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Riester kündigen

Riester kündigen: Folgen, Kosten & bessere Alternativen

Die Kündigung eines Riester-Vertrags ist für viele Sparer ein relevantes Thema. Hohe Kosten, geringe Renditen oder veränderte Lebensumstände führen häufig zu der Frage, ob sich ein Ausstieg lohnt. Wir geben einen umfassenden, strukturierten und detaillierten Überblick über Voraussetzungen, Folgen, Alternativen und strategische Entscheidungswege, damit eine Kündigung nicht zu unnötigen finanziellen Nachteilen führt.

Albert Wellerdt | Partner

Was bedeutet es, einen Riester-Vertrag zu kündigen?

Mit der Kündigung wird der Riester-Vertrag vollständig beendet. Das angesparte Kapital wird ausgezahlt, allerdings nicht in voller Höhe, da staatliche Förderungen und steuerliche Vorteile rückabgewickelt werden.

Wichtig: Die Kündigung ist irreversibel. Ein späterer Wiedereinstieg in denselben Vertrag ist nicht möglich.

Kundenstimmen

Das sagen unsere Kunden

Gründe für die Kündigung eines Riester-Vertrags

Typische Motive für eine Kündigung sind:

  • dauerhaft niedrige oder negative Rendite
  • hohe Abschluss- und Verwaltungskosten
  • fehlende Flexibilität bei Kapitalverwendung
  • Berufswechsel oder längere Phasen ohne Förderberechtigung
  • bessere Alternativen zur Altersvorsorge

Nicht jeder dieser Gründe rechtfertigt automatisch eine Kündigung. Die finanziellen Folgen müssen im Detail geprüft werden.

Finanzielle Folgen einer Riester-Kündigung

Rückzahlung staatlicher Zulagen

Alle erhaltenen Zulagen werden vollständig an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) zurückgeführt, darunter:

  • Grundzulage
  • Kinderzulagen
  • ggf. Berufseinsteigerbonus

Nachversteuerung der Steuervorteile

  • Zusätzlich erfolgt eine nachträgliche Besteuerung der steuerlichen Vorteile aus dem Sonderausgabenabzug. Das Finanzamt fordert die Differenz zwischen Steuerersparnis und tatsächlicher Besteuerung zurück

Kosten und Auszahlungsbetrag

  • Storno- und Abschlusskosten können anfallen
  • Die Auszahlung erfolgt abzüglich aller Rückforderungen
  • Verluste durch Kapitalmarktschwankungen sind möglich


In vielen Fällen liegt der Auszahlungsbetrag deutlich unter den eigenen Einzahlungen.

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Riester kündigen oder beitragsfrei stellen?

Beitragsfreistellung als Alternative

Statt zu kündigen, kann der Vertrag beitragsfrei gestellt werden. Dabei:

  • bleibt das bisher angesparte Kapital erhalten
  • erfolgt keine Rückforderung von Zulagen oder Steuervorteilen
  • entstehen meist weiterhin Verwaltungskosten
  • entfallen zukünftige Förderungen

Diese Option ist besonders sinnvoll, wenn eine spätere Nutzung oder ein Anbieterwechsel denkbar ist.

Anbieterwechsel statt Kündigung

Ein Wechsel des Riester-Anbieters kann wirtschaftlich sinnvoller sein als eine Kündigung, insbesondere bei:

  • hohen laufenden Kosten
  • schlechter Fonds- oder Produktstruktur
  • veralteten Vertragsbedingungen

Das Kapital wird förderunschädlich übertragen, Zulagen und Steuervorteile bleiben erhalten.

Kündigung bei Riester-Fonds, Riester-Renten und Wohn-Riester

Riester-Fondssparpläne

  • stärker von Marktschwankungen betroffen
  • Kündigung in Verlustphasen besonders nachteilig
  • oft hohe Rückabwicklungsverluste

Klassische Riester-Rentenversicherungen

  • garantierte Mindestleistung
  • hohe Kostenstruktur
  • Kündigung häufig finanziell ungünstig

Wohn-Riester

  • Kündigung kann komplexe steuerliche Folgen haben
  • Wohnförderkonto wird sofort steuerpflichtig
  • hohe Einmalsteuerbelastung möglich

Sonderfälle: Kündigung bei Arbeitslosigkeit oder Auswanderung

Arbeitslosigkeit

  • Bei längerer Arbeitslosigkeit kann der Riester-Vertrag unter Umständen auf das Schonvermögen angerechnet werden. Eine Kündigung sollte hier besonders sorgfältig geprüft werden.

Dauerhafter Wegzug ins Ausland

  • Bei Auswanderung in Länder außerhalb der EU/EWR ist eine Kündigung oft unausweichlich, da die Förderberechtigung entfällt.

Schritt-für-Schritt: Riester-Vertrag korrekt kündigen

  1. Kündigungsbedingungen im Vertrag prüfen
  2. Schriftliche Kündigung an den Anbieter senden
  3. Kündigungsbestätigung abwarten
  4. Rückforderungsmitteilungen von ZfA und Finanzamt prüfen
  5. Auszahlung kontrollieren und dokumentieren

Eine steuerliche Beratung ist in diesem Prozess dringend zu empfehlen.

Wann ist eine Kündigung sinnvoll?

Eine Kündigung kann wirtschaftlich vertretbar sein, wenn:

  • kaum oder keine Zulagen erhalten wurden
  • steuerliche Vorteile minimal waren
  • der Vertrag dauerhaft Verluste verursacht
  • eine deutlich bessere Vorsorgestrategie umgesetzt wird

In allen anderen Fällen ist eine Beitragsfreistellung oder ein Anbieterwechsel meist die finanziell bessere Lösung.

Fazit: Riester kündigen nur nach sorgfältiger Abwägung

Die Kündigung eines Riester-Vertrags ist mit erheblichen finanziellen Nachteilen verbunden und sollte nur als letzter Schritt erfolgen. In vielen Fällen lassen sich durch Alternativen wie Beitragsfreistellung oder Anbieterwechsel bessere Ergebnisse erzielen. Eine fundierte Analyse aller Kosten, Förderungen und steuerlichen Effekte ist unerlässlich, um langfristige Verluste zu vermeiden.