- Straße und Touren bedeuten meist keinen Zuschlag. Der verbreitete Schreck vor hohen Aufschlägen stimmt für normale Motorradfahrer nicht.
- Angeben müssen Sie, was der Antrag fragt. Manche Versicherer nehmen den Straßenverkehr ausdrücklich aus, andere fragen jedes Zweirad über 50 Kubikzentimeter ab.
- Trackday, Gelände und Rennen prüfen Versicherer im Einzelfall. Möglich sind Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung, je nachdem, wie oft und in welcher Form Sie fahren.
- Ein später aufgenommenes Hobby müssen Sie in aller Regel nicht melden. In der BU gilt das nur als Gefahrerhöhung, wenn der Vertrag es ausdrücklich vorsieht.
- Eine anonyme Voranfrage klärt Ihren Tarif vorab. Sie erfahren vor dem Antrag, wer Sie zu welchen Konditionen nimmt, ohne dass Ihr Name bei einem Versicherer landet.
01 Warum der Motorrad-Zuschlag überschätzt wird
Viele Motorradfahrer rechnen beim Gedanken an eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem saftigen Aufschlag. Für die meisten ist diese Sorge unbegründet. Wer eine Straßenmaschine fährt und an Touren teilnimmt, wird bei den meisten Versicherern ganz normal angenommen, in der Regel ohne Zuschlag. Manche Anträge fragen das Motorradfahren im Straßenverkehr gar nicht erst ab.
Ein Risiko ist das Motorrad trotzdem. 2025 starben in Deutschland 481 Menschen auf Krafträdern mit amtlichem Kennzeichen, 27.693 wurden verletzt (Statistisches Bundesamt). Unter den Ursachen einer Berufsunfähigkeit machen Unfälle aller Art aber nur rund 7 Prozent aus, psychische Erkrankungen rund 36 Prozent, so eine Auswertung, die der Gesamtverband der Versicherer veröffentlicht hat. Die Risikoprüfung setzt deshalb bei den riskanten Spielarten an, bei Rennstrecke, Gelände und Wettbewerb. Wie eine anonyme Risikovoranfrage bei der Berufsunfähigkeitsversicherung abläuft, erklären wir weiter unten. Die Einschätzungen zur Annahme stammen aus der Beratungspraxis von Elbland Finanz.
02 Was beim Beitrag wirklich zählt
Der BU-Beitrag richtet sich nach Beruf, Eintrittsalter, Gesundheit und Hobbys. Beim Motorrad lohnt eine Trennung: Der reine Besitz eines Motorradführerscheins verändert den Beitrag in der Praxis nicht. Was zählt, ist die Art der Nutzung, also ob Sie auf der Straße unterwegs sind oder im Rennsport.
Ein persönlicher Faktor wiegt dabei oft schwerer als jedes Hobby: das Rauchen. Es kostet bei der Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel deutlich mehr, als ein Motorrad je auslösen würde. Das Motorrad steht beim Beitrag also selten im Vordergrund.
03 Was der Antrag zum Motorrad fragt
Angeben müssen Sie, wonach der Versicherer in Textform fragt (§ 19 Abs. 1 VVG). Beim Motorrad gehen die Fragen weit auseinander. Ein Versicherer fragt nach Aktivitäten mit einem höheren Verletzungsrisiko als im Breitensport üblich und nimmt das Motorradfahren im öffentlichen Straßenverkehr ausdrücklich aus. Ein anderer zählt schon das Fahren eines motorisierten Zweirads über 50 Kubikzentimeter zu den privaten Gefahren, auch als Saisonfahrer. Wieder andere fragen allgemein nach Wettbewerben und Rennfahrten in der Freizeit.
Wer mehr macht als Straße und Touren, bekommt in der Regel einen Zusatzbogen zum Motorsport. Die Bögen, die wir kennen, fragen:
- welchen Motorsport Sie betreiben, etwa Enduro, Motocross oder Trial, und seit wann
- ob Sie auf Rennstrecken oder im Gelände fahren, jeweils mit oder ohne Wettbewerb
- Typ, Baujahr, Hubraum, Leistung in kW oder PS, Höchstgeschwindigkeit und Umbauten der Maschine
- Lizenzen und genehmigungspflichtige Veranstaltungen in den letzten und nächsten zwölf Monaten
- frühere Unfälle beim Motorsport
Eine einheitliche Grenze bei Hubraum oder PS gibt es am Markt nicht. Die technischen Daten stehen im Zusatzbogen, also erst dann, wenn Sie über den Straßenverkehr hinaus fahren. Frühere Unfälle mit Folgen gehören außerdem in die Gesundheitsfragen, wie jede andere Vorerkrankung in der BU.
Tritt ein BU-Versicherer im Leistungsfall vom Vertrag zurück oder kündigt ihn, liegt das meist an Fehlangaben im Antrag, selten an einer Diagnose oder einem Hobby. Beantworten Sie deshalb jede Frage nach ihrem Wortlaut, lieber zu genau als zu nachlässig. Wer normal auf der Straße fährt, hat durch eine wahrheitsgemäße Angabe in aller Regel keinen Nachteil. Die anonyme Voranfrage hilft auch hier, weil sie die Angaben vorab ordnet.
04 Annahme nach Art der Nutzung
Wie ein Versicherer das Motorrad bewertet, hängt davon ab, wie und wo Sie fahren. Fünf Stufen lassen sich unterscheiden.
| Art der Nutzung | Was der Versicherer in der Regel macht |
|---|---|
| Straße und Touren (Freizeit, Pendeln) | Normale Annahme, in der Regel ohne Zuschlag; manche Anträge fragen gar nicht danach |
| Gelände, Offroad, Enduro ohne Wettbewerb | Zusatzfragebogen, danach Entscheidung im Einzelfall |
| Rennstrecke ohne Wettbewerb (Trackday, Renntraining) | Eigene Frage im Motorsport-Bogen; Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung im Einzelfall |
| Motocross, Trial | Zuschlag oder Ausschluss des Risikos, mit Wettbewerb meist Ablehnung |
| Rennen mit Wettbewerb, Rennlizenz | Ausschluss des Risikos oder Ablehnung |
Die Einordnung beschreibt die übliche Praxis und ersetzt keine individuelle Prüfung. Welcher Versicherer Ihr Profil wie bewertet, zeigt die anonyme Voranfrage.
Für den größten Teil der Motorradfahrer trifft die erste Zeile zu. Jenseits der Straße prüfen Versicherer im Einzelfall, wie oft Sie fahren, wann zuletzt und in welcher Form. Prozentwerte für Zuschläge, wie sie im Netz kursieren, nennen wir bewusst nicht: In unserer Praxis kommt dabei alles vor, von der normalen Annahme bis zur Ablehnung.
Wer Trackdays fährt, sollte sie angeben, auch ohne Zeitmessung und Platzierung. Die Motorsport-Bögen fragen Privatfahrten auf Rennstrecken ohne Wettbewerb ausdrücklich ab. Verschweigen hilft hier nicht, es gefährdet später den Schutz.
Unsicher, wie Ihr Versicherer Ihr Motorrad bewertet?
Wir fragen anonym an und sagen Ihnen, wer Sie als Motorradfahrer ohne Zuschlag nimmt.
05 Welche Versicherer Motorradfahrer ohne Zuschlag annehmen
Den einen besten BU-Tarif für Motorradfahrer gibt es nicht. Mehrere Gesellschaften nehmen Straßenfahrer ohne Aufschlag an. Nach unserer Beratungspraxis verzichten mehrere große Versicherer beim normalen Straßen- und Tourenmotorrad auf einen Risikozuschlag. Daneben gibt es einzelne Anbieter, die nur einen geringen Aufschlag verlangen.
Entscheidend ist, dass Sie vor dem Antrag wissen, wer Ihr konkretes Profil zu welchen Konditionen nimmt. Der Name auf dem Papier ist zweitrangig. Beruf, Gesundheit und die Art Ihrer Nutzung verschieben das Bild von Fall zu Fall. Genau diese Frage klärt die anonyme Voranfrage, statt sich auf eine pauschale Empfehlung zu verlassen.
06 Wenn Angaben fehlen: Rücktritt, Kündigung oder Ausschluss
Was passiert, wenn das Motorrad oder ein Trackday im Antrag fehlt, regelt § 19 VVG. Die Folgen hängen davon ab, wie schwer der Fehler wiegt.
| Wie es zum Fehler kam | Was der Versicherer darf |
|---|---|
| Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit | Rücktritt vom Vertrag |
| Einfache Fahrlässigkeit oder ohne Verschulden | Kündigung mit einem Monat Frist |
| Versicherer hätte mit Zuschlag oder Ausschluss angenommen | Bei Fahrlässigkeit kein Rücktritt und keine Kündigung; Zuschlag oder Ausschluss werden rückwirkend Teil des Vertrags |
| Arglistige Täuschung | Anfechtung, der Versicherer zahlt nicht (§ 22 VVG) |
§ 19 Abs. 2 bis 4 VVG. War Ihnen kein Vorwurf zu machen, gelten geänderte Bedingungen erst ab der laufenden Versicherungsperiode.
Beim Motorrad heißt das: Hätte der Versicherer den Trackday mit einem Ausschluss angenommen, wird dieser Ausschluss nachträglich Teil des Vertrags, bei Vorsatz bleibt ihm der Rücktritt. Erhöht sich der Beitrag durch eine solche Anpassung um mehr als 10 Prozent oder schließt der Versicherer das Risiko aus, dürfen Sie innerhalb eines Monats fristlos kündigen (§ 19 Abs. 6 VVG). Alle diese Rechte hat der Versicherer nur, wenn er Sie vor dem Antrag gesondert in Textform auf die Folgen einer Falschangabe hingewiesen hat.
Zwei Grenzen schützen Sie. Tritt der Versicherer nach dem Leistungsfall zurück, muss er trotzdem zahlen, wenn der verschwiegene Umstand mit der Berufsunfähigkeit nichts zu tun hat (§ 21 Abs. 2 VVG). Wer den Trackday verschwiegen hat und später wegen einer Depression berufsunfähig wird, behält seinen Anspruch, außer bei Arglist. Außerdem erlöschen die Rechte aus § 19 fünf Jahre nach Vertragsschluss, bei Vorsatz oder Arglist nach zehn Jahren (§ 21 Abs. 3 VVG); für Leistungsfälle, die vorher eintreten, gelten sie weiter. Eine Anfechtung wegen Arglist muss binnen eines Jahres ab Entdeckung kommen und ist zehn Jahre nach Abschluss ausgeschlossen (§ 124 BGB).
Für die Praxis heißt das: Geben Sie an, was gefragt ist. Ein Rücktritt oder eine Anfechtung im Leistungsfall trifft Sie genau dann, wenn Sie den Schutz brauchen.
07 Motorrad erst später aufgenommen
Eine häufige Sorge: Was passiert, wenn ich das Motorrad erst nach Abschluss der BU anschaffe oder später mit Trackdays anfange? Melden müssen Sie das in aller Regel nicht. In der Berufsunfähigkeitsversicherung gilt eine Änderung nur dann als Gefahrerhöhung, wenn der Vertrag das ausdrücklich in Textform vorsieht (§ 158 Abs. 1 VVG, für die BU über § 176 VVG). Die Musterbedingungen des Versichererverbands enthalten keine solche Klausel, und einzelne Bedingungswerke sagen ausdrücklich, dass Sie geänderte Hobbys nicht mitteilen müssen. In unserer Praxis gilt dasselbe: Ein neuer Risikosport ändert Ihren Beitrag nicht, der Versicherer darf Sie dafür nicht hochstufen. Das gilt genauso für andere Hobbys wie das Tauchen, das Klettern oder das Gleitschirmfliegen.
Drei Vorbehalte gibt es. Steht in Ihrem Versicherungsschein eine Sonderklausel, gilt sie. Zwischen Antrag und Annahme müssen Sie auch neue Fragen des Versicherers noch beantworten (§ 19 Abs. 1 Satz 2 VVG). Und erweitern Sie den Schutz später mit neuer Gesundheitsprüfung, etwa bei einer Erhöhung ohne Nachversicherungsgarantie, beantworten Sie für diese Erweiterung wieder alle Fragen.
Umgekehrt fällt ein vereinbarter Zuschlag nicht von selbst weg, wenn Sie das Hobby aufgeben. Einen Anspruch darauf haben Sie nur, wenn der Vertrag die Aufgabe als Gefahrminderung vorsieht (§ 158 Abs. 3 VVG).
Schon versichert und unsicher wegen der Bedingungen?
Wir schauen anonym auf Ihren Tarif und sagen Ihnen, ob das Motorrad gedeckt ist.
08 Motorradunfall: was die BU zahlt und was die Unfallversicherung ausschließt
Die Berufsunfähigkeitsversicherung fragt im Leistungsfall nicht nach der Ursache. Berufsunfähig ist, wer seinen Beruf infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich auf Dauer ganz oder teilweise nicht mehr ausüben kann (§ 172 Abs. 2 VVG). Ob die Verletzung auf dem Weg zur Arbeit, auf einer Tour oder auf der Rennstrecke entstand, spielt dafür keine Rolle. Die Musterbedingungen sehen keinen Ausschluss für Motorsport vor. Einen solchen Ausschluss gibt es nur, wenn er bei der Annahme in Ihrem Vertrag vereinbart wurde, und dann gilt er nur für Folgen dieses Sports. Alle anderen Ursachen bleiben versichert.
Bei der privaten Unfallversicherung ist das anders. Viele Verträge schließen Fahrtveranstaltungen aus, bei denen es auf Höchstgeschwindigkeit ankommt, und Gerichte legen das weit aus. Das Oberlandesgericht Hamm hat am 29.10.2025 entschieden, dass ein Motorrad-Trackday mit Zeitmessung, aber ohne Platzierung unter diesen Ausschluss fällt; ein Rennen sei dafür nicht nötig (Az. 20 U 51/24). Die Revision liegt beim Bundesgerichtshof (Az. IV ZR 251/25).
Wer Trackdays fährt, kann sich deshalb nicht darauf verlassen, dass eine Unfallversicherung den Sturz auf der Rennstrecke auffängt. Eine BU ohne Motorsport-Ausschluss zahlt dagegen auch dann, wenn Sie nach diesem Sturz berufsunfähig werden. Ob Ihr Profil ohne Ausschluss angenommen wird, klärt die anonyme Voranfrage.
Sie fahren Trackdays oder im Gelände?
Wir stellen Ihr Profil anonym bei mehreren Versicherern vor und sagen Ihnen vor dem Antrag, wer ohne Ausschluss annimmt und wer nur mit.
09 Die anonyme Risikovoranfrage
Bevor ein Antrag mit Ihrem Namen bei einem Versicherer landet, klären wir anonym vor. Über eine anonyme Risikovoranfrage fragen wir Ihr Profil, also Beruf, Gesundheit und das Motorrad, ohne Namensnennung bei mehreren Gesellschaften an. Sie erfahren, wer Sie zu welchen Konditionen nimmt, und können danach gezielt den passenden Antrag stellen.
Der Weg dauert oft ein bis zwei Wochen, manchmal liegt das Ergebnis sofort vor, selten dauert es bis zu vier. Für Sie ist er kostenfrei, weil wir als Versicherungsmakler im Erfolgsfall über die Courtage des Versicherers vergütet werden. Der eigentliche Vorteil liegt im Schutz Ihrer Verhandlungsposition: Nach einer offenen Ablehnung kann ein Versicherer einen Vermerk im Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS) setzen, den der nächste Anbieter bei seiner Prüfung sieht. Bei der anonymen Anfrage wird Ihr Name nicht übermittelt, ein solcher Vermerk kann nicht entstehen.
10 Häufige Fragen
Bekomme ich mit Motorrad eine Berufsunfähigkeitsversicherung, und kostet sie mehr?
Welche Motorrad-Nutzung führt zu einem Zuschlag oder Ausschluss?
Welche Versicherer bewerten Motorradfahrer fair?
Muss ich mein Motorrad im Antrag angeben?
Muss ich einen Trackday angeben?
Gibt es eine Grenze bei Hubraum oder PS?
Was passiert, wenn ich das Motorrad im Antrag nicht angegeben habe?
Was passiert, wenn ich das Motorrad erst nach Vertragsabschluss anschaffe?
Zahlt die BU nach einem Motorradunfall?
Wie läuft die anonyme Risikovoranfrage ab?
Lohnt sich die BU für Motorradfahrer überhaupt?
11 Termin mit Max buchen oder Tarif anonym prüfen lassen
Zwei Wege führen zum Ziel: Buchen Sie ein kostenfreies Erstgespräch mit Max Eilert oder füllen Sie das Formular für die anonyme Risikovoranfrage aus. Wir fragen Ihr Profil als Motorradfahrer anonym bei mehreren Versicherern an und sagen Ihnen, wer Sie zu welchen Konditionen nimmt, bevor ein Versicherer Ihren Namen kennt.
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Hinweis zum Datenschutz: Calendly verarbeitet beim Termin-Buchen Name und E-Mail nach den hinterlegten Standards. Mehr in unserer Datenschutzerklärung.
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Ihre Basics
Stand Oktober 2026. Fachliche Einschätzungen aus der Beratungspraxis Elbland Finanz, keine Rechts- oder Steuerberatung. Angaben zur Annahmepraxis sind Orientierungswerte und hängen vom Einzelfall sowie vom jeweiligen Versicherer ab. Unfallzahlen: Statistisches Bundesamt, Verkehrsunfälle 2025. Als Versicherungsmakler nach § 34d GewO werden wir im Erfolgsfall über die Courtage des Versicherers vergütet, für Sie bleibt die Beratung kostenfrei. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.

