- Tauchen ist kein Ausschlussgrund. Der Versicherer fragt nach und entscheidet: normale Annahme, Zuschlag, Ausschlussklausel oder Ablehnung.
- Die Tiefe zählt. Einzelne Versicherer nehmen Freizeittauchen bis 40 Meter ohne Aufschlag, darüber kostet es einen Zuschlag.
- Eis, Höhle, Rebreather, Solo: Hier wird es schwierig, bei einzelnen Anbietern bis zur Ablehnung.
- Später angefangen? Ein Tauchschein nach Vertragsschluss muss nicht gemeldet werden, wenn Ihr Vertrag nichts anderes vereinbart.
01 Tauchen im BU-Antrag: was Sie angeben
Im BU-Antrag steht meist eine Sammelfrage nach riskanten Hobbys, etwa so: „Üben Sie Aktivitäten mit einem höheren Verletzungsrisiko aus als bei Breitensportarten üblich?“ Wer mit Ja antwortet, bekommt einen Zusatzfragebogen zu seinem Sport. Anzugeben ist alles, was Sie wissen und wonach der Versicherer in Textform fragt, und zwar bis zur Abgabe Ihrer Vertragserklärung (§ 19 Abs. 1 VVG). Fragt der Versicherer danach noch einmal nach, gilt das auch für diese Fragen.
Beantworten Sie die Fragen vollständig. Lehnt ein Versicherer im Leistungsfall ab, liegt das nach unserer Erfahrung meist an Fehlangaben im Antrag, selten am Hobby selbst. Wer das Tauchen kleinredet, riskiert genau den Schutz, für den er jahrelang zahlt.
02 Was der Versicherer zum Tauchen fragt
Wer die Sportfrage im Antrag mit Ja beantwortet, bekommt einen Zusatzfragebogen. Die Fragebögen zweier BU-Versicherer, die wir ausgewertet haben, fragen fast dasselbe ab:
- Tauchschein und Ausbildung, dazu das Ergebnis der Tauchtauglichkeitsuntersuchungen
- Tauchart: Pressluft, Nitrox, Trimix oder andere Mischgase, Rebreather, Apnoe
- die maximale Tiefe, die Sie bisher erreicht haben, in Metern
- besondere Tauchgänge: Wrack mit oder ohne Innenerkundung, Eis, Höhle, Strömung
- ob Sie allein, zu zweit oder in Gruppen tauchen
- wie oft Sie in den letzten drei Jahren getaucht sind
- ob Sie als Tauchlehrer arbeiten, ehrenamtlich, nebenberuflich oder beruflich
- Unfälle, Krankheiten oder Verletzungen beim Tauchen
Eine feste Tiefengrenze steht in keinem der beiden Fragebögen, die Tiefe wird offen abgefragt. Wo die Grenze liegt, entscheidet jeder Versicherer selbst.
03 Ihr Fall in einer Frage
Tauch-Check: Was in Ihrem Fall gilt
Die Einordnung stammt aus Unterlagen einzelner Versicherer und ist unverbindlich. Andere Versicherer entscheiden anders. Ihre Angaben bleiben in Ihrem Browser und werden weder gespeichert noch übertragen.
04 Tauchunfall oder Dekompression: zahlt die BU?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung fragt nicht, woher die Berufsunfähigkeit kommt. Maßgeblich ist, ob Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich auf Dauer ganz oder teilweise nicht mehr ausüben können (§ 172 Abs. 2 VVG). Die Musterbedingungen des Gesamtverbands der Versicherer sagen es ausdrücklich: Die Leistungspflicht besteht grundsätzlich unabhängig davon, auf welcher Ursache die Berufsunfähigkeit beruht. Ausgeschlossen sind dort nur Fälle wie Straftaten, Krieg oder absichtliche Selbstschädigung, ein Sportausschluss steht nicht darin.
Anders ist es, wenn bei Ihrem Antrag eine Ausschlussklausel für das Tauchen vereinbart wurde. Dann kommt es auf ihren Wortlaut an: Ob sie nur Unfälle beim Tauchen erfasst oder auch Erkrankungen wie die Dekompressionskrankheit, steht in der Klausel selbst. Lesen Sie sie, bevor Sie das Angebot annehmen, und fragen Sie nach, wenn sie unklar ist.
Wer nimmt Ihr Hobby ohne Ausschluss?
Wir fragen Ihren Fall anonym bei mehreren Versicherern an, bevor ein Antrag entsteht.
05 Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung: was das heißt
Nach dem Fragebogen entscheidet der Versicherer über normale Annahme, Risikozuschlag, Ausschlussklausel oder Ablehnung. Eine allgemeine Regel dafür gibt es nicht. Die Annahmeliste eines Versicherers ordnet das Tauchen so ein: bis 40 Meter ohne Rebreather, Solo und Apnoe kostenlos mitversichert, 40 bis 80 Meter mit Risikozuschlag, Höhlentauchen ohne Solo und Rebreather mit Zuschlag, Höhlentauchen allein oder mit Rebreather und Eistauchen abgelehnt, Schnorcheln kostenlos. Andere Versicherer setzen ihre Grenzen anders.
- Ein Ausschluss betrifft nur das Ausgeschlossene. Eine Berufsunfähigkeit aus anderen Gründen bleibt versichert. Wie weit die Klausel reicht, ob nur Unfälle beim Sport oder auch Erkrankungen durch den Sport, etwa die Dekompressionskrankheit, steht in ihrem Wortlaut im Versicherungsschein. Lesen Sie ihn, bevor Sie annehmen.
- Ein Zuschlag fällt nicht von selbst weg. Geben Sie den Sport später auf, können Sie eine Herabsetzung nur verlangen, wenn der Vertrag das ausdrücklich vorsieht (§ 158 Abs. 3 VVG). Fragen Sie vor dem Abschluss danach.
- Eine Ablehnung ist die Ausnahme. Ein Versicherer schreibt, wegen eines riskanten Hobbys würden Interessenten nur in Ausnahmefällen abgelehnt.
06 Erst nach dem Abschluss angefangen
Viele fangen mit einem riskanten Hobby erst an, wenn die BU längst läuft. Das müssen Sie in der Regel nicht melden. In der Berufsunfähigkeitsversicherung gilt als Gefahrerhöhung nur eine Änderung, die ausdrücklich und in Textform als solche vereinbart ist (§ 158 Abs. 1 VVG, für die BU über § 176 VVG). Die Gesetzesbegründung sagt dazu: „Alle nicht ausdrücklich genannten Umstände bleiben außer Betracht.“ Max Eilert sagt dazu: Nachträglich aufgenommener Risikosport muss nicht gemeldet werden, und der Versicherer hat nicht das Recht, Sie hochzustufen.
Zwei Punkte sollten Sie trotzdem kennen. Einzelne Verträge können eine Klausel zur Gefahrerhöhung enthalten, ein Blick in die eigenen Bedingungen schafft Klarheit. Und wer den Schutz später mit einer neuen Gesundheitsprüfung erhöht, muss dabei wieder alle Fragen beantworten, auch die nach Hobbys. Eine Erhöhung über die Nachversicherungsgarantie kommt dagegen ohne neue Gesundheitsprüfung aus.
Dasselbe gilt für andere Hobbys, etwa für Bergsteiger und Kletterer, für Luftsportler und für das Motorradfahren.
07 Die anonyme Voranfrage
Weil jeder Versicherer ein Hobby anders bewertet, klären wir Ihren Fall vor dem Antrag anonym. Wir schildern Ihr Hobby und Ihre Gesundheit mehreren Versicherern, ohne Ihren Namen zu nennen, und zeigen Ihnen, wer ohne Ausschluss oder mit dem geringsten Zuschlag annimmt. Das hat einen zweiten Grund: Nach einem offenen Antrag kann ein Versicherer Sie im Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS) vermerken, das erschwert den nächsten Versuch. Bei der anonymen Voranfrage geht Ihr Name nicht mit. Worauf Sie im Bedingungswerk sonst achten, zeigt der Ratgeber zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
08 Häufige Fragen
Kann ich als Taucher eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?
Ab welcher Tiefe wird die BU teurer?
Muss ich einen Tauchschein melden, den ich nach Vertragsschluss mache?
Zahlt die BU nach einem Tauchunfall?
Bekomme ich als Tauchlehrer eine BU?
Ist die anonyme Voranfrage kostenfrei?
09 Termin mit Max buchen oder anonyme Voranfrage starten
Buchen Sie ein Erstgespräch mit Max Eilert oder füllen Sie das Formular für die anonyme Risikovoranfrage aus. Wir prüfen Ihr Hobby, Ihre Gesundheit und das passende Bedingungswerk parallel bei mehreren Versicherern.
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Ihre Basics
Stand Oktober 2026. Rechtslage nach VVG und Musterbedingungen des Gesamtverbands der Versicherer (Stand 21.07.2025); Fragebögen und Annahmeliste einzelner Versicherer, unverbindlich. Versicherungsmakler nach § 34d GewO. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.
