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Gewinnausschüttung der GmbH und Krankenversicherung

Gewinnausschüttung der GmbH und Krankenversicherung

Die Gewinnausschüttung einer GmbH ist ein zentrales Instrument der Vermögensplanung für Gesellschafter. Gleichzeitig entfaltet sie erhebliche Auswirkungen auf die Krankenversicherung – insbesondere für Gesellschafter, Geschäftsführer, beherrschende Gesellschafter und privat Krankenversicherte. Wir geben einen umfassenden, praxisorientierten Überblick über die rechtlichen Grundlagen, die beitragsrechtliche Einordnung und die optimalen Gestaltungsoptionen.

Maximilian Eilert | Prokurist

Grundlagen der Gewinnausschüttung bei der GmbH

Was ist eine Gewinnausschüttung?

Eine Gewinnausschüttung ist die Auszahlung des nach Steuern verbleibenden Jahresüberschusses einer GmbH an ihre Gesellschafter. Die Ausschüttung erfolgt regelmäßig auf Grundlage eines Gesellschafterbeschlusses und im Verhältnis der Geschäftsanteile, sofern der Gesellschaftsvertrag nichts Abweichendes vorsieht.

Offene und verdeckte Gewinnausschüttung

  • Offene Gewinnausschüttung (oGA): Ordnungsgemäß beschlossen und bilanziell korrekt ausgewiesen
  • Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA): Vorteilsgewährung ohne ordnungsgemäßen Beschluss oder zu nicht fremdüblichen Konditionen; steuerlich besonders risikobehaftet

Kundenstimmen

Das sagen unsere Kunden

Krankenversicherung: Relevanz der Gewinnausschüttung

  • Die Behandlung der Gewinnausschüttung in der Krankenversicherung hängt maßgeblich vom Versicherungsstatus des Gesellschafters ab. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV).

Gewinnausschüttung und gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Beitragsrechtliche Einordnung

  • In der GKV gelten Gewinnausschüttungen als Einkünfte aus Kapitalvermögen. Für freiwillig gesetzlich Versicherte sind diese Einkünfte beitragspflichtig, sofern sie zur Bestreitung des Lebensunterhalts geeignet sind.

Kernaussage: Gewinnausschüttungen erhöhen die beitragspflichtigen Einnahmen und können zu deutlich höheren Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen führen.

Wer ist betroffen?

  • Freiwillig gesetzlich versicherte Gesellschafter
  • Gesellschafter-Geschäftsführer ohne Versicherungspflicht in der GKV
  • Rentner in der freiwilligen GKV mit Beteiligung an einer GmbH


Beitragsbemessung und Höchstgrenze

  • Die Beitragsbemessung erfolgt bis zur Beitragsbemessungsgrenze der GKV. Gewinnausschüttungen werden gemeinsam mit weiteren Einkünften berücksichtigt (z. B. Mieteinnahmen, Zinsen).

Gewinnausschüttung und private Krankenversicherung (PKV)

Keine Beitragsrelevanz

  • In der PKV sind Beiträge nicht einkommensabhängig. Gewinnausschüttungen haben daher keinen Einfluss auf die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge.

Vorteil für Gesellschafter

  • Planungssicherheit bei steigenden Ausschüttungen
  • Keine zusätzlichen Sozialabgaben auf Kapitalerträge
  • Attraktive Option für unternehmerisch tätige Gesellschafter

Sonderfall: Gesellschafter-Geschäftsführer

Beherrschender vs. nicht beherrschender Gesellschafter

  • Beherrschender Gesellschafter (>50 % der Anteile): In der Regel selbstständig, meist nicht sozialversicherungspflichtig
  • Nicht beherrschender Gesellschafter: Kann sozialversicherungspflichtig sein, abhängig von Weisungsgebundenheit und Vertragsgestaltung

Auswirkungen auf die Krankenversicherung

  • Für beherrschende Gesellschafter in der GKV sind Gewinnausschüttungen beitragspflichtig. In der PKV bleiben sie beitragsneutral

Steuerliche Behandlung der Gewinnausschüttung

Abgeltungsteuer

Gewinnausschüttungen unterliegen grundsätzlich der Abgeltungsteuer:

  • 25 % Kapitalertragsteuer
  • zzgl. Solidaritätszuschlag
  • ggf. Kirchensteuer

Teileinkünfteverfahren

Bei wesentlicher Beteiligung (mindestens 25 % oder 1 % mit maßgeblichem Einfluss) kann das Teileinkünfteverfahren angewendet werden:

  • 60 % der Ausschüttung steuerpflichtig
  • 60 % der Werbungskosten abzugsfähig

Hinweis: Das Teileinkünfteverfahren beeinflusst nicht die beitragsrechtliche Bewertung in der GKV.

Gestaltungsstrategien zur Beitragsoptimierung

Thesaurierung statt Ausschüttung

  • Gewinne verbleiben in der GmbH
  • Keine unmittelbare Beitragsbelastung in der GKV
  • Aufbau von Liquidität und Eigenkapital

Kombination aus Gehalt und Ausschüttung

  • Gehalt bis zur Beitragsbemessungsgrenze
  • Ausschüttungen gezielt steuern
  • Optimierung von Steuer- und Beitragslast

Wechsel der Krankenversicherung

  • Prüfung eines Wechsels von GKV zu PKV bei entsprechender Eignung
  • Langfristige Beitrags- und Liquiditätsvorteile

Typische Fehler und Risiken

  • Fehlende Berücksichtigung der GKV-Beitragspflicht
  • Unklare Abgrenzung zwischen Gehalt und vGA
  • Späte oder fehlerhafte Meldung von Kapitalerträgen
  • Fehlende langfristige Planung bei steigenden Gewinnen

Fazit: Gewinnausschüttung strategisch planen

Die Gewinnausschüttung einer GmbH ist mehr als eine steuerliche Entscheidung. Sie beeinflusst unmittelbar die Krankenversicherungsbeiträge und damit die private Liquidität der Gesellschafter. Insbesondere für freiwillig gesetzlich Versicherte kann die Beitragsbelastung erheblich sein. Eine vorausschauende Gestaltung unter Berücksichtigung von Versicherungsstatus, Beteiligungshöhe und Ausschüttungspolitik ist entscheidend, um unnötige Kosten zu vermeiden und unternehmerische Freiheit zu sichern.