Trotz Psychotherapie Risikolebensversicherung

Risikolebens­versicherung trotz Psychotherapie

Wer eine Psychotherapie hinter sich hat, rechnet bei Versicherungen inzwischen mit Ablehnungen. Bei der Risikolebensversicherung ist die Lage deutlich entspannter als bei der Berufsunfähigkeits- oder der privaten Krankenversicherung. Der Grund ist einfach: Hier geht es um das Sterberisiko, und das hängt mit den häufigen psychischen Erkrankungen weit weniger zusammen als die Frage, ob jemand seinen Beruf ausüben kann. Diese Seite sagt, was in welcher Konstellation realistisch ist und wo die Grenzen liegen.

anonym kostenfrei keine HIS-Spur
Psyche in der RLVgegenüber BU und Krankenversicherung deutlich milder
250.000 € über 20 Jahre30 Jahre, Nichtraucher 30 bis 35 €
Zurückstellung, wenn überhauptdanach neue Bewertung 12 bis 24 Monate
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Risikolebensversicherung bewertet Psyche milder als BU und Krankenversicherung. Sie versichert das Sterberisiko, und darauf wirken sich die häufigen psychischen Erkrankungen deutlich weniger aus.
  • ADHS ist sehr unproblematisch, Angststörungen sind ebenfalls gut versicherbar, eine abgeschlossene Depression wird etwas genauer angesehen und bleibt meist versicherbar.
  • Zurückstellungen sind selten. Wenn doch, dann meist zwölf Monate oder zwei Jahre, danach wird neu bewertet.
  • Die Drei-Jahres-Regel beim Suizid gilt für alle, nicht nur für Menschen mit Psyche-Vorgeschichte. Sie kennt eine wichtige gesetzliche Ausnahme.
  • Von der BU-Zusatzversicherung raten wir meist ab. Für den Aufpreis bekommen Sie eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung mit klarem Leistungsversprechen.

01 Warum die Risikolebensversicherung anders bewertet

Wer sich nach einer Psychotherapie mit Versicherungen beschäftigt, hat oft schon Absagen erlebt oder davon gelesen. In der privaten Krankenversicherung und in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine psychische Vorgeschichte tatsächlich eine der schwierigsten Ausgangslagen. Die Risikolebensversicherung ist ein anderer Fall, und das hat einen sachlichen Grund.

Sie sichert nicht Ihre Arbeitskraft ab, sondern zahlt eine vereinbarte Summe an Ihre Hinterbliebenen, wenn Sie sterben. Bewertet wird also das Sterberisiko. Und mit dem hängen die häufigen psychischen Erkrankungen weit weniger zusammen als mit der Frage, ob jemand über Jahrzehnte berufsfähig bleibt. Genau deshalb prüfen die Risikoabteilungen hier spürbar kulanter.

Wenn Sie sich zusätzlich für die Absicherung Ihrer Arbeitskraft interessieren: Die Bewertung läuft dort nach anderen Regeln, die wir auf der Seite zur Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Psychotherapie beschreiben. Die beiden Entscheidungen sollten Sie getrennt betrachten, auch wenn dieselbe Diagnose dahintersteht.

02 ADHS, Angststörung und Depression im Vergleich

Es gibt eine erkennbare Abstufung zwischen den häufigen Diagnosen, und sie fällt anders aus, als viele erwarten:

1
ADHS

Die unkomplizierteste Konstellation. ADHS ist in der Risikolebensversicherung sehr einfach unterzubringen, in aller Regel ohne Zuschlag und ohne Einschränkung.

2
Angststörungen

Ebenfalls gut versicherbar. Panikstörungen oder generalisierte Angststörungen führen bei abgeschlossener Behandlung selten zu Problemen.

3
Abgeschlossene Depression

Wird etwas genauer angesehen als die beiden vorgenannten, bleibt aber in aller Regel versicherbar. Wie lange die Behandlung zurückliegt und ob der Verlauf stabil war, spielt hier stärker hinein.

Zusammengefasst gilt: Die Volkskrankheiten im Bereich der Psyche, also Depression, ADHS und Angststörungen, sind für die Risikolebensversicherung meist einfach einschließbar. Das unterscheidet diese Sparte grundlegend von der Berufsunfähigkeitsversicherung, wo dieselben Diagnosen häufig einen Ausschluss der Psyche oder eine Ablehnung nach sich ziehen.

03 Annahme, Zuschlag oder Zurückstellung

Drei Ergebnisse kommen in der Praxis vor, und das erste ist das häufigste:

  • Annahme ohne Einschränkung. Bei abgeschlossener Behandlung und stabilem Verlauf der Regelfall, gerade bei ADHS und Angststörungen.
  • Annahme mit Beitragszuschlag. Kommt vor, fällt aber bei den häufigen Diagnosen meist moderat aus.
  • Zurückstellung. Seltener als in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wird zurückgestellt, sind zwölf Monate oder zwei Jahre üblich, danach bewertet der Versicherer neu.

Eine pauschale Ablehnung ist bei den gängigen psychischen Diagnosen die Ausnahme. Die wenigsten Versicherer schließen hier pauschal aus, und in unserer Beratungspraxis prüfen sie bei der Risikolebensversicherung insgesamt kulanter als bei der Berufsunfähigkeits- oder der privaten Krankenversicherung.

Voranfrage

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Wir fragen Ihre konkrete Vorgeschichte anonym bei mehreren Versicherern an und finden heraus, wer Sie zu welchen Konditionen annimmt, ohne dass eine Ablehnung in einer Datenbank landet.

04 Die Drei-Jahres-Regel beim Suizid

Dieser Punkt beschäftigt viele Menschen mit psychischer Vorgeschichte, und er wird selten sauber erklärt. Deshalb hier die Rechtslage in klaren Worten.

Nach dem Versicherungsvertragsgesetz ist der Versicherer bei einer vorsätzlichen Selbsttötung innerhalb der ersten drei Jahre nach Vertragsschluss von der Leistung frei. Statt der Versicherungssumme wird der Rückkaufswert ausgezahlt. Diese Regel gilt für alle Versicherten, unabhängig von einer Vorgeschichte. Nach Ablauf der drei Jahre entfällt sie, die volle Summe wird dann auch in diesem Fall gezahlt.

Entscheidend ist die gesetzliche Ausnahme, die in Ratgebern häufig fehlt: Geschah die Tat in einem Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit, der die freie Willensbestimmung ausschloss, greift die Einschränkung nicht. Auch innerhalb der ersten drei Jahre leistet der Versicherer dann.

Was bei einer psychischen Vorgeschichte hinzukommen kann: Einzelne Versicherer verlängern diese Frist per Vereinbarung im konkreten Vertrag. Ob und wie lange, unterscheidet sich zwischen den Gesellschaften. Genau das ist einer der Punkte, die eine Voranfrage bei mehreren Anbietern sichtbar macht, bevor Sie sich festlegen.

05 Wo es schwieriger wird

Die gute Nachricht steht oben. Hier die Einordnung der Fälle, in denen es enger wird:

  • Ein zurückliegender Klinikaufenthalt ist weniger gravierend, als die meisten annehmen. Er verschließt die Risikolebensversicherung nicht.
  • Ein Suizidversuch in der Vorgeschichte macht die Sache deutlich schwieriger. Unmöglich ist eine Absicherung damit nicht, sie erfordert aber die gezielte Auswahl des Versicherers.
  • Wiederkehrende Depressionen werden strenger bewertet. Auch hier gilt: schwieriger, aber nicht aussichtslos, gegebenenfalls über einen Zuschlag oder eine Einschränkung.

Der Satz, der über all diesen Fällen steht: Die meisten psychischen Vorgeschichten sind in der Risikolebensversicherung gut einschließbar. Wenn Sie bisher davon ausgegangen sind, dass sich das Thema für Sie erledigt hat, lohnt sich ein zweiter Blick.

06 Was der Schutz kostet

Die Risikolebensversicherung ist eine der günstigsten Absicherungen überhaupt, weil sie kein Kapital aufbaut, sondern ausschließlich das Todesfallrisiko abdeckt. Zur Orientierung aus unserer Beratungspraxis:

Konstellation Monatsbeitrag
200.000 bis 300.000 Euro Summe, 20 Jahre Laufzeit etwa 20 bis 50 Euro
30 Jahre, Nichtraucher, 250.000 Euro, 20 Jahre Laufzeit rund 30 bis 35 Euro

Größenordnungen aus der Beratungspraxis Elbland Finanz für einen gesunden Antragsteller, keine Angebote. Eintrittsalter, Raucherstatus, Summe und Laufzeit verschieben den Beitrag deutlich.

Eine abgeschlossene, unkomplizierte Psyche-Vorgeschichte verschiebt diese Werte oft überhaupt nicht. Wenn ein Zuschlag anfällt, bleibt er bei den häufigen Diagnosen meist im moderaten Bereich. Das ist der eigentliche Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung, wo dieselbe Vorgeschichte die Konditionen stark verändern kann.

07 Risikoleben mit BU-Zusatzversicherung: meist nicht empfehlenswert

Häufig wird die Risikolebensversicherung mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung angeboten, kurz BUZ. Das klingt nach zwei Absicherungen zum Preis von einer, hält dem zweiten Blick aber selten stand.

Der Kern des Problems: Bei einer solchen Zusatzversicherung wird im Leistungsfall häufig lediglich die Risikolebensversicherung bedient, nicht eine eigenständige Berufsunfähigkeitsrente mit klarem Leistungsversprechen. Der Aufpreis liegt oft bei 30 bis 40 Euro im Monat. Für diesen Betrag bekommen Sie in der Regel eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung, deren Bedingungen Sie prüfen und vergleichen können.

Unsere Empfehlung lautet deshalb in den meisten Fällen: beides getrennt abschließen. Das hat einen zweiten Vorteil, der gerade bei einer Psyche-Vorgeschichte zählt. Die Risikolebensversicherung wird milde bewertet, die Berufsunfähigkeitsversicherung streng. Getrennte Verträge lassen sich unabhängig voneinander anpassen, kündigen oder später erhöhen, und eine schwierige Entscheidung in der einen Sparte blockiert nicht die andere.

08 Warum die anonyme Voranfrage auch hier zählt

Auch wenn die Aussichten in dieser Sparte gut sind, gilt dieselbe Reihenfolge wie überall: erst anonym klären, dann gezielt beantragen. Wer direkt einen namentlichen Antrag stellt und eine Absage bekommt, hinterlässt eine Spur im Hinweis- und Informationssystem der Versicherer, das auch Lebensversicherungen umfasst. Dieser Eintrag ist für andere Versicherer sichtbar und erschwert den nächsten Versuch.

Bei der anonymen Voranfrage schildern wir Ihren Fall, ohne Ihren Namen zu nennen. Sie sehen vorab, wer Sie annimmt, zu welchem Beitrag und ob eine verlängerte Frist vereinbart würde. Erst danach stellen Sie den Antrag, und zwar dort, wo das Ergebnis am besten ist.

Ein Hinweis zur Auswahl: Nicht jeder Versicherer ist über einen Makler erreichbar. Einige Gesellschaften vertreiben ausschließlich über den eigenen Außendienst. Welche Anbieter für Ihren Fall in Frage kommen, ordnen wir im Gespräch ein.

09 Drei Mythen über die RLV mit Psyche-Vorgeschichte

Klicken Sie eine Karte an, um die Wahrheit hinter dem Mythos zu sehen.

10 Häufige Fragen

Bekomme ich mit einer Psychotherapie in der Vorgeschichte eine Risikolebensversicherung?
In den meisten Fällen ja, und deutlich leichter als eine Berufsunfähigkeits- oder eine private Krankenversicherung. Der Grund liegt in der Sache: Die Risikolebensversicherung bewertet das Sterberisiko, und die häufigen psychischen Erkrankungen wirken sich darauf weit weniger aus als auf die Frage, ob jemand arbeitsfähig bleibt. Depression, ADHS und Angststörungen sind in der Praxis meist gut einschließbar.
Wie unterscheiden Versicherer zwischen ADHS, Angststörung und Depression?
Es gibt eine erkennbare Abstufung. ADHS ist in der Risikolebensversicherung sehr unproblematisch, Angststörungen sind ebenfalls gut versicherbar. Eine abgeschlossene Depression wird etwas genauer angesehen, bleibt aber in aller Regel versicherbar. Schwierig wird es erst bei schweren Verläufen, und auch dort ist eine Absicherung nicht automatisch ausgeschlossen.
Was passiert, wenn die Therapie noch läuft?
Eine laufende Behandlung führt in der Risikolebensversicherung seltener zu einer Zurückstellung als in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wenn zurückgestellt wird, sind zwölf Monate oder zwei Jahre üblich, danach wird neu bewertet. Eine pauschale Ablehnung ist dagegen die Ausnahme. Ob in Ihrem Fall sofort etwas geht, klärt die anonyme Voranfrage.
Wird bei einer psychischen Vorgeschichte der Suizid ausgeschlossen?
Eine Drei-Jahres-Regel gilt ohnehin für alle: Nach dem Versicherungsvertragsgesetz leistet der Versicherer bei einer vorsätzlichen Selbsttötung innerhalb der ersten drei Jahre nach Vertragsschluss nicht, sondern zahlt den Rückkaufswert. Wichtig ist die gesetzliche Ausnahme davon: Geschah die Tat in einem Zustand krankhafter Störung, der die freie Willensbestimmung ausschloss, greift die Einschränkung nicht. Bei einer psychischen Vorgeschichte kann ein Versicherer diese Frist im Einzelfall verlängern. Das ist der Punkt, an dem sich die Angebote unterscheiden und der Vergleich sich lohnt.
Was kostet eine Risikolebensversicherung mit Psyche-Vorgeschichte?
Für 200.000 bis 300.000 Euro Versicherungssumme mit 20 Jahren Laufzeit liegen die Beiträge in unserer Beratungspraxis zwischen etwa 20 und 50 Euro im Monat. Ein konkretes Beispiel: 30 Jahre, Nichtraucher, 250.000 Euro Summe, 20 Jahre Laufzeit ergeben rund 30 bis 35 Euro monatlich. Das sind Größenordnungen für einen gesunden Antragsteller. Eine abgeschlossene, unkomplizierte Psyche-Vorgeschichte verschiebt diesen Wert oft gar nicht.
Lohnt sich eine Risikolebensversicherung mit BU-Zusatzversicherung?
In den meisten Fällen raten wir davon ab und empfehlen die Trennung. Bei einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung wird im Leistungsfall häufig nur die Risikolebensversicherung bedient, nicht die eigentliche Absicherung Ihrer Arbeitskraft. Der Aufpreis liegt oft bei 30 bis 40 Euro. Dafür bekommen Sie eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem klaren Leistungsversprechen, und beide Verträge lassen sich später unabhängig voneinander anpassen.
Muss ich die Therapie im Antrag angeben?
Ja, sofern sie im abgefragten Zeitraum liegt. Die vorvertragliche Anzeigepflicht nach Paragraph 19 Versicherungsvertragsgesetz verlangt wahrheitsgemäße Antworten auf die Fragen, die Ihnen der Versicherer in Textform stellt. Wird eine Behandlung verschwiegen und später bekannt, kann der Versicherer den Vertrag anfechten. Gerade weil die Risikolebensversicherung psychische Vorgeschichten vergleichsweise mild bewertet, gibt es keinen Grund, hier etwas wegzulassen.
Warum die anonyme Voranfrage, wenn die Chancen ohnehin gut stehen?
Weil die Gesellschaften unterschiedlich entscheiden und eine namentliche Ablehnung im Hinweis- und Informationssystem der Versicherer vermerkt wird, das auch Lebensversicherungen umfasst. Die anonyme Voranfrage übermittelt Ihren Namen nicht und erzeugt deshalb keinen Eintrag. Sie sehen vorab, wer Sie zu welchen Bedingungen annimmt, und stellen den Antrag dann gezielt dort.
Ist die anonyme Voranfrage kostenfrei?
Ja. Für Sie entstehen keine Kosten. Vergütet werden wir erst, wenn Sie sich für einen über uns vermittelten Vertrag entscheiden, über die Courtage des Versicherers. Das Ergebnis der Voranfrage können Sie ohne Nachteile ablehnen.
Max Eilert
Ihr Ansprechpartner

Max Eilert

Versicherungsmakler aus Dresden, spezialisiert auf private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit und Risikolebensversicherung. „Das Sterberisiko korreliert nicht so stark mit dem Thema Psyche. Deshalb sind Depression, ADHS oder Angststörungen in der Risikolebensversicherung meist einfach einschließbar, während dieselbe Vorgeschichte in der Berufsunfähigkeitsversicherung richtig Arbeit macht. Viele wissen das nicht und lassen den Schutz deshalb ganz weg."

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Zwei Wege führen zum Ziel: Buchen Sie ein kostenfreies Erstgespräch mit Max Eilert oder schildern Sie uns über das Formular kurz Ihre Ausgangslage. Wir prüfen Ihre Vorgeschichte parallel bei mehreren Versicherern, ohne Namensnennung, und sagen Ihnen offen, was in Ihrem Fall realistisch ist.

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Stand August 2026. Fachliche Einschätzungen aus der Beratungspraxis Elbland Finanz, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Annahmeentscheidungen treffen die Versicherer im Einzelfall. Versicherungsmakler nach § 34d GewO. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.

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Wir fragen Ihre Vorgeschichte ohne Namensnennung bei mehreren Versicherern an, ohne Eintrag im Informationssystem der Versicherer, und sagen Ihnen, wer Sie zu welchen Konditionen annimmt.

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