- Eine normale Annahme gibt es in aller Regel nicht. Möglich sind Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung, entschieden wird nach Befundberichten.
- Das Minimalniveau entscheidet. Ist die Erkrankung aktiv, gibt es kaum eine Chance.
- Biologika, Immunsuppressiva und eine Darm-OP verschlechtern das Ergebnis. Morbus Crohn wird häufig härter bewertet als Colitis ulcerosa.
- Remission heißt nicht behandlungsfrei. Mesalazin und Kontroll-Darmspiegelungen gehören in den Antrag.
- Ein Grad der Behinderung wird abgefragt, teils auch ein gestellter Antrag.
01 Was bei Colitis und Crohn in der BU herauskommt
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gehören für die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den schwierigen Diagnosen. Eine feste Linie haben die Versicherer nicht, sie entscheiden nach den Unterlagen. Max Eilert: „Chronische Erkrankungen sind immer schwierig, aber es ist durchaus möglich, einen Zuschlag zu bekommen, ist auch möglich, einen Ausschluss zu bekommen, ist auch möglich, eine Ablehnung zu bekommen, muss man individuell prüfen lassen.“ Und: „Es wird keine normale Annahme geben.“
Aus unserer Praxis zeichnen sich fünf Punkte ab:
- Minimalniveau. Läuft die Erkrankung nicht ruhig auf niedrigem Niveau, gibt es nach Max Eilerts Erfahrung in der Regel keine Chance. Einzelfälle, in denen es trotzdem klappt, gibt es.
- Therapiestufe. Biologika und Immunsuppressiva verändern das Ergebnis deutlich zum Schlechteren. Damit haben wir auch Ablehnungen erlebt.
- Diagnose. Morbus Crohn wird in der Berufsunfähigkeitsversicherung häufig härter bewertet als Colitis ulcerosa.
- Operationen. Eine Darm-OP in der Vorgeschichte macht es eher schwerer. Max Eilert: „Häufig ist bei den Versicherern bei chronischen Erkrankungen und daraus resultierenden OPs nicht der Hintergrund: Aha, die Ursache ist behoben, sondern das ist eher ein Aha, das war jetzt zwischenzeitlich so schlimm, dass eine Operation nötig gewesen ist.“
- Weitere Erkrankungen. Die Versicherer prüfen nicht nur die Colitis oder den Crohn. Wie viele weitere Erkrankungen dazukommen, kann entscheiden, ob ein Versicherer Sie nimmt. Deshalb ist jeder Fall eine Individualprüfung.
Wie das zu den anderen Diagnosen passt, zeigt die Übersicht zur Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankung.
02 CED-Check
Vier Antworten zeigen, was in Ihrem Fall nach unserer Erfahrung realistisch ist.
CED-Check: Was ist in Ihrem Fall realistisch?
Einordnung aus unserer Beratungspraxis, keine Zusage eines Versicherers. Ihre Angaben bleiben in Ihrem Browser.
Zuschlag, Ausschluss oder Absage? Wir fragen vorher.
Wir legen Ihre Befunde ohne Namen mehreren Versicherern vor und zeigen Ihnen, wer Sie zu welchen Bedingungen nimmt, bevor es einen Antrag gibt.
03 Was ein Ausschluss für Ihren Schutz bedeutet
Bei einem Ausschluss zahlt der Versicherer nicht, wenn die Berufsunfähigkeit auf die ausgeschlossene Erkrankung zurückgeht. Alle anderen Ursachen bleiben versichert, ob Rücken, Psyche, Unfall oder Krebs. Der Bundesgerichtshof hat geklärt, wie eine solche Klausel wirkt: Die ausgeschlossene Erkrankung bleibt bei der Prüfung der Berufsunfähigkeit vollständig außer Betracht, auch wenn sie mit anderen Leiden zusammentrifft. Die Klausel ist wirksam, und die Beweislast bleibt beim Versicherten (Beschluss vom 06.07.2011, IV ZR 217/09).
Wie weit der Ausschluss reicht
Ausschlussklauseln schließen typischerweise auch die Folgen der Erkrankung ein, die Klausel im Fall vor dem Bundesgerichtshof etwa „eventuelle Operationsfolgen“. Bei Colitis und Crohn ist das ein weites Feld: Fisteln, Verengungen, Folgen einer Darmoperation und Entzündungen außerhalb des Darms, etwa an den Gelenken, gehören zu den bekannten Folgen. Wie weit eine Klausel reicht, legt jeder Versicherer im Wortlaut fest. Den lesen wir mit Ihnen, bevor Sie ein Angebot annehmen. Je enger, desto besser für Sie.
Kann der Ausschluss später weg?
Nicht automatisch. Max Eilert: „Man kann immer nachverhandeln. Wenn man frei ist von irgendwelchen Problemen, kriegt man es in der Regel hin, das auch nach Jahren rauszubekommen.“ Anstoßen müssen Sie das selbst.
04 Was der Versicherer wissen will
Wer im Antrag eine Erkrankung der Verdauungsorgane angibt, bekommt in der Regel einen Zusatzfragebogen. In den Bögen mehrerer Lebensversicherer, die wir ausgewertet haben, wird gefragt nach:
- der genauen Diagnose, dem ersten und letzten Auftreten der Beschwerden und ob sie einmalig, wiederholt oder dauernd bestehen,
- Medikamenten mit Name, Häufigkeit oder Dosis, einer Diät und einer Gewichtsabnahme,
- Laborbefunden, Darmspiegelungen mit Befund und Gewebeprobe sowie Ultraschall, Röntgen oder MRT,
- Operationen und ob ein Teil des Darms entfernt wurde, Klinik- und Reha-Aufenthalten,
- Arbeitsunfähigkeit wegen der Erkrankung und einem Grad der Behinderung.
Die Zeiträume reichen von drei bis zehn Jahren. Die erste Behandlung und eine Entfernung von Darmabschnitten werden auch dann gefragt, wenn sie länger zurückliegen. Angeben müssen Sie, wonach der Versicherer in Textform fragt, vollständig und im abgefragten Zeitraum (§ 19 Abs. 1 VVG).
Remission heißt nicht behandlungsfrei
Viele Betroffene sind über Jahre beschwerdefrei und nehmen trotzdem täglich ein Medikament. Die medizinische Leitlinie der Fachgesellschaft empfiehlt Mesalazin als Dauertherapie, bei der Colitis auch zur Vorbeugung gegen Darmkrebs, und regelmäßige Kontroll-Darmspiegelungen ab dem achten Erkrankungsjahr, wenn der Befall über den Enddarm hinausgeht. Beides sind ärztliche Behandlungen und Untersuchungen. Liegen sie im abgefragten Zeitraum, gehören sie in den Antrag.
Begleiterkrankungen einzeln angeben
Gelenkbeschwerden beim Rheumatologen, Hautveränderungen beim Hautarzt, eine Augenentzündung oder eine psychotherapeutische Begleitung gehören in ihre eigene Rubrik, auch wenn sie mit der Darmerkrankung zusammenhängen. Die Angabe der Colitis deckt sie nicht ab. Der Bundesgerichtshof hat in einem anderen Fall entschieden, dass ein Versicherer nicht nachfragen muss, wenn neben einer angegebenen Diagnose die Behandlung einer weiteren Erkrankung bei einem anderen Arzt fehlt (Urteil vom 11.05.2011, IV ZR 148/09).
Befunde und Fragebogen vollständig vorbereiten
Wir gehen Ihre Akte mit Ihnen durch, damit Spiegelungsbefunde, Medikamente und Begleiterkrankungen vollständig sind und der Befundbericht zeigt, wie ruhig Ihr Verlauf ist.
05 Grad der Behinderung: was er für den Antrag bedeutet
Die Versorgungsmedizin-Verordnung ordnet Colitis ulcerosa und Morbus Crohn nach ihrer Auswirkung ein:
| Auswirkung | Merkmale laut Verordnung | Grad der Behinderung |
|---|---|---|
| gering | geringe Beschwerden, selten Durchfälle | 10 bis 20 |
| mittelschwer | häufig wiederkehrende oder länger anhaltende Beschwerden, häufiger Durchfälle | 30 bis 40 |
| schwer | erhebliche Beschwerden, häufige, tägliche, auch nächtliche Durchfälle | 50 bis 60 |
| schwerste | schwere Beschwerden, schwere Beeinträchtigung des Kräfte- und Ernährungszustands | 70 bis 80 |
Fisteln, Verengungen, Folgen einer Operation und Gelenkentzündungen werden zusätzlich bewertet (VersMedV, Anlage Teil B Nr. 10.2.2). Für die BU ist das wichtig, weil die Anträge nach einem Grad der Behinderung fragen, manche auch danach, ob Sie einen solchen Antrag gestellt haben. Ein Bescheid gehört auch dann in den Antrag, wenn er unter 50 liegt.
06 Beruf und Alltag: wann Colitis und Crohn zur Berufsunfähigkeit führen
Die private BU misst an Ihrem zuletzt ausgeübten Beruf. Gerade deshalb ist sie bei einer Darmerkrankung wertvoll. Die Deutsche Rentenversicherung nennt in ihrer sozialmedizinischen Leitlinie die Arbeitsbedingungen, die bei Colitis und Crohn schwierig werden: Präsenzpflicht ohne schnellen Zugang zur Toilette, viel Publikumsverkehr, Schicht- und Nachtarbeit, Schutzkleidung, die sich nicht schnell ablegen lässt, und viele Reisen. Dazu kommt die Erschöpfung: Laut der Leitlinie zum Morbus Crohn betrifft sie fast die Hälfte der Betroffenen auch in Phasen ohne Entzündung.
Ein Fall aus der Rechtsprechung zeigt, wie das aussehen kann. Bei einem Rettungsassistenten führte ein Morbus Crohn zur Berufsunfähigkeit, der Versicherer zahlte. Nach einer Umschulung zum Restaurantmeister durfte er die Leistung einstellen, weil der Vertrag eine Verweisung auf den neuen Beruf zuließ (Landgericht Aurich, Urteil vom 31.05.2011, 3 O 724/10). Auch die Klauseln entscheiden also mit.
07 Der Unterschied zur privaten Krankenversicherung
In der privaten Krankenversicherung gibt es keinen Ausschluss einzelner Erkrankungen. Dort entscheidet der Versicherer zwischen Annahme, Zuschlag und Ablehnung, und eine Colitis ist für eine reguläre Vollversicherung meist zu viel. Was dort gilt, steht auf der Seite zur privaten Krankenversicherung trotz Colitis ulcerosa. Brauchen Sie beides, stellen wir die Voranfragen für BU und PKV gleichzeitig, damit in der Zwischenzeit keine neue Behandlung dazukommt.
BU und PKV mit Colitis oder Crohn gemeinsam klären?
Max Eilert ordnet Ihren Verlauf für beide Sparten ein und stellt die Voranfragen parallel, ohne Ihren Namen.
08 Wenn die BU nicht geht
Bleibt die Berufsunfähigkeitsversicherung verschlossen, ist die Grundfähigkeitsversicherung die Alternative, die wir prüfen. Sie zahlt, wenn Sie eine körperliche Fähigkeit verlieren, etwa Gehen, Sehen oder den Gebrauch der Hände. Eine Abkürzung an der Gesundheitsprüfung vorbei ist sie bei Colitis und Crohn aber nicht: Auch dort wird nach chronischen Erkrankungen gefragt, einzelne Anträge nennen Colitis und Crohn ausdrücklich.
Möglich ist es trotzdem. Bei Morbus Crohn hat Max Eilert sowohl eine Grundfähigkeitsversicherung als auch eine Dread-Disease-Versicherung untergebracht, die bei bestimmten schweren Erkrankungen einmalig zahlt. Und in Remission kann auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung klappen. Welcher Weg bei Ihnen offen ist, zeigt erst die Prüfung Ihrer Unterlagen.
Von der Erwerbsunfähigkeitsversicherung raten wir in der Regel ab. Sie zahlt erst, wenn Sie praktisch keiner Tätigkeit mehr nachgehen können. Wer eine Grundfähigkeit verliert, ist noch lange nicht erwerbsunfähig.
09 So gehen wir bei Colitis und Crohn vor
Mit Diagnose, Ausdehnung, Verlauf der letzten Jahre, aktueller Therapie und dem letzten Spiegelungsbefund. Er zeigt dem Versicherer, wie ruhig die Erkrankung läuft.
Medikamente mit Zeiträumen, Klinik- und Reha-Aufenthalte, Operationen, Arbeitsunfähigkeit, ein Grad der Behinderung und alle Begleiterkrankungen.
Das spart Rückfragen der Risikoprüfer und macht die Voten vergleichbar.
Ohne Namen, parallel. Nach unserer Erfahrung dauert das oft ein bis zwei Wochen, manchmal drei bis vier.
Zuschlag gegen Ausschluss, enger gegen weiter Wortlaut: Erst dann stellen Sie den Antrag, dort, wo das Ergebnis am besten ist.
Eine nötige Therapie, eine Darmspiegelung oder einen Arztbesuch sollten Sie wegen der Versicherung nie aufschieben. Was die Voranfrage im Einzelnen umfasst, steht auf der Seite zur anonymen Risikovoranfrage für die BU.
10 Häufige Fragen
Bekomme ich mit Colitis ulcerosa eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Ist Morbus Crohn schwieriger als Colitis ulcerosa?
Was bedeuten Biologika oder Immunsuppressiva für die BU?
Muss ich eine Colitis in Remission angeben?
Muss ich einen Grad der Behinderung angeben?
Wird bei Colitis nur der Darm ausgeschlossen?
Ich habe schon eine BU und jetzt die Diagnose bekommen. Muss ich das melden?
Gibt es eine Alternative, wenn die BU abgelehnt wird?
11 Termin mit Max buchen oder anonyme Voranfrage starten
Zwei Wege führen zum Ziel: Buchen Sie ein kostenfreies Erstgespräch mit Max Eilert oder schildern Sie uns über das Formular kurz Ihre Ausgangslage. Wir fragen Ihren Verlauf ohne Namen bei mehreren Versicherern an und sagen Ihnen, was in Ihrem Fall realistisch ist.
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Ihre Basics
Stand Oktober 2026. Annahmepraxis aus der Beratungspraxis Elbland Finanz (Max Eilert), Fragebogen-Inhalte aus Unterlagen mehrerer Lebensversicherer, medizinische Angaben aus den S3-Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie (Colitis ulcerosa Version 6.2, Morbus Crohn Version 4.1) und der sozialmedizinischen Leitlinie der Deutschen Rentenversicherung, Grad der Behinderung nach der Versorgungsmedizin-Verordnung. Annahmeentscheidungen treffen die Versicherer im Einzelfall. Keine medizinische oder rechtliche Beratung. Versicherungsmakler nach § 34d GewO. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.

