfeberechtigt. In Sachsen 50 Prozent (ledig), 70 Prozent (1 Kind), 90 Prozent (ab 2 Kindern). Anwärtertarife ohne Altersrückstellungen kosten 100 bis 120 Euro pro Monat, freiwillige GKV liegt bei 260 bis 297 Euro. Die Sechs-Monats-Öffnungsaktion gilt bereits hier.
Verbeamtete Lehrkraft
Beamtin oder Beamter auf Probe (in der Regel drei Jahre) und auf Lebenszeit. Volle Beihilfeberechtigung, Sachsen-Vorteil 90 Prozent ab dem zweiten Kind. Rückkehr in die GKV ist nach Verbeamtung praktisch unmöglich. Die PKV-Entscheidung wirkt über die gesamte Berufsbiografie und in den Ruhestand hinein.
Tarifbeschäftigte Lehrkraft (TV-L E13)
Angestellte Lehrkräfte ohne Beihilfeanspruch sind GKV-pflichtversichert, solange das Jahresbrutto unter der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro liegt. Im sächsischen Schuldienst wird diese Grenze nahezu nie überschritten. PKV-Wechsel daher praktisch nur nach Verbeamtung möglich.
Verbeamtungsquote in Deutschland 2026
Die Verbeamtungsquote für Lehrkräfte unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland erheblich.
| Land | Anteil verbeamtet | Stand |
|---|---|---|
| Bayern, Baden-Württemberg, NRW | über 90 % | etabliert |
| Berlin (Wiedereinführung 2023) | 58,2 % | Schuljahr 2025/26 |
| Sachsen (Wiedereinführung 2019) | rund 41 % | 2026 |
In Sachsen sind 2026 etwa 14.000 von rund 34.000 Lehrkräften verbeamtet. Der Rest ist tarifbeschäftigt nach TV-L. Welche Gruppe Sie betrifft, klärt Ihre Personalstelle und steht in Ihrem Arbeitsvertrag.
Sechs-Monats-Frist nach Verbeamtung
Nach der Erstverbeamtung haben Sie sechs Monate Zeit, um eine PKV abzuschließen und dabei die Öffnungsklausel Garantierte PKV-Aufnahme für Erstverbeamtete bei mehreren großen PKV-Anbietern, auch mit Vorerkrankungen, mit maximal 30 Prozent Risikozuschlag. zu nutzen. Diese garantiert Ihnen die Aufnahme bei teilnehmenden Anbietern unabhängig vom Gesundheitszustand, mit einem maximalen Risikozuschlag von 30 Prozent. Maßgeblich ist, wann Ihr Antrag beim Versicherer eingeht, nicht der Versicherungsbeginn. Wer diese Frist verstreichen lässt, ist auf die reguläre Annahmeprüfung angewiesen und kann bei Vorerkrankungen schlechtere Bedingungen, einen Ausschluss oder im Worst Case eine Ablehnung erhalten.
Eine Ausnahme gibt es für Beamte, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind und deren Dienstverhältnis bereits am 31. Dezember 2004 bestand. Für sie gilt keine Frist, das Fenster steht dauerhaft offen. Wer dagegen die pauschale Beihilfe gewählt hat, ist von der Öffnungsaktion ausgeschlossen.
02 Die Beihilfe verstehen
Die Beihilfe ist der finanzielle Kern der Lehrer-PKV. Sie ist eine Sozialleistung des Dienstherrn, kein Versicherungsprodukt. Pro eingereichter Rechnung erhalten Sie einen prozentualen Anteil der beihilfefähigen Aufwendungen erstattet. Den verbleibenden Anteil deckt Ihre private Krankenversicherung über einen sogenannten Restkosten- oder beihilfekonformen Tarif.
Die Beihilfesätze 2026 nach Konstellation
| Konstellation | Sachsen | Bund + restl. Länder |
|---|---|---|
| Aktive Lehrkraft, ledig oder ohne Kind | 50 % | 50 % |
| Aktive Lehrkraft, mit einem Kind | 70 % | 70 % |
| Aktive Lehrkraft, mit zwei oder mehr Kindern | 90 % | 70 % |
| Kinder selbst | 80 % | 80 % |
| Pensionärin / Pensionär | 70 % | 70 % |
| Pensionärin in Sachsen mit ≥ 2 Kindern | 90 % | — |
| Berücksichtigungsfähige Ehegattin / Ehegatte | 70 % | 70 % |
Die Beihilfesätze in Sachsen folgen der sächsischen Beihilfeverordnung (SächsBhVO) und wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2024 reformiert. Für Aufwendungen, die seit diesem Datum entstanden sind, gelten die erhöhten Sätze.
Wann ein Ehepartner berücksichtigungsfähig ist
Wenn Ihr Ehepartner ein eigenes Einkommen hat, wird er nur dann von der Beihilfe als berücksichtigungsfähig anerkannt, wenn sein Jahreseinkommen einen festgelegten Grenzbetrag nicht überschreitet. In Sachsen beträgt dieser Grenzbetrag 2026 genau 20.180 Euro pro Jahr. In den Jahren 2024 und 2025 lag er noch bei 18.504 Euro. Der Wert wird jährlich entsprechend der Grundgehaltsentwicklung dynamisiert.
Beihilfe-Schnellrechner
Geben Sie Ihre Konstellation ein und sehen Sie sofort, welcher Beihilfesatz auf Sie zutrifft und welchen Restkostenanteil Sie über die PKV absichern müssen.
Wie viel Beihilfe steht Ihnen zu?
Bundesland + Status wählen. Wir zeigen Beihilfesatz und PKV-Restkostenquote.
Beispiel: 10.000 € Krankenhausrechnung
Beihilfe trägt 5.000 €, Ihre PKV 5.000 €.
Was passiert mit der Beihilfe im Ruhestand?
Wenn Sie als verbeamtete Lehrkraft in den Ruhestand wechseln, steigt der Beihilfesatz von 50 auf 70 Prozent. Für sächsische Pensionärinnen und Pensionäre mit zwei oder mehr Kindern bleibt es bei 90 Prozent. Der PKV-Beitrag sinkt dadurch deutlich. Wer im aktiven Dienst etwa 320 Euro im Monat zahlt, kommt nach der Pensionierung typischerweise auf 200 bis 240 Euro.
03 Der Sachsen-Vorteil: 90 Prozent Beihilfe für Familien
Sachsen ist 2026 das einzige Bundesland, das bei aktiven Beamtinnen und Beamten mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern den Beihilfesatz auf 90 Prozent angehoben hat. Diese Reform gilt seit dem 1. Januar 2024 und ist im Beihilfe-Merkblatt des Sächsischen Landesamts für Steuern und Finanzen festgelegt.
Für eine Lehrerfamilie mit zwei Kindern bedeutet das, dass nur noch 10 Prozent der beihilfefähigen Krankheitskosten privat zu versichern sind. Das wirkt sich direkt auf die Beitragshöhe aus: Eine 40-jährige verbeamtete Lehrkraft in Sachsen mit zwei Kindern und kleinerer Vorerkrankung zahlt in der Praxis für einen Premium-Tarif zwischen 150 und 160 Euro im Monat. Ohne den 90-Prozent-Vorteil läge derselbe Tarif bei 220 bis 320 Euro.
Auch die Kinder profitieren: Pro Kind fallen je nach Anbieter zwischen 30 und 40 Euro Monatsbeitrag an, ohne Selbstbehalt. Das ist konkurrenzlos günstig im Vergleich zu einer Vollversicherung von Kindern in der PKV.
Ehepartner und Sachsen-Beihilfe
Wenn Ihr Ehepartner privat versichert und berücksichtigungsfähig ist, erhält er einen Beihilfesatz von 70 Prozent. Sein Jahreseinkommen darf 2026 die Grenze von 20.180 Euro nicht überschreiten. Liegt das Einkommen darüber, fällt die Beihilfeberechtigung weg und der Partner muss sich vollständig selbst versichern, in der Regel in der GKV.
Was Sachsen unterscheidet, was alle Länder gemeinsam haben
Die Anhebung auf 90 Prozent für Mehrkinderfamilien ist eine sächsische Sonderregel. Andere Länder folgen weiterhin dem klassischen 50/70-Prozent-Modell. Selbst Berlin, das mit der Wiedereinführung der Verbeamtung 2023 das meiste politische Engagement bei der Lehrer-Versorgung gezeigt hat, hat den Bemessungssatz für Mehrkindfamilien nicht erhöht. Sachsen ist hier also tatsächlich ein Standortvorteil und kein Standardfall.
04 Sechs Mythen, denen wir täglich begegnen
Wir hören immer wieder dieselben Annahmen über die private Krankenversicherung für Lehrkräfte. Manche stimmen halb, manche sind kompletter Unsinn. Hier sind die sechs hartnäckigsten.
Erstgespräch zu Ihrer Lehrer-PKV
In 30 Minuten klären wir Ihre Situation, prüfen die Sachsen-Beihilfe und legen das weitere Vorgehen fest.
05 Pauschale Beihilfe: kein guter Weg für Lehrkräfte
Sachsen bietet seit dem 1. Januar 2024 zusätzlich zur klassischen individuellen Beihilfe eine pauschale Beihilfe an, das sogenannte Hamburger Modell. Statt einzelne Krankheitsrechnungen zu erstatten, übernimmt der Dienstherr 50 Prozent Ihres Krankenversicherungsbeitrags. Sie sind dann in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert oder in einer privaten Vollversicherung mit 100 Prozent Erstattung.
In acht Bundesländern (Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Sachsen, Thüringen) ist die pauschale Beihilfe verfügbar. Bayern, NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bieten sie 2026 nicht an.
Warum die pauschale Beihilfe für sächsische Lehrkräfte selten passt
Aus unserer Beratungspraxis sehen wir kaum einen Fall, in dem die pauschale Beihilfe für eine sächsische Lehrkraft die wirtschaftlich bessere Wahl ist. Der Grund liegt im System: In der GKV ist Ihr Beitrag einkommensabhängig, in der PKV ist er es nicht. Wer in Sachsen 70 oder 90 Prozent individuelle Beihilfe hätte, lässt durch die pauschale Beihilfe also bewusst einen sehr großen prozentualen Vorteil liegen.
Hinzu kommt: Die Wahl ist unwiderruflich. Wer einmal in der pauschalen Beihilfe ist, kann nicht in die individuelle zurück. Sie schließt außerdem die Öffnungsaktion aus, das Aufnahmerecht mit gedeckeltem Zuschlag steht danach nicht mehr offen. Diese Systementscheidung wirkt über das gesamte Berufsleben und den Ruhestand. Im Ruhestand bleibt der GKV-Beitrag einkommensabhängig, während die individuelle Beihilfe von 50 auf 70 Prozent (in Sachsen ab dem zweiten Kind sogar auf 90 Prozent) springt und den PKV-Beitrag dadurch zusätzlich senkt.
Der einzige Härtefall
Es gibt eine Konstellation, in der die pauschale Beihilfe trotzdem die richtige Wahl sein kann: Wenn eine PKV-Aufnahme wegen schwerer Vorerkrankungen nicht mehr möglich ist und auch die Öffnungsaktion bereits ausgeschöpft wurde. Aus der Beratungspraxis erinnern wir uns an einen 59-jährigen Beamten, der zum zweiten Mal verbeamtet wurde, Diabetiker war und für den die Öffnungsklausel nicht mehr griff. In solchen Fällen ist die pauschale Beihilfe eine notwendige Auffanglösung. Lehrkräfte mit gewöhnlichem Gesundheitsprofil sollten diesen Weg nicht freiwillig wählen.
06 Verbeamtung 2026: Wer wird wo verbeamtet?
Sachsen: Verbeamtung seit 2019 wieder möglich
Sachsen hat die Verbeamtung von Lehrkräften 2019 als letztes Bundesland wieder eingeführt. Voraussetzung ist die Erfüllung der laufbahnrechtlichen, gesundheitlichen und altersbezogenen Anforderungen. Die Höchstaltersgrenze für die Erstverbeamtung liegt nach § 7 des Sächsischen Beamtengesetzes bei vollendetem 42. Lebensjahr. Sie kann durch Rechtsverordnung für bestimmte Beamtengruppen auf bis zu 52 Jahre angehoben werden.
| Verlängerungsgrund | Maximaler Aufschub |
|---|---|
| Schwerbehinderung | bis zu 5 Jahre |
| Elternzeit, Kinderbetreuung, Pflegezeit | tatsächliche Dauer, höchstens 1 Jahr pro Einzelfall |
In Mangelfächern wie Physik, Chemie oder bestimmten sonderpädagogischen Fachrichtungen werden Lehrkräfte auch oberhalb der Standard-Altersgrenze noch verbeamtet, die genaue Verwaltungspraxis variiert nach Schulart und Landkreis.
Berlin: Antragsfrist endet 31. Dezember 2026
Berlin hat die Lehrer-Verbeamtung 2023 nach 18 Jahren Pause wieder eingeführt. Bestandslehrkräfte können sich noch bis zum 31. Dezember 2026 verbeamten lassen. Bis Ende März 2026 wurden knapp 12.000 Anträge erfolgreich bearbeitet. Damit sind 58,2 Prozent der Berliner Lehrerschaft verbeamtet, gegenüber 31,1 Prozent im Schuljahr 2021/22.
Wer als angestellte Lehrkraft in Berlin lebt und die Antragsfrist noch nicht genutzt hat, sollte sich zeitnah informieren. Nach dem 31. Dezember 2026 gibt es keine Bestandsverbeamtung mehr. Wir beraten Berliner Lehrkräfte routinemäßig aus der Ferne.
Bayern, Baden-Württemberg, NRW
Diese Länder verbeamten Lehrkräfte traditionell und nahezu flächendeckend. Die Altersgrenzen liegen zwischen 42 und 47 Jahren, mit Mangelfach-Ausnahmen bis 52 Jahre. Die Beihilfesätze folgen dem Bundes-Standard 50/70/80 Prozent ohne sächsische 90-Prozent-Erhöhung für Mehrkinderfamilien.
07 Was kostet die private Krankenversicherung für Lehrer?
Die folgenden Beitragsspannen stammen aus der Beratungspraxis 2025/2026 von Elbland Finanz. Es handelt sich um echte Angebotsbeispiele für Premium-Tarife mit Selbstbehalt 0 Euro, anonymisiert. Konkrete Beiträge hängen von Anbieter, Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewünschten Wahlleistungen ab.
| Profil | Beihilfe | Lehrer-Beitrag pro Monat | Kinder-Beitrag pro Monat |
|---|---|---|---|
| Sächsischer Referendar, 25 J, ledig, gesund | 50 % | 100–120 € | — |
| Junge sächsische Lehrkraft, 30 J, verheiratet, 1 Kind, gesund | 70 % | rund 200 € | 30–40 € |
| Quereinsteiger Lehramt, 40 J, verheiratet, 2 Kinder, kleinere Vorerkrankung | 90 % | 150–160 € | 30–40 € |
Auffällig ist, dass die 40-jährige Lehrkraft mit zwei Kindern absolut weniger zahlt als die 30-jährige mit einem Kind. Das liegt am sächsischen 90-Prozent-Beihilfesatz, der den zu versichernden Restkostenanteil auf 10 Prozent drückt. Hier wird der Sachsen-Vorteil rechnerisch sichtbar.
Kosten-Spektrum 2026 nach Eintrittsalter
Beamter mit 50 % Beihilfe, ledig, kein Risikozuschlag, mittleres Leistungsniveau. Bewege die Maus über eine Zeile.
- 25 J Referendar180–260 €/Mt
- 30 J Berufseinstieg200–290 €/Mt
- 35 J Aufbauphase230–330 €/Mt
- 40 J Etabliert280–380 €/Mt
- 45 J Lebensmitte340–450 €/Mt
- 50 J Konsolidierung410–540 €/Mt
Die Spanne ergibt sich aus Anbieter, Tarif-Konfiguration und Risikobewertung. Bei Vorerkrankungen mit Risikozuschlag kann das obere Ende deutlich überschritten werden.
Beitragsverlauf vom Berufseinstieg bis zur Pension
Wie entwickelt sich Ihr Beitrag über die Berufsbiografie? Vom günstigen Anwärtertarif im Referendariat über die aktive Phase bis zur Pensionierung mit erhöhtem Beihilfesatz.
Quellen: Branchen-Durchschnitt PKV-Verband 2024 für Werte ab 65, Schätzungen vor 65 auf Basis Eintrittsalter-Tabelle. Werte sind Orientierungs-Größen, individuelle Beiträge können abweichen.
08 Anbieter wählen: Was ein guter Lehrer-Tarif können muss
Welcher Anbieter konkret für Sie der richtige ist, hängt von Ihrer Gesundheit, Ihrem Eintrittsalter und Ihrem Bundesland ab. Eine seriöse Empfehlung steht erst nach einer anonymen Risikovoranfrage, weil dieselbe Diagnose bei verschiedenen Anbietern zu sehr unterschiedlichen Konditionen führt. Was wir Ihnen aber sagen können: Es gibt fünf Kriterien, an denen sich ein guter Lehrer-Tarif erkennen lässt.
Kriterium 1: Bausteinweise Tariflogik
Achten Sie darauf, dass der Tarif aus mehreren Bausteinen besteht, statt ein einzelner 50-Prozent-Tarif zu sein. Eine bewährte Konstruktion ist ein 30-Prozent-Grundbaustein mit einem zusätzlichen 20-Prozent-Aufstockungsbaustein. Der Hintergrund: Sobald sich Ihre Beihilfekonstellation ändert, etwa weil ein Kind geboren wird (50 auf 70 Prozent) und später aus dem Kindergeldanspruch herausfällt, müssen Sie nur den 20-Prozent-Baustein dazu- oder wegbuchen. Bei einer monolithischen Tarif-Logik müssten Sie zwischen Tarifen wechseln und würden in den meisten Fällen ein neues Startalter erhalten. Das ist kalkulatorisch deutlich schlechter.
Kriterium 2: Erstattung oberhalb der GOÄ-Höchstsätze
Ärztliche Honorare gehen bei privatärztlichen Behandlungen häufig über den 3,5-fachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte hinaus, insbesondere im stationären Bereich. Ein guter Tarif erstattet diese Mehrleistungen ambulant, stationär und zahnärztlich. Der Beihilfeergänzungstarif schließt diese Lücke zur Beihilfe und ist 2026 für Beamte Standard, kein Wahlbaustein. Seriöse Anbieter führen für die Beamten-Sparte gar keine Tarife mehr ohne ihn.
Kriterium 3: Kein Tarif mit Öffnungsklausel-Kollektiv
Anbieter, die mit der Öffnungsklausel besonders aggressiv werben, haben strukturell ein stärker krankheitsbelastetes Versichertenkollektiv. Wenn Sie gesund sind, sollten Sie einen Anbieter wählen, der nicht primär über die Öffnungsaktion akquiriert. Das wirkt sich langfristig positiv auf die Beitragsstabilität aus.
Kriterium 4: Premium-Wahlleistungen im stationären Bereich
Ein guter Lehrer-Tarif erstattet Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung und Behandlung in Privatkliniken. Diese Wahlleistungen sind im Beamten-Tarif zu vergleichsweise geringen Mehrkosten zu haben und im Schadenfall vierstellig wirksam.
Kriterium 5: Ausreichende Erstattung von Psychotherapie
Lehrkräfte haben statistisch ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen, insbesondere Burn-out und Depression. Ein guter Tarif erstattet idealerweise unbegrenzt viele psychotherapeutische Sitzungen pro Jahr, mindestens jedoch 50. Tarife, die bei 30 Sitzungen abriegeln, sind für Lehrkräfte nicht zu empfehlen.
Teildienstunfähigkeit und Stimmtherapie
Zwei weitere lehrerrelevante Punkte sollten Sie prüfen, sind 2026 jedoch in seriösen Beamten-Tarifen bereits Standard: Eine sinnvoll abgebildete Teilarbeits- und Teildienstunfähigkeit sowie die Erstattung von Stimmtherapie und Logopädie, weil Stimmbelastung ein klassisches Lehrer-Berufsbild ist.
Unser PKV-Maklerpool
09 Öffnungsklausel: Ist sie in Ihrem Fall sinnvoll?
Die Öffnungsaktion garantiert verbeamteten Lehrkräften in den ersten sechs Monaten nach Erstverbeamtung eine PKV-Aufnahme unabhängig vom Gesundheitszustand, mit maximal 30 Prozent Risikozuschlag. Klingt erstmal nach einer reinen Sicherheitsoption. In der Praxis ist sie das nicht für jeden. Beantworten Sie die folgenden Fragen, um zu sehen, ob die Öffnungsaktion für Sie wirklich der bessere Weg ist oder ob Sie ohne sie zu besseren Konditionen aufgenommen werden.
Werden Sie erstmals verbeamtet oder sind Sie erst kürzlich verbeamtet worden?
Die Öffnungsklausel gilt nur bei der Erstverbeamtung, nicht bei Zweit- oder Drittverbeamtung. Bei freier Heilfürsorge (Polizei, Feuerwehr, Justizvollzug, Bundeswehr) läuft die Frist ab Beginn des Heilfürsorgeanspruchs, nicht ab der Verbeamtung.
10 PKV im Referendariat
Wer im Lehramts-Vorbereitungsdienst (Referendariat) als Beamtin oder Beamter auf Widerruf eingestellt wird, hat denselben Beihilfeanspruch wie aktive Lehrkräfte. In Sachsen also je nach Familienstand 50, 70 oder 90 Prozent.
Anwärtertarife: Beiträge in der Praxis
| Variante | Monatsbeitrag 2026 |
|---|---|
| Beihilfekonformer Anwärtertarif (PKV) | 100–120 € |
| Freiwillige Gesetzliche Krankenversicherung | 260–297 € |
| Ersparnis PKV gegenüber GKV | 150–190 € pro Monat |
Anwärtertarife sind günstig, weil PKV-Anbieter für sie keine Altersrückstellungen bilden. Die meisten Anwärtertarife gelten bis zum vollendeten 33. Lebensjahr, einige Anbieter setzen die Grenze bei 36 oder 42 Jahren an. Nach Ablauf der Anwärterzeit wird automatisch auf einen regulären Beamtentarif umgestellt. Der Beitrag steigt dann auf typische 250 bis 350 Euro pro Monat.
Warum die Voranfrage im Referendariat sinnvoll ist
Wir empfehlen, die Risikovoranfrage so früh wie möglich in der Referendariatszeit zu starten, idealerweise vor der ersten psychotherapeutischen Behandlung oder einer chronischen Diagnose. Hintergrund: Die Belastung im Referendariat führt bei einem nennenswerten Anteil der Anwärterinnen und Anwärter zu psychischen Erstkontakten, die später in der Annahmeprüfung sichtbar werden. Wer früh in den Tarif eingestiegen ist oder eine Anwartschaft auf einen voll leistungsfähigen Tarif gesichert hat, vermeidet Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse.
11 PKV im Ruhestand
Wer in den Ruhestand wechselt, erlebt mehrere finanzielle Veränderungen, die alle in dieselbe Richtung wirken: Die monatliche PKV-Belastung sinkt deutlich.
Erstens steigt der Beihilfesatz von 50 auf 70 Prozent. Der Restkostenanteil im PKV-Tarif sinkt entsprechend von 50 auf 30 Prozent. Sächsische Pensionärinnen und Pensionäre mit zwei oder mehr Kindern bleiben bei 90 Prozent Beihilfe.
Zweitens greifen die Alterungsrückstellungen, die in jedem PKV-Beitrag während der Erwerbsphase gebildet wurden. Diese dämpfen den Beitragsanstieg im Alter erheblich. Der Branchen-Durchschnittsbeitrag für beihilfeberechtigte Pensionäre zwischen 61 und 80 Jahren liegt 2026 zwischen 200 und 240 Euro pro Monat.
Drittens können Pensionärinnen und Pensionäre einen Zuschuss aus ihrer gesetzlichen Rente zur PKV beantragen. Dieser beträgt 2026 zusammengerechnet 8,75 Prozent der Bruttorente (7,3 Prozent allgemeiner GKV-Beitragssatz halbiert plus 1,45 Prozent durchschnittlicher Zusatzbeitrag halbiert), maximal jedoch 50 Prozent des tatsächlichen PKV-Beitrags. Der Pflegeversicherungsbeitrag wird nicht bezuschusst.
Beitragsentlastungstarif
Wer im Ruhestand zusätzlich Beiträge sparen will, kann während der Erwerbsphase einen Beitragsentlastungstarif vereinbaren. Dieser Aufschlag wird steuerlich begünstigt verbucht und im Ruhestand zur Beitragsminderung verwendet. Aufschläge liegen typischerweise bei 10 bis 20 Euro pro Monat. Beamte zahlen den Aufschlag voll selbst, ohne Dienstherrn-Beteiligung. Trotzdem rentiert sich die Konstruktion in den meisten Fällen, weil der Tarif den Beitrag im Alter überproportional senkt.
Was bringt Ihnen eine Beitragsentlastung im Ruhestand?
Sie zahlen jetzt einen Zuschlag, später eine geringere monatliche Belastung. Der Rechner zeigt Ihnen ein vereinfachtes Sparplan-Szenario.
12 Vorerkrankungen bei Lehrkräften
Der Lehrberuf bringt typische gesundheitliche Risiken mit sich. Diese werden in der PKV-Annahmeprüfung sichtbar:
- Burn-out, Depressionen, Angststörungen (psychische Belastung im Schulalltag)
- chronische Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle (Stehbelastung, Bückbelastung)
- Stimmstörungen, Tinnitus (Stimm- und Lärmbelastung)
- Hashimoto-Thyreoiditis (statistisch häufig in der Lehrer-Altersgruppe)
- ADHS, oft erst im Erwachsenenalter diagnostiziert
PKV-Unternehmen fragen ambulante Behandlungen der letzten drei bis zehn Jahre ab, stationäre Behandlungen der letzten zehn Jahre. Einige Anbieter beschränken den Abfragezeitraum bewusst auf fünf Jahre. Je nach Diagnose, Behandlungsverlauf und Medikation können Risikozuschläge bis 30 Prozent erhoben, Leistungsausschlüsse vereinbart oder im ungünstigsten Fall der Antrag abgelehnt werden.
Die Öffnungsaktion: Auffangnetz für Vorerkrankte
Für neu verbeamtete Lehrkräfte gibt es innerhalb der ersten sechs Monate nach Erstverbeamtung die sogenannte Öffnungsaktion. Sie garantiert die Aufnahme bei teilnehmenden PKV-Anbietern unabhängig vom Gesundheitszustand. Der maximale Risikozuschlag beträgt 30 Prozent. Auch Beamte auf Widerruf (Referendare) können diese Aktion bereits nutzen.
Wenn Sie als Lehrkraft mit Vorerkrankungen die Öffnungsaktion verpasst haben, bleiben mehrere Wege. Der reguläre Antrag mit voller Gesundheitsprüfung führt je nach Diagnose zu einem Risikozuschlag oder einem Leistungsausschluss, oft aber trotzdem zur Aufnahme. Sie können in der gesetzlichen Kasse bleiben, in Sachsen und den anderen Ländern mit diesem Angebot auch mit pauschaler Beihilfe. Und es bleibt der Basistarif. Dieser unterliegt einem gesetzlichen Kontrahierungszwang nach § 152 VAG und darf den GKV-Höchstbeitrag nicht überschreiten. Leistungen sind allerdings auf GKV-Niveau begrenzt, also deutlich schlechter als ein Premium-Tarif. Welcher der Wege trägt, hängt an Ihren Diagnosen und lässt sich über die anonyme Voranfrage klären.
Die anonyme Risikovoranfrage
Bevor Sie einen PKV-Antrag stellen, sollten Sie eine anonyme Risikovoranfrage durchführen. Dabei werden Ihre Gesundheitsdaten und Ihr gewünschter Leistungsumfang anonymisiert an mehrere Anbieter übermittelt. Sie erhalten eine Einschätzung, welche Anbieter Sie zu welchen Konditionen aufnehmen würden, ohne dass eine spätere Ablehnung in internen Systemen vermerkt wird. Wir bieten diesen Service als Versicherungsmakler standardmäßig kostenfrei an.
13 Die drei häufigsten Fehler bei Lehrkräften
Aus unserer Beratungspraxis sehen wir drei Fehler immer wieder. Sie kosten Lehrkräfte über die Vertragslaufzeit von 30 bis 50 Jahren leicht fünfstellig.
Fehler 1: Die pauschale Beihilfe wählen
Wer in Sachsen, Berlin oder einem der anderen Bundesländer mit pauschaler Beihilfe in dieses Modell wechselt, gibt strukturell den Beihilfe-Vorteil auf. Der GKV-Beitrag ist einkommensabhängig, was bei steigender Besoldung und Pensionsbezügen zu erheblich höheren absoluten Belastungen führt als die individuelle Beihilfe mit beihilfekonformer PKV. Die Wahl ist unwiderruflich. Ein nachträglicher Wechsel zurück in die individuelle Beihilfe ist gesetzlich ausgeschlossen.
Fehler 2: Die Sechs-Monats-Frist nach Verbeamtung verstreichen lassen
Die Öffnungsaktion gilt nur in den ersten sechs Monaten nach der Erstverbeamtung. Wer diese Frist verpasst, ist auf die reguläre Annahmeprüfung angewiesen. Bei Vorerkrankungen führt das oft zu Zuschlägen, Ausschlüssen oder Ablehnungen, die später nicht mehr korrigierbar sind. Wir empfehlen, die anonyme Risikovoranfrage spätestens drei Monate nach der Verbeamtung zu starten.
Fehler 3: Falsche oder unvollständige Angaben zu Vorerkrankungen
Wer im Antrag bewusst oder versehentlich Diagnosen, Behandlungen oder Medikamentenanamnesen verschweigt, riskiert nicht nur Risikozuschläge, sondern die nachträgliche Anfechtung des Vertrags durch den Versicherer. Die Konsequenzen reichen von Leistungsversagung im Krankheitsfall bis zur vollständigen Vertragsauflösung. Eine sorgfältige Aufarbeitung der Versichertenauskunft Ihrer Krankenkasse und der Patientenakten der letzten zehn Jahre ist Pflichtteil jeder seriösen PKV-Beratung. Wir helfen Ihnen, die Daten vor der Antragstellung zu konsolidieren.
14 Andere Beamtengruppen, ähnliche Fragen
Wenn Sie in einem anderen Beamtenverhältnis als dem einer Lehrkraft tätig sind, gelten viele der hier dargestellten Grundsätze ähnlich, aber nicht identisch. Für zwei verwandte Gruppen haben wir eigene Seiten:
- Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte: höhere Besoldung im Vergleich zum Lehramt, sonst sehr ähnliche Beihilfe- und PKV-Logik. Wahlleistungstarife rentieren sich häufiger.
- Andere Beamtengruppen (allgemeine Verwaltung, Polizei, Feuerwehr): Grundregeln auf unserer Seite zur PKV für Beamte.
15 Häufige Fragen
Lohnt sich die private Krankenversicherung als Lehrer überhaupt?
Müssen Lehrer Krankenversicherung zahlen?
Sind Lehrer in Sachsen automatisch privat versichert?
Wie viel kostet die PKV für Lehrer?
Welche Krankenversicherung als Referendar?
Sollte ich als Lehrer privat oder gesetzlich versichern?
Was ist der Beihilfeergänzungstarif und brauche ich ihn als Lehrer?
Lohnt sich die pauschale Beihilfe in Sachsen?
Wie lange Zeit habe ich nach der Verbeamtung für die PKV?
Wird die PKV im Alter unbezahlbar?
Kann ich als verbeamtete Lehrkraft zurück in die GKV?
Ich bin Lehrer an einer Privatschule. Gelten andere Regeln?
Was passiert, wenn ich aus einem anderen Bundesland nach Sachsen versetzt werde?
16 Termin mit Max buchen oder anonyme Voranfrage starten
Wenn Sie sich zur PKV für Lehrer beraten lassen möchten, buchen Sie hier ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch. Wir nehmen uns 30 bis 45 Minuten Zeit, klären Ihre Ausgangslage, Ihre Wünsche und das weitere Vorgehen. Das Gespräch kann telefonisch, per Videocall oder bei uns vor Ort in Coswig stattfinden.
Eine konkrete Tarifempfehlung können wir erst nach einem persönlichen Beratungsgespräch und einer individuellen Bedarfsanalyse aussprechen. Die Inhalte dieser Seite geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung.
Erstgespräch mit Max direkt buchen
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