- Eine Depression ist kein K.-o.-Kriterium. Bei einer psychischen Vorgeschichte ist die BU nach unserer Erfahrung sogar leichter zu bekommen als die private Krankenversicherung.
- Der Regelfall ist der Ausschluss der Psyche. Alle körperlichen Ursachen bleiben dann voll versichert. Ein Zuschlag kommt bei Depression sehr selten vor.
- Drei Jahre sind die Marke. Läuft die Behandlung noch, ist ohne Ausschluss praktisch nichts möglich. Ist sie seit drei Jahren abgeschlossen, lässt sich in der Regel gut etwas erreichen.
- Anonyme Voranfrage zuerst. So sehen Sie, wer ausschließt, wer ablehnt und wer Sie ohne Einschränkung nimmt, bevor Ihr Name bei einem Versicherer liegt.
01 Depression und Berufsunfähigkeitsversicherung: was möglich ist
Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Deshalb fragen Versicherer bei einer Depression in der Vorgeschichte genau nach. Abgesichert werden können Sie trotzdem, und bei der Psyche ist die BU nach unserer Erfahrung zugänglicher als die private Krankenversicherung.
Drei Ergebnisse sind realistisch:
- Annahme mit Ausschluss der Psyche: der häufigste Weg. Die BU leistet dann bei allen Ursachen außer einer psychischen Erkrankung.
- Annahme ohne Einschränkung: möglich, wenn die Behandlung abgeschlossen ist und lange genug zurückliegt.
- Ablehnung oder Zurückstellung: vor allem, wenn die Behandlung noch läuft.
Ein Risikozuschlag, bei dem die Psyche gegen einen höheren Beitrag mitversichert bleibt, kommt bei Depression sehr selten vor. Bei ADHS ist das anders, dort ist ein Zuschlag ein realistischer Weg.
02 Woran Versicherer eine Depression messen
BU-Versicherer arbeiten mit internen Tendenztabellen. Die unterscheiden zwischen leichter und schwerer Depression, zwischen laufender und abgeschlossener Behandlung und danach, wie lange der Abschluss zurückliegt. Deshalb bekommen zwei Menschen mit ähnlicher Vorgeschichte oft verschiedene Antworten, und deshalb lohnt es sich, mehrere Versicherer zu fragen.
Was der Versicherer sieht, steht in Ihren Unterlagen: Diagnose, Dauer der Behandlung, Medikamente und, wenn es einen gibt, der Abschlussbericht. Ein Bericht, der die Beschwerdefreiheit klar festhält, ist oft das wichtigste Dokument. Was darin stehen sollte und warum er nach kurzen Behandlungen häufig fehlt, steht im Abschnitt zum Therapieabschlussbericht.
Wie würde ein Versicherer Ihre Depression einstufen?
Die Antworten gehen zwischen den Gesellschaften auseinander. Wir schildern Diagnose, Behandlungsdauer und Abstand ohne Ihren Namen mehreren BU-Versicherern und legen Ihnen die Ergebnisse vor.
03 Drei Jahre: ab wann es wieder gut aussieht
Solange die Behandlung läuft, ist ohne Ausschluss der Psyche praktisch nichts möglich. Nach unserer Erfahrung kommt dann meist ein Vertrag mit Ausschluss der Psyche zustande, möglich sind auch eine Zurückstellung oder eine Ablehnung. Als laufend gilt eine Behandlung auch dann, wenn Sie nur noch alle paar Monate zu Ihrer Therapeutin gehen oder weiter Medikamente nehmen.
Ist die Behandlung abgeschlossen, zählt der Abstand. Max Eilert nennt drei Jahre als die entscheidende Marke: „Ist die Therapie abgeschlossen und Sie sind seit drei Jahren beschwerdefrei, können wir in der Regel gut etwas machen.“
Dazu kommt der Abfragezeitraum. Manche Versicherer fragen ambulante Behandlungen nur drei Jahre zurück ab, andere fünf. Einzelne verzichten bei bestimmten psychischen Diagnosen schon nach zwei Jahren auf den Ausschluss. Welcher Versicherer wie weit zurückfragt, klärt die anonyme Voranfrage.
Wo stehen Sie gerade?
Wählen Sie zuerst, ob Ihre Behandlung noch läuft.
Orientierung aus unserer Beratungspraxis, keine Zusage. Ihre Eingaben bleiben in Ihrem Browser und werden weder gespeichert noch übertragen.
Eine 29-jährige Psychotherapeutin kam mit einer Depression zu uns, deren Behandlung drei Jahre zurücklag, dazu ein paar kleinere Nebenbefunde. Sie wurde ohne Zuschlag angenommen. Pauschal übertragbar ist das nicht, weil Diagnose, Abstand und Verlauf in jedem Fall anders zusammenspielen.
04 Ausschluss der Psyche: was er für Sie bedeutet
Mit einem Ausschluss der Psyche leistet die BU nicht, wenn Sie wegen einer psychischen Erkrankung berufsunfähig werden. Alle anderen Ursachen bleiben voll versichert, etwa Rücken, Gelenke, Unfälle oder innere Erkrankungen. Ihr Beitrag bleibt dabei normal.
Weil psychische Erkrankungen die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind, nimmt ein Ausschluss einen wichtigen Teil des Schutzes heraus. Ein großer Teil bleibt trotzdem versichert, und für viele ist das ein tragfähiger Weg, wenn die Psyche anders nicht zu bekommen ist.
Ein Ausschluss muss außerdem nicht für immer gelten. Sind Sie über Jahre beschwerdefrei, lässt er sich nach unserer Erfahrung in der Regel nachverhandeln und wieder aus dem Vertrag nehmen.
Depression in der Vorgeschichte? Lassen Sie es anonym prüfen.
Wir fragen Ihren Fall bei mehreren BU-Versicherern parallel an, ohne Ihren Namen. Danach wissen Sie, wer ausschließt, wer ablehnt und wer Sie ohne Einschränkung nimmt.
05 Angststörung und Burnout
Angststörung
Für eine Angststörung gelten dieselben Fragen: Läuft die Behandlung noch, und wie lange liegt sie zurück? Ein Fall aus unserer Praxis zeigt, wie streng das gesehen wird. Eine 26-jährige Ärztin mit Angststörung ging nur noch alle paar Monate zu ihrer Psychologin. Damit galt die Behandlung als nicht abgeschlossen, und kein Versicherer nahm sie ohne Ausschluss der Psyche an. Abgesichert haben wir sie trotzdem, mit Ausschluss.
Burnout
Burnout ist im ICD-10 keine eigenständige Krankheitsdiagnose, sondern ein Zusatzschlüssel (Z73.0, „Ausgebranntsein“). Für den Antrag zählt, was Ihre Ärztinnen und Ärzte tatsächlich diagnostiziert und behandelt haben. Steht in der Akte eine depressive Episode, prüft der Versicherer eine Depression. Auch eine Krankschreibung wegen Erschöpfung gehört in den Antrag, wenn der Versicherer danach fragt.
Nach Max Eilerts Erfahrung bewerten die Versicherer einen Burnout mindestens so streng wie eine Depression. Hinter einem Burnout stehen oft 20, 30 oder 40 Therapiesitzungen mit einer festen Diagnose. In den Fällen aus unserer Praxis lag der Burnout noch nicht lange zurück, und die Versicherer haben abgelehnt. Ohne mindestens drei Jahre Beschwerdefreiheit ist eine BU nach einem Burnout kaum zu bekommen, möglich ist sonst höchstens ein Vertrag mit Ausschluss der gesamten Psyche.
06 Depression im Antrag angeben
Anzugeben ist, was im abgefragten Zeitraum ärztlich oder psychotherapeutisch behandelt wurde und wonach der Versicherer in Textform fragt (§ 19 VVG). Das gilt auch für Antidepressiva, wenn nach Medikamenten gefragt wird, und für eine Therapie, die Sie selbst bezahlt haben. Die Fragen richten sich nach der Behandlung, nicht danach, wer sie bezahlt hat.
Wer etwas verschweigt, riskiert den Schutz genau dann, wenn er ihn braucht. Der Versicherer kann vom Vertrag zurücktreten oder ihn bei arglistiger Täuschung anfechten und die Rente verweigern.
Beginnt eine Behandlung erst nach dem Abschluss Ihrer BU, müssen Sie nichts nachmelden, denn die Anzeigepflicht endet mit dem Antrag.
Unsicher, wie weit Ihr Antrag zurückfragt?
Welcher Versicherer wie weit zurückfragt, klärt die anonyme Voranfrage. Den Antrag stellen Sie erst, wenn feststeht, wer Sie zu welchen Bedingungen nimmt.
07 Warum die anonyme Voranfrage bei Depression zuerst kommt
In der Berufsunfähigkeitsversicherung spielt das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS) eine Rolle. Stellt ein Versicherer bei einem offenen Antrag ein erhöhtes Risiko fest, etwa wegen einer erheblichen Vorerkrankung, kann er Sie dort vermerken. Die Krankheit steht nicht im HIS, aber der nächste Versicherer erkennt bei seiner Anfrage, dass eine besondere Einstufung vorliegt (Broschüre des Gesamtverbands der Versicherer).
Bei der anonymen Voranfrage geht Ihr Name nicht mit. Wir schildern Ihren Fall mehreren Versicherern parallel und holen deren Einschätzung ein. Erst wenn klar ist, wer Sie zu welchen Bedingungen nimmt, stellen Sie den Antrag, und zwar gezielt dort. Bei einer Depression lohnt das besonders, weil die Bewertungen der Versicherer weit auseinandergehen.
Wollen Sie zusätzlich in die private Krankenversicherung, sollten beide Voranfragen parallel laufen, denn die PKV prüft bei der Psyche strenger. Und wer vor allem Angehörige absichern will: Die Risikolebensversicherung trotz Psychotherapie ist nach einer psychischen Vorgeschichte deutlich leichter zu bekommen als die BU.
08 Zahlt die BU bei Depression?
Ja, solange im Vertrag kein Ausschluss der Psyche vereinbart ist. Dann ist eine Depression versichert wie jede andere Ursache. Die Rente fließt, wenn Sie Ihren Beruf zu mindestens 50 Prozent und voraussichtlich mindestens sechs Monate nicht mehr ausüben können. Gute Verträge leisten schon ab sechs Monaten Arbeitsunfähigkeit, und zwar rückwirkend.
Berufsunfähig heißt dabei nicht für immer. Der Versicherer darf später prüfen, ob die Voraussetzungen noch bestehen, und die Rente einstellen, wenn Sie Ihren Beruf wieder ausüben können. Das muss er Ihnen in Textform darlegen (§ 174 VVG).
09 Häufige Fragen
Bekomme ich mit einer Depression eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Bekomme ich einen Zuschlag oder einen Ausschluss?
Wie lange nach einer Depression bekomme ich eine BU ohne Ausschluss?
Kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung wegen Depression abgelehnt werden?
Muss ich Antidepressiva im Antrag angeben?
Zählt ein Burnout als Depression?
Zahlt die BU, wenn ich wegen einer Depression berufsunfähig werde?
Lässt sich ein Ausschluss der Psyche später wieder aufheben?
10 Termin mit Max buchen oder anonyme Voranfrage starten
Buchen Sie ein kostenfreies Erstgespräch mit Max Eilert oder füllen Sie das Formular für die anonyme Voranfrage aus. Wir fragen Ihre Vorgeschichte ohne Namensnennung bei mehreren BU-Versicherern an und sagen Ihnen, was in Ihrem Fall realistisch ist.
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Stand Oktober 2026. Fachliche Einschätzungen aus der Beratungspraxis Elbland Finanz, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Annahmeentscheidungen treffen die Versicherer im Einzelfall. Als Versicherungsmakler nach § 34d GewO werden wir im Erfolgsfall über die Courtage des Versicherers vergütet, für Sie bleibt die Beratung kostenfrei. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.
